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Dame, König, As, Spion(Tinker, Tailor, Soldier, Spy, 2011)
| Dt.Start: |
02. Februar 2012
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Premiere: |
05. September 2011 (Venice Film Festival, Italien) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Thriller |
| Länge: |
127 min
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Land: |
Frankreich, UK, Deutschland |
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Darsteller:
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Gary Oldman (George Smiley), Colin Firth (Bill Haydon), Tom Hardy (Ricki Tarr), John Hurt (Control), Toby Jones (Percy Alleline), Mark Strong (Jim Prideaux), Benedict Cumberbatch (Peter Guillam), Ciaran Hinds (Roy Bland), David Dencik (Toby Esterhase), Philip Martin Brown (Tufty Thesinger), Kathy Burke (Connie Sachs), Laura Carmichael (Sal) |
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Regie:
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Tomas Alfredson |
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Drehbuch:
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Peter Straughan, Bridget O'Connor |
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 Inhalt
London, Anfang der 1970er-Jahre. Control, der Kopf des britischen Auslandsgeheimdienstes, und seine rechte Hand, der Spion George Smiley, werden zwangspensioniert, als sie den Tod eines englischen Agenten verschulden. Doch die neue Führung erweist sich als nicht minder problematisch. Nach Controls Tod wird Smiley vom Regierungsbeamten Oliver Lacon aus dem Ruhestand geholt, um Anschuldigungen nachzugehen, seit Jahren befinde sich ein Spion in den obersten Reihen des britischen Geheimdienstes. Smiley beginnt, seine damaligen Kollegen zu befragen. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Nach seinem wunderbaren Vampirdrama So finster die Nacht schuf Tomas Alfredson erneut einen Film der eine unglaublich dichte Atmosphäre besitzt und den Zuschauer in seinen Bann ziehen kann. Die Ausstattung, die Kameraführung, die Musik und die durch die Bank hervorragenden Darstellerleistungen sind über jeden Zweifel erhaben. Auch die komplexe Geschichte ist durchweg spannend, wenngleich es teilweise als Nichtkenner der Romanvorlage unglaublich schwer ist den Zusammenhängen zu folgen, zumal die Figuren auch noch Codenamen besitzen und das Verständnis nicht gerade erleichtern. Vermutlich braucht es eine zweite Sichtung um den Film wirklich würdigen zu können, aber alleine Inszenierung und Darstellerleistungen rechtfertigen schon den Ticketkauf.
Kritik
von Matthias Pasler
Die 70er-Jahre waren die Zeit des New-Hollywood-Kino. Die Filme dieser Periode gingen in vielerlei Hinsicht neue Wege. Narrativ, visuell, inszenatorisch. Sie waren vielschichtiger, gewagter, vielleicht sogar unbequem, aber in jedem Fall technisch anspruchsvoll. Zwar ist nur die Handlung der neuesten John-le-Carré-Adaption in den 70ern angesiedelt, doch in gewisser Weise trägt sie auch stilistisch eine Nuance des New Hollywood.
Oktober 1972: Mit dem Ziel, Hinweise auf einen eventuellen Maulwurf in den Reihen des britischen Geheimdienstes zu erhalten, schickt dessen Leiter Control (John Hurt) den erfahrenen Auslandsagenten Jim Prideaux (Mark Strong) nach Budapest. Der Job misslingt und sowohl Control als auch sein engster Vertrauter George Smiley (Gary Oldman) müssen ihren Hut nehmen. Einige Monate später, Control ist inzwischen tot, wird Smiley vom Staatssekretär zurückbeordert. Es gibt den begründeten Verdacht, dass Controls Vermutung richtig war und ein russischer Doppelagent unerkannt im Circus, dem streng gesicherten Bürokomplex des MI6 in London, sitzt.
Smiley erhält den Auftrag, unbemerkt von außen Nachforschungen anzustellen. Verdächtig ist jeder der neuen Männer an der Spitze: der ambitionierte neue Leiter Percy Alleline (Toby Jones), der selbstsichere Bill Haydon (Colin Firth), der unerschütterliche Roy Bland (Ciarán Hinds) und der Bürokrat Toby Esterhase (David Dencik). Auch Control hatte diese vier Männer unter Verdacht. Und noch einen fünften: Smiley selbst. Gemeinsam mit dem Chef der Außenagenten Peter Guillam (Benedict Cumberbatch) wühlt sich Smiley durch Controls Aufzeichnungen und spricht mit alten Mitarbeitern des Circus. Dann taucht auf einmal der in Istanbul vermisste Agent Ricki Tarr (Tom Hardy) auf und behauptet, er hätte Hinweise auf den Maulwurf.
