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Rubbeldiekatz

(Rubbeldiekatz, 2011)

Dt.Start: 15. Dezember 2011 Premiere: 15. Dezember 2011 (Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Komödie
Länge: 113 min Land: Deutschland
Darsteller: Matthias Schweighöfer (Alex Honk), Alexandra Maria Lara (Sarah Voss), Detlev Buck (Jürgen Honk), Maximilian Brückner (Basti Honk), Denis Moschitto (Jan), Max von Thun (Thomas), Max Giermann (Jörg / Hitler), Sunnyi Melles (Annegret), Susanne Bormann (Maike), Josefine Preuß (Benita), Palina Rojinski (Jasmina)
Regie: Detlev Buck
Drehbuch: Anika Decker, Detlev Buck


Inhalt

Der Theaterschauspieler Alexander steckt in einer tiefen Krise. Seit Jahren arbeitet er auf den großen Karrieresprung hin - leider ohne Erfolg. Aus purer Verzweiflung nimmt er verkleidet an dem Casting für eine weibliche Rolle in einem Hollywoodfilm teil und ergattert als Alter-Ego "Alexandra" den Part. Doch der Geschlechtertausch erweist sich als tückischer als gedacht: Sein Schauspielkollege versucht, bei ihm zu landen, und auch seine ruppigen Brüder machen ihm das Leben als Frau nicht leichter.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Rubbeldiekatz hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 56%
Kurzkritik
von Markus Ostertag
Wertung von 69 für Rubbeldiekatz

Nach What a Man kommt jetzt Matthias Schweighöfer mit Rubbeldiekatz in die deutschen Kinos. Da liegt der Vergleich der beiden Streifen natürlich nahe, denn auch wenn beide als romantische Komödien verkauft werden, so präsentiert sich Rubbeldiekatz deutlich amüsanter als die Sommer-Komödie. Vor allem Matthias Schweighöfer hat daran erheblichen Anteil, denn als Frau macht er eine gute Figur und harmoniert mit Alexandra Maria Lara wirklich fantastisch. Dass die Story eher Nebensache und deswegen eher schwachbrüstig daherkommt ist Fans von solchen Filmen vermutlich sowieso egal.
Im Vergleich zu anderen Filmen des Genres gibt es hingegen durchaus gut getimten Humor sowie einige wirklich witzige Szenen und Dialoge - für Fans ist es also vermutlich ein netter Kinoabend, mehr dann aber leider auch nicht.

Kurzkritik
von Lutz Granert
Wertung von 65 für Rubbeldiekatz

Ein Mann in Frauenkleidern: An sich ist dieser Witz als einer der ältesten in der Humorgeschichte nicht mehr komisch. Doch Matthias Schweighöfer, der noch wenige Monate zuvor als verweichlichter Reformschullehrer in seinem Regiedebüt What a Man nach seiner sexuellen Identität suchte, gelingt es in einem äußerst pointenreichen Drehbuch von Detlev Buck und Anika Decker (Keinohrhasen) tatsächlich, diesem Thema eine neue Seite abzugewinnen. Neben zahlreichen obligatorischen Schlüpfrigkeiten als Quell vieler Gags wird in der auf konventionellen Pfaden watenden romantischen Komödie auch ein stereotypes Frauenbild einer Neuverhandlung unterworfen. Seitenhiebe auf den filmischen Produktionsprozess und ein wiederum uralter, aber in dieser Spielart wieder funktionierender Hitler- und Nazi-Witz runden das nicht immer stilsichere Travestie-Spiel ab. Rubbeldiekatz perpetuiert ein weiteres Klischee von den Deutschen im Ausland: Hochgradig unterhaltsame, wenn auch etwas platte Geschlechterkomödien mit sympathischen Darstellern, das können die.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Rubbeldiekatz hat eine Wertung von 35%
Es heißt, das Gute kommt meist zum Schluss. Für Rubbeldiekatz gilt das nicht. Die laue Komödie aus deutschen Landen, mit einer Notting Hill-Grundidee, Anleihen bei Billy Wilders Manche mögen's heiß und Screwball-Elementen hat ihren komödiantischen Höhepunkt gleich zu Beginn, der obendrein alles andere als originell ist. In der Folge hangelt sich die dünne wie hanebüchene Geschichte noch eine Weile halb lustvoll an einem Plot entlang, dem aber spätestens nach der Hälfte endgültig die Luft auszugehen droht. Im letzten Drittel ist der Film dann nur noch zäh, plapprig und enervierend; da mag die Katze noch so sehr gerubbelt werden.

