Schon von Beginn an ist dem Film von Gillian Armstrong deutlich anzumerken, dass man sich hier nicht einmal im Ansatz für die Person des berühmten Illusionisten Harry Houdini interessiert. Vielmehr wurde hier ein völlig uninspirierter, lauer Mix aus Drama, Liebesgeschichte und mystischem Thriller abgeliefert, der den Eindruck erweckt, dass man lediglich für den schnellen Euro auf den Zug erfolgreicher Magierfilme aufspringen wollte.
Nachdem Hollywood im Jahre 2006 mit Christopher Nolans Prestige - Die Meister der Magie und Neil Burgers The Illusionist die Kassen klingeln ließ, war es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Nachahmer auf den Markt kommen, die versuchen, auf dieser Welle zu schwimmen. Besonders schade ist das bei diesem Film, da die historische Persönlichkeit des Harry Houdini komplett verheizt wird, obwohl sie durchaus das Potenzial für einen spannenden Film hergeben würde.
Das Desinteresse des Drehbuchs von Brian Ward (Die Dolmetscherin) und Tony Grisoni (Fear and Loathing in Las Vegas) für Houdini könnte man ja noch durchaus verschmerzen, solange der Film dennoch überzeugen würde. Leider interessiert sich der Genremix aus Drama, Liebesgeschichte und Mystery-Thriller auch nicht für Spannung und Logik.
So werden Mary und Benji eingangs als Trickbetrügerinnen vorgestellt, die extrem raffiniert zu Werke gehen - doch kaum haben sie sich beim dem Mann eingeschlichen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, jedes Medium als Bauernfänger zu enttarnen, scheinen Sie sich keine Mühe mehr zu geben. Mehrmals werden sie dabei erwischt, wie sie in das Zimmer einbrechen. Doch das Drehbuch stellt schnell klar, dass das eigentlich auch egal ist, denn Houdini lässt sich jedes Mal mit einer Ausrede abspeisen und gut ist. Dies mutet für den vernunftbegabten Zuschauer schon ein wenig seltsam an.
Dazu kommt noch die Tatsache, dass man es nicht einfach bei einem Film belassen konnte, bei dem es um Betrug geht. Sondern man musste irgendwie einen mystischen Touch hinzugeben, der kurz am Anfang (in einem Satz) thematisiert wird, um dann am Ende für die "wahnsinnig große" Überraschung zu sorgen. Dieser brillante Einfall sorgt letztlich dafür, dass die Geschichte gegen Ende auch noch ihr letztes bisschen Glaubwürdigkeit verliert.
Leider sind das allerdings auch die guten Szenen des Films. Denn immerhin passiert hier wenigstens etwas. Die meiste sonstige Zeit plätschert der Film einfach so vor sich hin, ohne dass sich wirklich etwas ereignet. Im Prinzip kann man durchaus während des Films mal ein kurzes Nickerchen machen, ohne etwas zu verpassen. "Tödliche Langeweile" wäre vielleicht ein besser beschreibender Titel gewesen.
Allerdings macht es einem nicht nur das Drehbuch schwer, Sympathien für die Geschichte oder die Charaktere zu entwickeln. Die Darsteller tun ihr Übriges dazu, um Tödliche Magie zu einem schlechten Film zu machen. Hauptdarstellerin Catherine Zeta-Jones spielt die Figur der Mary auf eine derart unangenehm zickige Weise, dass man das Gefühl bekommt, Mary ist ein trotziges vierjähriges Kind.
Auch Houdini-Darsteller Guy Pearce bietet keine Glanzvorstellung. Eher wirkt er die gesamte Filmlänge ein wenig so, als hätte er sich als Hugh Jackman verkleidet. Leider schafft er es nicht einmal im Geringsten, auch nur annähernd eine vergleichbar mystische Präsenz wie Jackman um sich aufzubauen. Vielmehr erweckt er durch sein Herumgezappel den Eindruck, dass Houdini hyperaktiv ist.
Einziger Lichtblick ist Timothy Spall, der als Houdinis Manager Sugarman eine durchaus gute Figur macht. Leider sieht das Drehbuch für ihn nur wenig Raum vor, seine interessante Figur aus zuspielen.