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Ghost Dog - Der Weg des Samurai(Ghost Dog: The Way of the Samurai, 1999)
| Dt.Start: |
06. Januar 2000 DVD: 10. Oktober 2000
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Premiere: |
18. Mai 1999 (Cannes Film Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Action, Krimi, Drama |
| Länge: |
116 min
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Land: |
Frankreich, Deutschland, USA, Japan |
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Darsteller:
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Forest Whitaker (Ghost Dog), John Tormey (Louie), Cliff Gorman (Sonny Valerio), Frank Minucci (Big Angie), Richard Portnow (Handsome Frank), Tricia Vessey (Louise Vargo), Henry Silva (Ray Vargo), Victor Argo (Vinny), Damon Whitaker (Young Ghost Dog), Vince Viverito (Johnny Morini) |
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Regie:
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Jim Jarmusch |
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Drehbuch:
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Jim Jarmusch |
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 Inhalt
Der afroamerikanische Samurai-Krieger Ghost Dog lebt allein auf einem Dach in Jersey City und spricht mit Tauben, manchmal auch mit einem Eisverkäufer. Wenn es dunkel wird, dann wird er zum Profikiller. Seitdem ihm Mafioso Louie vor acht Jahren das Leben gerettet hat, ist er Ghost Dogs Meister. Jeden Auftrag, den Louie ihm erteilt, erfüllt er gewissenhaft. Doch nachdem Ghost Dog ein Mitglied des eigenen Clans getötet hat, wird er selbst zum Feind der Mafia. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Markus Müller
Jim Jarmusch ist bekannt für unkonventionelle, künstlerisch anspruchsvolle und ruhige Filme, die allesamt recht eigenwillig sind. Tatsächlich ist es auch für einen Autorenfilmer wie ihn ein interessantes Experiment, in einem einzigen Film Hip-Hop, Kampfkunst, Mafiosi, fernöstliche Philosophie, einen französisch-sprachigen Eisverkäufer und Forest Whitaker in der Hauptrolle zu kombinieren. Das Ergebnis ist ein durchgehend innovativer Streifen mit großartigem Soundtrack, aber auch einigen deutlichen Schwächen.
Die Werke des Autorenfilmers Jim Jarmusch sind dafür bekannt, mit den Sehgewohnheiten der meisten Zuschauer zu brechen. Sie sind ruhig, minimalistisch, verschachtelt und originell und vielen zu langweilig. Ghost Dog bildet da keine Ausnahme, wobei er eindeutig zu den mainstreamtauglichsten Werken des Amerikaners gehört. Sind manche Filme Jarmuschs erst im Nachhinein eine Bereicherung und während des Sehens unverhältnismäßig anstrengend, ist Ghost Dog insgesamt recht unterhaltsam.
Wie viele von Jarmuschs Werken ist auch Ghost Dog recht detailverliebt und in seiner Emotionalität dezent zurückhaltend. Immer wieder findet sich ein dezenter, oft gut versteckter Humor. Leider bleibt die Ironie manchmal ein wenig zu hintergründig, sodass einige Szenen albern wirken, was nicht so recht zu der nachdenklich vergeistigten Grundstimmung des Filmes passen will. So sind einzelne Elemente, wie beispielsweise Ghost Dogs an ein Samurai-Schwert erinnernder Schwenk mit seiner Pistole, arg gewöhnungsbedürftig und weder witzig oder cool noch überzeugend selbstironisch, dafür aber erstaunlich nahe an der Lächerlichkeit. Dass Jim Jarmusch nicht unbedingt als Action-Regisseur bekannt ist, steht außer Frage. Unglücklicherweise muss man jedoch feststellen, dass praktisch alle Szenen, in denen in irgendeiner Form Action vorkommt, speziell ein Shootout gegen Ende, nicht überzeugen und nicht halb so schick sind, wie sie wahrscheinlich sein sollten.
Forest Whitaker (8 Blickwinkel) weiß durchaus zu gefallen. Sicherlich ist er nicht der erste, der einem für diese Rolle in den Sinn käme. Da man aber zu seiner Figur ohnehin mehr Fragen als Antworten nach dem Film hat, ist dies auch durchaus sinnvoll. Er ist mysteriös und charismatisch und schafft es, den Film zu tragen. Im Nachhinein und in Anbetracht des Gesamtwerkes erweist er sich sogar als Idealbesetzung. Die restlichen Schauspielerleistungen sind teilweise schwer zu beurteilen. Dies liegt auch daran, dass besonders die Mafia-Gangster so absurd angelegt sind, dass es schwer ist, einen geeigneten Maßstab für die Beurteilung ihrer Leistungen zu finden. Durch eben diese merkwürdigen Gangster verliert der Film leider an einer Ernsthaftigkeit, die ihm gut getan hätte. Der dadurch zum Vorschein kommende Humor wiegt das leider auch nicht ausreichend auf.
Der Soundtrack, für den kein geringerer als RZA, beziehungsweise der Wu-Tang Clan insgesamt, verantwortlich zeichnet, ist der Wahnsinn! Der Wu-Tang Clan hat seit jeher einen Bezug zur chinesischen Kampfkunst, nicht nur, dass sich der Crew-Name auf das Wudang-Gebirge, die Heimat der inneren Kampfkünste, bezieht, auch RZA selbst trainierte jahrelang Kung-Fu. In einer Szene, in der ein scheinbar gebrechlicher alter Mann einen jungen Straßendieb mit zwei recht eleganten Kicks in die Flucht schlägt, ist der erste Shaolin-Kung-Fu-Mönch in den USA und RZAs früherer Kung-Fu-Lehrer zu sehen.
Es gibt viel zu entdecken in Ghost Dog. So lassen sich unter anderem einige versteckte Anspielungen an frühere Werke Jarmuschs oder der Darsteller finden. Ansonsten bleibt der für Jarmusch-Filme übliche weite Interpretationsraum, der den Film auch lange nach dem Sehen immer wieder ins Gespräch bringt. Die Schwächen von Ghost Dog sind deutlich leichter zu benennen als die Stärken, dennoch handelt es sich insgesamt um einen guten, charmanten Streifen. Ein letzten Endes ungewöhnliches, aber sehr interessantes Werk, das wohl eher den Arthaus-Fan als Freunde von Gangster- oder Kampfkunstfilmen anspricht.  Weitere interessante Filme
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