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Gefährten

(War Horse, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

78%



Inhalt

In der malerischen Grafschaft Devon im Südwesten Englands wächst der junge Albert mit seinem geliebten Pferd Joey auf. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, wird Joey für den Kriegsdienst eingezogen und landet als Kavalleriepferd an der französischen Front. Das Pferd arbeitet sich als Kriegsross durch die britischen und deutschen Armeen, bis es sich alleine auf dem Schlachtfeld wiederfindet. Albert, der seinen Joey nie vergessen hat, aber wegen seiner Jugend nicht in die Armee eintreten darf, macht sich auf die gefährliche Odyssee, den tierischen Freund zu retten und zurück nach Hause zu holen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

70%

Der Meister der großen Inszenierungen ist zurück. Nach Haien in seiner Frühzeit und Dinosauriern vor gut zwei Jahrzehnten, ist Steven Spielberg diesmal auf das Pferd gekommen. Gefährten handelt von einer großen Freundschaft zwischen Mensch und Tier und zeichnet episodenhaft Schicksale im Ersten Weltkrieg. Der tierische Protagonist, ein junges Halbvollblut, das zum unfreiwilligen Kriegsross mutiert, führt dabei gewissermaßen durch den Film. Spielberg zelebriert das mit großangelegtem Pathos und zuweilen überbordendem Kitsch, der kein Auge trocken lässt. Dennoch gelang ihm wieder ein überzeugender Wurf, der kaum einen Zweifel an seinem Können lässt.

Bild aus Gefährten Eines kann man Steven Spielberg mit Sicherheit nicht nachsagen: dass er auf irgendein Genre oder einen Typ Film festgelegt sei. Seit er als junger Filmemacher Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre mit Filmen wie Duell auf sich aufmerksam machte, ist viel Wasser ins Tal geflossen. Langweilig ist es mit ihm indes nie geworden: Ob Monsterfilm im Stile von Der weiße Hai oder Jurassic Park, ergreifendes NS-Drama a la Schindlers Liste, (Anti-)Kriegsspektakel wie Der Soldat James Ryan und nicht zuletzt 2008 das letzte Indy-Abenteuer Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, der Meister erfindet sich stets neu und scheint - zählt man seine Arbeiten als Produzent hinzu - nie zu ruhen.

Kaum dass vor kurzem die turbulente Adaption des klassischen Comic-Books Tim und Struppi als 3D-Animationsfilm Die Abenteuer von Tim und Struppi im Kino startete, klopft auch schon das nächste Werk an die Tür. Gefährten heißt der neueste Clou von Spielberg, wobei der Originaltitel "War Horse" ("Kriegsross") wesentlich zutreffender erscheint. Erzählt wird die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen einem jungen Burschen und einem ganz besonderen Pferd.

Der junge Albert, der gemeinsam mit seinen Eltern auf einer Farm in Schottland lebt, schließt den jungen Hengst Joey augenblicklich in sein Herz, den sein Vater, Ted Narracott (Peter Mullan) vom Markt mitbringt. Eigentlich sollte dieser ein Arbeitspferd kaufen, mit dessen Hilfe die Felder bestellt werden können, doch im Suff ließ er beim Bieten alle Hemmungen fallen und ersteigerte ein junges Halbvollblut, für mehr Geld als er eigentlich entbehren kann. Seine Frau Rose (Emily Watson) drängt ihn, das Pferd gleich wieder zurückzubringen und zu versuchen, das Geld dafür zurückzubekommen. Auf Alberts Flehen hin, Joey zu behalten, geben beide aber nach. Albert muss sich aber darum kümmern, dass aus dem ungestümen Joey zumindest ein gutes Reittier wird. Mit Hingabe widmet sich der junge Mann dieser Aufgabe, bis eines Tages der Pächter erscheint und die Pacht für die Farm einfordert, die von den Narracotts bewirtschaftet wird.

Der größte Teil dafür ging aber für den Kauf von Joey drauf. Ted verspricht, ein weiteres Feld mit Rüben zu bepflanzen und aus dem Erlös der Ernte im Herbst die Pacht zu entrichten. Leider handelt es sich bei dem Feld aber um nicht mehr als einen steinigen Acker, der als nicht pflügbar gilt - selbst wenn man ein geeignetes Arbeitspferd hätte. Und die Narracotts besitzen bloß Joey. Den würde der Pächter durchaus anstelle der Pacht nehmen. Albert erklärt sich daraufhin bereit, das Unmögliche zu wagen: Er will gemeinsam mit Joey, einem Pferd, das noch niemals zuvor vor einen Pflug gespannt worden ist, den steinigen Acker umzupflügen. Sollte ihm das gelingen, soll der Pächter im Gegenzug einen Aufschub gewähren.

