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Blutzbrüdaz

(Blutzbrüdaz, 2011)

Dt.Start: 29. Dezember 2011 Premiere: 29. Dezember 2011 (Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Musik
Länge: 87 min Land: Deutschland
Darsteller: Sido (Otis), Bobby Tight (Eddy Gangster), Tim Wilde (Facher), Milton Welsh (Fusco), Florian Renner (Philip), Claudia Eisinger (Jasmin), Alwara Höfels (Suzy), Alpa Gun (Adal), Tony D. (DJ Aziz), Liquit Walker (Marco B.), Haschim Elobied (DJ Desue)
Regie: Özgür Yildirim
Drehbuch: Nicholas J. Schofield, Jan Ehlert


Inhalt

Eddy und Otis sind die besten Freunde und wünschen sich eine gemeinsame Karriere als Rapper. Was ihnen dazu aber fehlt, sind die Kontakte in die Szene. Doch bei einem Freestyle-Battle wird die Hip-Hop-Legende Fusco auf die beiden Jungs aufmerksam und will von ihnen ein Demo-Tape. Da ihnen das Geld dazu fehlt, springt Kumpel Adal ein, um mit kriminellen Geschäften zu helfen. Der Aufwand lohnt: Das Tape schlägt ein, der Erfolg scheint zum Greifen nah, doch das belastet auch die Freundschaft.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Blutzbrüdaz hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 77%
Kurzkritik
von Lutz Granert
Wertung von 69 für Blutzbrüdaz

Nachdem Bushidos auf Zelluloid gebannte Autobiographie Zeiten ändern dich 2010 zum peinlichsten Film des Jahres avancierte, war bei Blutzbrüdaz mit seinem Homie Sido in der Hauptrolle wahrlich Schlimmes zu befürchten. Doch aufgrund eines Humors, der zur Milieuzeichnung von Rappern unter Migranten passt und einem Film, der sich selbst nicht zu wichtig nimmt, gelingt eine ebenso altbekannte wie funktionierende Geschichte von einer Freundschaft, die unter den Verlockungen des Kommerzes zerbricht. Klischees von kriminellen Türken, snobistischen Managern und einer materialistischen Freundin fallen bei den Nebenfiguren zwar deutlich auf, aber tun dem hohen Unterhaltungswert keinen Abbruch.

Kritik

von Andreas Jaschke
Blutzbrüdaz hat eine Wertung von 85%
Schon seit ewigen Zeiten sind die zwei Nachwuchsrapper Otis (Sido) und Eddy (B- Tight) befreundet. Besonders die Liebe zur Musik ist das verbindende Element. Doch leider haben sie keinerlei Kontakte zur Musikbranche, keinen Manager und vor allem: kein Geld. Doch dann geschieht das Wunder, denn ein Gigant am Hip-Hop- Firmament, Fusco (Milton Welsh), will tatsächlich ein Tape von ihnen! Und tatsächlich können sie mit der kräftigen Hilfe von Adal (Alpa Gun) ein erstes, noch improvisiertes Demotape erstellen. Und das schlägt auch noch ein wie eine Bombe. Dadurch wird natürlich die Branche auf sie aufmerksam, und der Musikmogul Facher (Tim Wilde) will mit ihnen sogar einen Megadeal besiegeln. Der Deal wird tatsächlich abgeschlossen, doch mit der Zeit erkennt Otis immer mehr, dass es niemandem mehr um ihre wahre Message geht, sondern nur um Geld. Und klar, es ist schön, Geld zu haben, aber zu welchem Preis? Und so entfernen sich die Freunde immer mehr voneinander.

Bild aus Blutzbrüdaz Ja, die 85% erstaunen mich auch. Aber ich muss ehrlich sein. Vergleicht man bei den zwei aktuellen deutschen Vorzeige-Rappern nur die Filme, dann steht es: Sido (Blutzbrüdaz) - Bushido (Zeiten ändern dich) 3:0, oder mehr. Woran liegt das?

Da haben wir zu aller erst die beiden Haupthelden. Offensichtlich hat Sido aus dem Misserfolg von Zeiten ändern dich gelernt, oder er nimmt sich einfach nicht so ernst. In jedem Falle gibt es eine hervorragende Selbstironie bei Sido, die alles köstlich leicht daher kommen lässt. Und dies gilt nicht nur für die Anfänge als Rapper, sondern tatsächlich auch fürs Urheiligtum des Mannes im Umgang mit Frauen. Bis auf eine blonde Thekenschlampe, die aber keine große Bedeutung hat, hat die Filmfigur keinen Pseudo-Erfolg bei Frauen, ja, Otis schaut sogar nach Wahrhaftigkeit und inneren Werten! Und im Gegensatz zu Bushido sind sogar die Herleitungen des Bedürfnisses nach Ruhm profaner Natur und nicht schwer und mit Pseudo-Ehre bestückt. Ganz toll.

Dass dem so ist, liegt natürlich besonders am guten Drehbuch von Nicholas J. Schofield und Jan Ehlert. Es hat sowohl auf der sprachlichen Ebene eine tolle Erdigkeit, als auch einen wirklich tollen Witz. Ich habe einige Male gelacht! Und trotzdem nimmt man die Figuren ernst. Das ist so leicht dahin gesagt, aber immer, wenn das bei einem Film so ist, spürt man es.

Zu guter letzt hebt sich der Film noch dadurch hervor, dass er einen tatsächlich glaubwürdigen Blick in die Musikbranche gibt. Wie weit kann ein junger Künstler gehen auf dem Weg zwischen sich-selbst-treu-bleiben und sich-verkaufen? Um einen herum nur oberflächliche Geldtypen, aber gerade diese haben das Sagen. Besonders in der heutigen Casting-Show-Zeit. Davon zeigt der Film wirklich etwas. Und dass als Spitze des Eisbergs sogar noch ein realer Medien-Titan, die Sony, angegriffen wird, erstaunt mich um so mehr. Ob das am mit Chuzpe beschlagenen Regisseur Özgür Yildirim oder an den Produzenten Fatih Akin und Oliver Berben lag? Egal. Der Soundtrack ist natürlich auch vom Feinsten.

Fazit: Eine gelungene Mischung aus Musikfilm, Komödie und Aufsteigerdrama, das Ganze in einem schrillen, echten Berlin - was will man mehr. Und nicht nur Sido- Fans können hier relaxt hineingehen. Die mit gutem Humor und toller Musik nie langweilig werdende Story um eine echte Freundschaft in der kalten Musikbranche ist für jeden sehenswert.



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