Es ist schwer, die verschiedenen Handlungsstränge des Films einfach zusammenzufassen. Zwar wurde die weltbekannte Romanvorlage des britischen Spionageautors John le Carré an Komplexität für den Film etwas entschärft, doch bleibt es trotzdem eine Geschichte voller umfangreicher Verwicklungen. Und auch mit den Kürzungen oder Einschränkungen ist noch genug Material vorhanden, um der Erzählung an einigen wenigen Stellen das Tempo zu nehmen. Doch das war es glücklicherweise auch schon mit den negativen Anmerkungen.
Der schwedische Regisseur Tomas Alfredson hatte 2008 mit seinem Horrordrama So finster die Nacht international Aufsehen erregt. Für seine Adaption eines Spionageklassikers erhielt er von Autor le Carré die Anweisung, keine schnöde Verfilmung des Buches vorzulegen, sondern ein eigenständiges Werk. Diesen Handlungsspielraum nutzt Alfredson, um sich eher mit seinen Figuren auseinanderzusetzen als mit den äußeren politischen Konflikten ihrer Zeit. Dabei wechselt seine Inszenierung immer wieder gekonnt zwischen beklemmendem Kammerspiel und spannender Spionage-Erzählung. Er überträgt die - wie im Roman zum Großteil in Erzählungen und Rückblenden stattfindende - Handlung in ebenso kunstvolle wie stimmige Bilder, egal ob es sich um einen abhörsicheren Konferenzraum oder Außenansichten von Istanbul handelt.
Überhaupt sind die Mittel, die hier genutzt wurden, tatsächlich all jene, die seit jeher dazu dienen, einen Film auf höchstem Niveau zu produzieren. Auf nahezu allen Ebenen besticht Dame, König, As, Spion durch Atmosphäre, kontinuierlichen Stil und handwerkliche Perfektion. Das Szenenbild, der Schnitt, die Kostüme, die Musik (wie schon bei der letzten le-Carré-Verfilmung Der ewige Gärtner von Alberto Iglesias), die Soundeffekte. In diesem Film, in dem jede einzelne der Figuren gefährlich scheint, wirkt das schwelende Geräusch eines Zigarettenzuges so viel bedeutungsschwerer als es anderswo (selbst gut gemachte) CGI jemals könnte.
Inmitten dieses unsicheren Kosmos agiert eine beeindruckende Darstellerriege, allen voran natürlich Hauptdarsteller Gary Oldman (The Dark Knight, Bram Stokers Dracula). Über die Jahre hat er sich schon unzählige Charaktere zueigen gemacht, doch im Gegensatz zu seinen eher extrovertierten Rollen besticht George Smiley vor allem durch seine bedachte Ruhe. Mit extra angefuttertem Beamtenbäuchlein, silbrigen Haaren und großer Hornbrille, die Oldman vor Drehbeginn selbst aufspürte, ist er nicht mehr als ein alter Mann beim Spazierengehen, aber in seinem Inneren arbeitet es stetig. Genau wie ein erfahrener Schachspieler beobachtet er, überlegt und wartet gelassen auf den Moment des richtigen Zuges.
Man könnte noch Loblieder auf sämtliche weitere Darsteller singen, doch ich möchte nur einen noch besonders hervorheben: Tom Hardy (Inception, Bronson). Der gefragte britische Nachwuchsmime hat hier trotz seines kleinen Parts mehr Möglichkeiten für ein intensives Spiel als in bisherigen größeren Rollen und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Eine Darstellernominierung gab es dafür bereits, weitere werden mit Sicherheit folgen. Und auch die Vorfreude auf seinen Schurken Bane in Christopher Nolans nächstem Batman-Film The Dark Knight Rises darf man mit Vorfreude erwarten.
Dame, König, As, Spion ist ein intelligenter, komplexer und handwerklich makelloser Spionagethriller mit hervorragenden Darstellern. Die Suche nach dem Maulwurf und seine letztendliche Enttarnung sind nicht als klassisches Whodunit angelegt oder sollen am Ende gar schockieren. Vielmehr wird hier gezeigt, dass dieser Krieg im Verborgenen vor allem für alle Beteiligten ein intimer Kampf gegen jeden anderen Menschen ist. Keinem der Agenten im Film ist die Chance gegeben, Vertrauen, Nähe oder Glück zu genießen. Es ist ein sehr einsamer Job. Aber angeblich muss irgendjemand ihn machen.  Weitere interessante Filme
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