Trotz eines fulminanten Startes gelingt es Accident nicht, auf ganzer Linie zu überzeugen. Dies liegt vor allem an dem unausgegorenen Drehbuch, das versucht, gleichzeitig sowohl ein chinesisches Mission Impossible als auch eine Neuinterpretation von Francis Ford Coppolas Der Dialog zu sein.
Der Film von Pou-soi Cheang beginnt mit einer gut gemachten Mission Impossible-artigen Sequenz, in der das Killerteam um Ho Kwok-fai einen Triadenboss ermordet. Die Elitekiller lassen es durch einen geschickten Plan so aussehen, als sei der Tod des Gangsters eine unglückliche Verkettung von Umständen. Dabei wird das Rad zwar nicht neu erfunden, dennoch weiß die Inszenierung durch gute und schnelle Schnitte zu gefallen.
Nachdem der zweite Auftrag nach ca. einem Viertel der Laufzeit, so wie es das Genre vorschreibt, misslingt, werden all jene enttäuscht sein, die nun darauf hofften, dass die Action erst richtig los geht. Denn jetzt ändert Pou-soi Cheang die Marschrichtung des Films in Richtung Abhör-Thriller.
Leider kann der Film ab jetzt nicht mehr wirklich überzeugen. Daran kann man aber weder dem Cast noch der Regie die Schuld geben, denn Hauptdarsteller Louis Koo liefert durch sein ruhiges Mienenspiel eine mehr als glaubwürdige Leistung ab. Genauso versteht es Pou-soi Cheang, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Das Problem des Films ist vielmehr, dass man ab jetzt im Großen und Ganzen nur noch einen schweigenden Mann beobachtet. Der Film wirft keine Fragen auf oder bietet eine Parallelhandlung. Irgendwie driftet die Handlung nur noch vor sich hin.
Auch wenn die (teils) überraschende Auflösung am Ende durchaus zu gefallen weiß, kann sie nicht über die vielen Längen des Films und vor allem nicht über die falschen Erwartungen, die der Anfang hinterlässt, hinwegtrösten. Doch die gute Leistung des Hauptdarstellers und die atmosphärische Inszenierung retten Accident dann doch noch ins Mittelmaß.