An diesem Tag sind die Mächte des Himmels auf Alberts und Joeys Seite. Das scheinbar Unmögliche gelingt, auch wenn sich beide dabei fast zu Tode schinden. Ein paar Monate später zerstört aber ein Unwetter die Ernte, und schon wieder steht die Familie vor dem Ruin. Ted nimmt Joey heimlich mit zum Markt. Dort suchen viele junge Offiziere zuverlässige Reitpferde für den großen Krieg, der in Europa ausgebrochen ist. Captain Nichols (Tom Hiddlestone), ein junger Kavallerieoffizier, kauft Joey und verspricht Albert, der in letzter Sekunde auf den Markt gerannt kommt, wenn es das Schicksal zulässt, ihm Joey eines Tages zurückzubringen.

Keine Sekunde macht Spielberg einen Hehl daraus, dass er mit Gefährten Kino der großen Gefühle zelebrieren möchte. Bilder wie Score geraten schwelgerisch, um nicht zu sagen: manipulativ; der Zuschauer wird mit Kitsch und Pathos bepflastert, dass er kaum eine andere Wahl hat, außer sich davon einnehmen zu lassen. Die Optik reicht dabei von Auenlandromantik bis hin zu Szenen, die augenscheinlich in denselben Technicolor-Farbeimer wie einstmals Vom Winde verweht gefallen sind.

Bei allem Augenschmauß wird das harte Kriegsgeschehen dennoch nicht ausgeklammert. Elegant versteht es Spielberg, das Ganze bewegend, dennoch leidlich unblutig zu gestalten. Weit entfernt ist die Darstellung in Gefährten aber von der tatsächlichen Realität der Gräuel im Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs. Selbst beim Schicksal der Pferde, die damals zu Hunderttausenden verheizt wurden, nimmt er sich vergleichsweise zurück. Ein Blick in Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues - und man kann sich schnell ein Bild davon machen, wie es ausgesehen haben mag, als sich Hunderte Pferde verstümmelt nach einem Schrapnellangriff im Todeskampf wanden.

Überleben im Krieg ist ganz offensichtlich das zentrale Thema in Gefährten, zudem liegt aber ein weiteres wichtiges Augenmerk auf der unzertrennlichen Freundschaft. Und somit ist es eben auch ein Buddy-Movie, das für eine jüngere Zielgruppe und für Familien tauglich sein soll, womit sich die fehlende Konsequenz in manchen Szenen gut begründen lässt. Eine blutigere wie realistischere Darstellung hätte auch keinen besseren Film daraus gemacht. Die eigentlichen Schwächen, neben zuweilen überbordenden Melodrama-Anleihen, sind schlichtweg, dass die Charakterzeichnungen der menschlichen Akteure derart eindimensional bleiben, dass es kaum möglich ist, an ihren Schicksalen zu partizipieren. In Episoden richtet sich der Fokus auf wechselnde Figuren, in deren Hände durch die Wirren des Kriegs Joey gerät, als Streiflichter vermögen sie in der Tiefe aber kaum etwas beizutragen.

Inszenatorisch und technisch liefert Spielberg mit Gefährten sicherlich großes wie gefühlsintensives Kino ab, das an Klassiker vergangener Tage erinnert. Leider wirken die menschlichen Einzelschicksale darin wie vergängliche Sternschnuppen. Trotz dieses Mangels verfügt der Film über einige großartige Augenblicke, die aber nahezu immer dem tierischen Protagonisten gehören. Zudem ist der Film schlichtweg nie langweilig und begeistert durchgängig mit seinen vielfältigen Schauwerten. Vielfach droht die Gesamtkomposition allerdings in Rührseligkeit zu ersaufen. Emotional hin- und hergerissen fällt es somit abschließend nicht leicht, zu entscheiden, welcher Impuls zuweilen die Oberhand behält: sich die Tränen zu verkneifen oder das Ganze zumindest teilweise als lachhaft zu empfinden.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

86%

Steven Spielberg hinter der Kamera und Richard Curtis als Drehbuchverantwortlicher ... was kann da schon schief gehen? Richtig, nichts! Gefährten bietet dem Zuschauer genau das, was sein Trailer versprochen hat: Ein vor Pathos nur so triefendes Epos über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier und wie diese auch Kriege überstehen kann ... und das ist in diesem Falle alles andere als negativ gemeint. Eingefangen ist das Ganze in wunderbaren Bildern, besitzt dabei eine hervorragende Ausstattung, das Sounddesign könnte besser kaum sein und die Musik von John Williams ist einmal mehr hervorragend. Parallelen zum Dreamworks-Abenteuer Spirit - Der wilde Mustang liegen durchaus auf der Hand, vor diesem braucht sich Spielberg jedoch nicht zu verstecken, ist sein "War Horse" doch ein ähnlich emotional ergreifendes Werk, das kaum einen Zuschauer kalt lassen wird.



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