Bild aus Rubbeldiekatz Der einfache Junge von nebenan und der weltberühmte Star. Kann das ein gutes Ende nehmen? Im Mittelpunkt des neuen Films von Detlev Buck findet sich solch ein ungleiches Paar: Sarah Voss (Alexandra Maria Lara), eine selbstverliebte Hollywood-Diva, die nach Deutschland kam, um eine Rolle in einem "Nazi-Film" zu übernehmen; und der wenig erfolgreiche Schauspieler Alexander Honk (Matthias Schweighöfer). Bei der ersten Begegnung der beiden hat entweder der pure Zufall oder das Schicksal seine Hand im Spiel. Im Park laufen sie sich über den Weg und warum auch immer, die millionenschwere Hollywood-Aktrice nimmt den Loser mit aufs Zimmer. Ein Motiv für diese Sexeskapade mag gewesen sein, dass sie sich kurz zuvor von ihrem Freund getrennt hatte, nachdem sie ihn bei eindeutiger Action auf frischer Tat erwischte. Mehr als ein One-Night-Stand ist dieses Stelldichein für Sarah aber definitiv nicht.

Die Wege der beiden kreuzen sich aber schnell wieder. Diesmal bei der Arbeit in den Babelsberger Studios. Dort spielen sie gemeinsam in einem Film. Sarah hat die erste weibliche Hauptrolle und Alex mimt in einer Nebenrolle mit blonder Perücke, Dirndl und burschikoser Figur die Frau eines hochrangigen SS-Offiziers. Richtig gelesen: Alex sprach kurz zuvor in Frauenklamotten beim Casting für diese Rolle vor und wurde als German Fräulein gleich engagiert. Nun ist er als Alexandra Teil des Casts. Kaum Platz genommen, verpatzt er aber alles schon wieder. Als er dem Regisseur Änderungen im Skript vorschlägt, wird er prompt gefeuert. Sarah findet die Vorschläge aber gar nicht schlecht und so wird er gleich darauf nicht nur abermals engagiert, er avanciert neben ihr zur zweiten weiblichen Hauptrolle. Sarah ahnt natürlich nicht, das sie mit ihrem Zufallslover vor der Kamera steht und auch nicht, dass sich Alex in der einen gemeinsamen Nacht gleich Hals über Kopf in sie verliebt hat. Der seinerseits hat keinen Schimmer, wie er aus der Nummer wieder heil rauskommen soll. Und sein Agent und Bruder Jürgen (Detlev Buck), der zur Beruhigung gerne ausgiebig die Katze streichelt, sowie der dritte Bruder im Bunde, Basti (Maximilian Brückner) und Buddy Jan (Denis Moschitto) erweisen sich auch nicht gerade als hilfreich.

Wähnt man sich zu Beginn von Rubbeldiekatz noch in einer leicht schrägen Komödie und hofft auf mehr groteske Situationen, verflüchtigt sich dieser (anfängliche) Eindruck alsbald. Sonderlich originell gestaltet sich die Komik ohnehin nicht, und es gehört ein gehöriges Maß an Goodwill dazu sowie die Bereitschaft, sich auf den oft platten Humor einzulassen, um sich zumindest eine zeitlang einigermaßen unterhalten zu fühlen. Nennenswert besetzte Gastrollen sollen dem Ganzen zu ein paar mehr Pointen verhelfen, richtig zu zünden vermag das allerdings nicht. So darf der bekannte TV-Parodist Max Giermann als Hitler-Mime auftreten, das Timing erweist sich aber selten als gut. Verglichen damit erlangte die Figur des Alfons Hatler (Christoph Maria Herbst) aus Der Wixxer zurecht Kultstatus. Der Auftritt von Top-Modell Eva Padberg als Konkurrentin beim Casting will gleichfalls nicht vom Hocker reißen, doch lässt sich nicht absprechen, dass sie auf ihrem Weg zur Schauspielerin Fortschritte macht.

Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem der Film sich einzig und allein auf die Beziehung zwischen Alexander/Alexandra und Sarah festfährt, beginnt aber der ohnehin bescheidene Unterhaltungswert zu schwinden und jegliche Dynamik im Geschehen mehr und mehr zu versanden. Beim finalen Spiel, bekommen sie sich oder nun doch nicht, merkt man dem 108-minütigen Film dann regelrecht jede Sekunde an und ist beinahe heilfroh, wenn das halbneurotische Geplapper, das zum Ende hin überhand gewinnt, endlich aufhört.

Ein ausgesprochenes komödiantisches Highlight ist der neue Film von Detlev Buck somit definitiv nicht geworden. Klischeehaft und voller Stereotypen, mit denen einfach nicht ausreichend genug ironisch-distanziert umgegangen wird sowie oft bemühte Film-in-Film-Motive, die keinen mehr hinterm Ofen hervor zu locken vermögen, lassen das Ganze wenig kreativ erscheinen. Zudem wird man einfach den Eindruck nicht los, dass hier ein paar Kumpels zusammen kamen, um locker-flockig mal eben einen Film zu machen. Das ist selbstverständlich legitim, nur sollte man auch ausreichend zu erzählen haben, sonst verkommt das alles noch zur Inhaltslosigkeit.



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