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Die vier Federn

(The Four Feathers, 2002)

Durchschnittliche Redaktionswertung

81%



Inhalt

Der junge Soldat Harry Faversham gilt als einer der besten Soldaten seines Regiments, doch als die Truppe den Auftrag bekommt im Sudan einen Aufstand niederzuschlagen, quittiert er den Dienst. Damit verprellt er seine Freunde und seine Verlobte Ethne, die im daraufhin vier weiße Federn als Zeichen seiner Feigheit zukommen lassen. Um seinen Namen wieder rein zu waschen, macht sich Harry allein auf den Weg in den Sudan, um dort, als Araber verkleidet, seinen Freunden zu helfen.

Kritik

von Thomas Straer

Wertung Kritik

81%

Der Film schildert die abenteuerliche Reise eines Ex-Soldaten, der seinen ehemaligen Kollegen in den Sudan folgt, um ihnen bei einer großen Schlacht beizustehen.

Bild aus Die vier Federn Im England des späten 19. Jahrhunderts hatte die weiße Feder einen symbolischen Charakter und brandmarkte den, der sie überreicht bekam, als Feigling. Da zu dieser Zeit Werte wie Pflichtbewusstsein, Ehre, Patriotismus, Loyalität und Freundschaft noch echte Grundfesten der Zusammenlebens waren, drängte die weiße Feder ihren Besitzer an den Rand der Gesellschaft. Für den jungen Soldaten Harry Feversham ist die Schmach der Feder noch viel größer und gewichtiger als die gerade beschriebenen Auswirkungen, da er sie von seinen Freunden und von seiner großen Liebe überreicht bekommt. Jedoch scheint dieser Schlag ins Gesicht gefruchtet zu haben, da Harry seinen durch Kriegsangst motivierten Austritt aus dem Militär zu überdenken beginnt. Auf eigene Faust folgt er seinem Regiment in den Sudan, wo den jungen Männern ein erbitterter Kampf gegen die übermächtigen Truppen des Mahdi bevorsteht. Als Araber getarnt versucht er seinen Freunden zu Helfen und ihnen zu beweisen, dass er nicht der Feigling ist, für den sie ihn hielten.

Das Abenteuer Die vier Federn basiert auf A.E.W. Masons gleichnamigen Roman aus dem Jahre 1902. Vor dem indischen Regisseur Shekhar Kapur (Elizabeth) haben sich bereits sechs andere Filmemacher dem Stoff angenommen und ihn verfilmt. Kapur lies sich davon nicht abhalten und schuf auf der Basis von Michael Schiffers und Hossein Aminis Drehbuch ein bildgewaltiges Wüstenepos. Der erfahrene und oscardekorierte Kameramann Robert Richardson sorgte sowohl im regnerischen England, als auch in der staubtrocken Wüste für eine überragende Optik. Bei den Szenen in der Wüste filmte er stets gegen die Sonne, um den Kontrast zwischen Figuren und Landschaft besser herauszuarbeiten. Besonders effektiv war diese Technik im Bezug auf die blitzblanken roten englischen Uniformen, die dadurch noch mehr als Fremdkörper in diesem Teil der Erde wirkten.

Regisseur Kapur nahm sich bei der Inszenierung des Films viel Zeit und erzählte die Geschichte eher gemächlich, verlor aber dabei nie den Faden. Vermeintliche Längen gingen Dank der oben erwähnten schönen Bilder unter, da man sich in kleinen Handlungstiefs einfach optisch berieseln lassen konnte. Ein besonderer Leckerbissen von Die vier Federn ist die finale Schlachtszene, in der ein von den Engländern geformtes Quadrat von allen Seiten attackiert wird. Überzeugend wurden auch die Motivationen der einzelnen Charaktere herausgestrichen und so nahm man Harry bedenkenlos ab, dass er sich auf eine Wüstenreise mit ungewissen Ausgang begibt, um sich zu rehabilitieren. Nur die Motivation von Wüstenkrieger Abou Fatma, der sich aus vermeintlich religiösen Gründen zum Handlanger von Harry macht, war etwas schwammig.

Der junge aber bereits äußerst erfolgreiche Schauspieler Heath Ledger legt für Die vier Federn seine Rüstung, die im Party-Ritter-Film Ritter aus Leidenschaft trug, wieder ab und schlüpfte in die Rolle des Protagonisten Harry. Man nahm ihm seine Wandlung vom feigen Freundesverräter zum Einmannhimmelfahrkommando anstandslos ab. An dieser Stelle noch ein Lob an die Maske, die sein von Hitze, Trockenheit und Sand in Mitleidenschaft gezogenes Gesicht wirklich toll hinbekommen hat. American Beauty Darsteller Wes Bentley verkörperte Harrys besten Freund Jack, einen loyalen Soldaten, der seinen Dienst fürs Vaterland über alles stellt. Harrys Geliebte Ethne wird von Kate Hudson (Almost Famous - Fast berühmt) gespielt, die ihm nach seinem feigen Austritt aus dem Militär die vierte Feder überreicht und ihm somit schonungslos klarmacht, was sie von dieser Tat hält.

Nicht vergessen sollte man Dijmon Hounsou, der den furcheinflößenden Krieger Abou Fatma verkörperte. Der zuletzt in Gladiator oder Amistad anzutreffende Darsteller aus Westafrika verstand es blenden, nicht nur durch sein faszinierendes Äußeres Akzente zu setzen. Vor allem dank der gut aufgelegten Hauptdarsteller, von denen übrigens keiner Engländer ist, und dank der grandiosen Optik bietet Die vier Federn knappe zwei Stunden gute Unterhaltung. Regisseur Shekhar Kapur verstand es blendend, sein kontrastreiches Projekt umzusetzen und inszenierte das Aufeinanderprallen der streng durchorganisierten Engländer und der unkoordiniert scheinenden Afrikaner sehr wirkungsvoll und ansprechend.

Keine weitere Wertung


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