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Routinierter Militärgerichtsthriller mit Ashley Judd und Morgan Freeman, bei dem eine glückliche Ehefrau herausfindet, dass ihr Ehemann eine zwielichtige Vergangenheit hat.
Schauspielerin Ashley Judd hat es mit diesem Film endlich geschafft ihr eigenes Genre zu etablieren. Denn nach ihren beiden Auftritten in Denn zum küssen sind sie da und Doppelmord steht sie nun ein drittes mal als junge attraktive Frau vor der Kamera, die von null auf hundert in große Gefahr gerät und dann zur toughen Powerfrau mutiert. In dem Militärgerichtsthriller High Crimes - Im Netz der Lügen spielt sie Claire Kubik eine erfolgreiche und glücklich verheiratete Anwältin. Ihr Bild der idealen Familie wird auf den Kopf gestellt, als eine Spezialeinheit der Polizei das glückliche Pärchen beim Einkaufsbummel überwältigt und Claires Mann Ron einkassiert. Daraufhin erfährt sie, dass ihr Mann eigentlich Ron Chapman heißt und früher beim Militär war. Ihm wird zur Last gelegt, bei einem Einsatz in einem lateinamerikanischen Dorf mehrere Zivilisten kaltblütig ermordet zu haben. Claire fällt verständlicherweise aus allen Wolken, glaubt aber letztlich ihrem Mann, der seine Unschuld beteuert. Zusammen mit dem abgehalfterten Anwalt Charlie Grimes und dem jungen unerfahrenen Militäranwalt Embry übernimmt sie die Verteidigung und versucht ihren Mann rauszuboxen.
Das ganze Szenario von High Crimes - Im Netz der Lügen klingt im Ansatz recht vielversprechend, doch leider ist die Geschichte zu löchrig und zu stümperhaft inszeniert, als dass sie es mit Genreklassikern wie Eine Frage der Ehre aufnehmen könnte. Vor allem in den entscheidenden Szenen des Films mangelte es an Logik und vor allem Überzeugungskraft. Welcher halbwegs vernünftige Kinogänger schlägt nicht die Hände über dem Kopf zusammen, wenn der Anwalt der Verteidigung fröhlich frei bei einem Zeugen der Anklage einläuft, mit ihm einen drauf macht und dann von dem Zeugen die gewünschten Informationen auf dem Silbertablett präsentiert bekommt. In manchen Szenen, die der Zuschauer schon längst als ungefährlich enttarnt hatte, wurde künstlich versucht die Spannung hoch zu halten, was teilweise hochgradig lächerlich wirkte. Ebenso daneben war das Aussehen des bösen Buben, der so offensichtlich böse aussah, dass er eigentlich gar nicht böse sein konnte.
Das gut aufgelegte Filmduo Ashley Judd und Morgan Freeman, dass sich übrigens bereits bei Denn zum küssen sind sie da warmgelaufen hat, konnte den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Die beiden harmonierten gut und routiniert und machten das beste aus der Situation. Vor allem Morgan Freeman war wieder die Lässigkeit in Person und gefiel als cooler Biker und als gewiefter Anwalt, der ab und an zu tief ins Glas schaut. In der Rolle von Claires Ehemann Ron erleben wir Jim Caviezel, der die meiste Zeit damit beschäftigt war gut und unschuldig auszusehen. Regisseur Carl Franklin hat sich bei seinen bisherigen Arbeiten schon besser verkauft und inszenierte hier einen 0815-Thriller von der Stange mit ein paar weniger gelungenen Plottwists. Wem diese Art von Film liegt und wem bei ein bisschen Militär gleich warm ums Herz wird, der wird mit Sicherheit seinen Spaß bei High Crimes - Im Netz der Lügen haben. |