Der Dokumentarfilmer Michael Moore sucht nach Antworten auf seine Fragen über Amerikas Waffenpolitik und -gesetze.
Littleton und Erfurt - Begriffe, die vor einigen Jahren noch ganz "normal" waren. Doch in der heutigen Zeit ist das leider anders. Warum ist dies so? Warum töten Menschen sich gegenseitig? All' diese Fragen resultieren letztendlich aus der Überlegung, die auch Michael Moore anstrengt: "Warum werden in den USA jährlich durchschnittlich 11000 Menschen erschossen, obwohl in anderen Nationen ebenso viele Waffen im Umlauf sind?" Genau diese Frage stellt Moore in einem glänzend gemachten Film, der eine Mischung aus Interviews, TV-Schnipseln, Polizeivideos und Trickfilmen ist. Das Ergebnis ist der erste Dokumentarfilm, der nach 46 Jahren für das Programm des Internationalen Wettbewerbs des Filmfestival in Cannes ausgewählt wurde und zudem den Jury-Spezialpreis erhielt.
Moore sagt selbst, dass dies sein provokativster Film sei, den er bisher gemacht hat und genau so empfindet man auch als Zuseher. Es ist der Sarkasmus, der diesen Film so besonders und einzigartig macht: Ein amerikanischer Patriot (und das ist Michael Moore gewiss) ist gleichzeitig einer der führenden Sozialkritiker und nimmt den "American Way of Life" auf die Schippe! Angefangen von Original-Videokameraaufnahmen aus der Cafeteria der Columbine High School in Littleton bis hin zum Wohnzimmer von Hollywood-Legende und Waffenlobbypuppe Charlton Heston läßt der schwergewichtigte Moore keine Station aus um zu verstehen... zu verstehen, warum die Amerikaner so "waffengeil" sind. Er konfrontiert Menschen mit seinen Fragen, die eine 44er unter ihrem Kissen haben und erhofft sich Antworten. Doch irgendwie kann ihm diese keiner wirklich geben, denn es ist nicht das Internet, die Videospiele, das Fernsehen oder das Kino, das für die Morde verantwortlich ist; es ist auch nicht die Geschichte Amerikas. Aber was ist es dann? Genau diese Antwort such Moore in seinem grandiosen Film, der endlich mit Vorurteilen aufräumt und einem ab und zu sogar ein Schmunzeln über ein so ernstes Thema entlocken kann, dass man sich kurz darauf selbst schämt darüber zu lachen.
"Im Kino Angst zu bekommen, ist eine Sache. Manipuliert zu werden durch Nachrichtensendungen, Reality-TV oder einen Präsidenten, der dir sagt, dass es irgendwo einen federführenden Bösewicht gibt, der dich jederzeit töten kann, das ist eine ganz andere Sache." Michael Moore