Der Pretty Woman-Regisseur Garry Marshall führt mit Happy New Year das Prinzip seines letzten Filmes Valentinstag fort: Zahlreiche Filmstars erleben an einem besonderen Tag, in diesem Fall Silvester, unterschiedliche Geschichten, wobei sich einzelne Episoden miteinander verknüpfen. Das Ergebnis ist ein echter Hassfilm, bei dem es schwer ist, sich festzulegen, was überwiegt: Der unerträgliche Kitsch, die haarstäubenden Logikfehler, die vorhersehbaren Handlungsabläufe, die den Zuschauer für dumm verkaufen, die hirnrissigen Dialoge oder die quälende Langeweile. Einen Feuerwerkskörper ins Gesicht zu bekommen macht mehr Spaß als dieser Silvesterfilm!
Es ist ein beliebtes Rezept für einen kommerziell erfolgreichen Film: Man nehme ein bis zwei Hände voll prominenter Schauspieler, stelle sie durch Episoden in eine Verbindung zueinander, verpacke diese (Liebes-)Geschichten mit einer großen Gemeinsamkeit, beispielsweise einem besonderen Tag wie Silvester, garniere das Ganze mit einer Menge Kitsch, dazu ein wenig harmlosem Witz und werfe den fertigen Dreckklumpen in die Kinos.
Im Fall von Happy New Year kostet das den Filmfreund, der sich vom Starensemble anlocken lässt oder sich einen angenehmen Kinoabend mit der Freundin verspricht, zwei Stunden Lebenszeit, die er nie wieder zurückbekommt. Sicherlich wäre das Gesehene als Special einer Sex and the City-Folge im Fernsehen für die entsprechende Zielgruppe noch ganz akzeptabel, einen Platz auf der Leinwand hat die Ansammlung krampfhaft miteinander verbundener Geschichten, von denen eine schlechter und kitschiger ist, als die andere, jedoch nicht verdient.
Alle Charaktere sind platte Stereotypen, die von den hauptsächlich routinierten Schauspielern immerhin recht solide verkörpert werden, wobei es jedoch kaum viel Spielraum für auffällige Fehler gibt. Selbst Jon Bon Jovi kann irgendwie als verweichlichter Rockstar Jensen überzeugen, wobei dies für ihn sicherlich kaum schauspielerisches Talent erfordert. Es würde den Rahmen sprengen, die einzelnen Episoden auseinander zu nehmen, also sei kurz zusammengefasst, dass so gut wie alle an den Haaren herbeigezogen, unglaubwürdig und im Grunde auch uninteressant sind. Es gelingt so gut wie nie, den Zuschauer zu berühren oder mit treffenden Pointen zu punkten.
Die einzige Episode, die in dieser Hinsicht noch einigermaßen durchgeht, ist die mit Robert De Niro. Seine Figur, ein im Sterben liegender, einsamer Mann, der die Fehler seines Lebens bereut, ist zwar abgedroschen, aber immerhin ernst zu nehmen und tatsächlich kurzzeitig bewegend. Leider hat De Niro aber nur eine sehr kurze Screen Time und die Tatsache, dass er sich praktisch so gut wie nicht bewegt, erfüllt auch nicht unbedingt die Erwartungen seiner Fans an seinen Auftritt im Film.
Bis auf ganz wenige Momente (es beschränkt sich insgesamt auf etwa eine Minute) gibt es kaum Humor, der zündet. In Erinnerung bleiben bestenfalls zwei Sidekicks in Form eines Automechanikers, der in zwei Szenen einige durchaus witzige Sprüche zum Besten geben darf, und einen putzigen polnischen Techniker, der die stehengebliebene "Balldrop-Kugel" reparieren soll. Damit war es das dann auch schon mit Witz und Originalität. Lächeln kann man dann frühestens wieder bei den Outtakes, die aber im Grunde genommen die Leidenszeit nur zusätzlich verlängern. Scheinbar stand die Präsentation der vielen Promis weit vor der Absicht, eine funktionierende oder gar spannende Geschichte zu erzählen. Letzten Endes ist vor allem fraglich, wie sich so viele große Namen auf ein - offensichtlich schon vom Drehbuch an - schlechtes Projekt einlassen konnten.