Red Tails Poster

Film-Seite zu Red Tails
Trailer zu Red Tails
Poster zu Red Tails
Charts-Statistiken zu Red Tails
PDF zu Red Tails

Red Tails

(Red Tails, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

55%



Inhalt

Während des Zweiten Weltkriegs kämpft die Truppe des Tuskegee-Trainingsprogramms ihren eigenen Krieg innerhalb der Grenzen Amerikas. Die komplett aus schwarzen Piloten bestehende Lufteinheit muss sich trotz ihrer bestausgebildeten Fähigkeiten gegen Diskriminierung zur Wehr setzen. Doch als die Verluste in Europa größer werden, bekommen sie die Chance, sich in einer lebensgefährlichen Mission zu beweisen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

55%

Nicht mehr lange und die Geschehnisse im II. Weltkrieg werden nur noch Notizen in Geschichtsbüchern sein. Dennoch bleiben dieser grausame Konflikt und das Gräuel des Naziregimes für die Filmindustrie ein geradezu unerschöpflicher Pool, aus dem sie immer weiter schöpfen können. Red Tails erzählt die wahre Geschichte einer rein afroamerikanischen Fliegerstaffel, die zuerst unter Vorbehalten geduldet, sich bald zu einer tragenden Säule der US-Air Force entwickelte. Sehenswerte Luftkämpfe, dank beeindruckender Computereffekten, überdecken eine antiseptische Inszenierung, die außerhalb der Flugeinlagen kaum einmal zu fesseln vermag.

Bild aus Red Tails Fällt der Name George Lucas, denkt der Cineast gleich unwillkürlich an Star Wars oder Indiana Jones. Der Meister innovativer Spezialeffekte hat aber sicherlich noch ein wenig mehr als das auf der Filmrolle, obwohl diese beiden Kultreihen sicherlich den Löwenanteil seiner Schaffenskraft beanspruchten. Ein Herzensprojekt von ihm, wie er schon mehrfach beteuerte, gelangt nun mit Red Tails in die Kinos, den Lucas mitproduzierte. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Kriegsfilm und Diskriminierungsdrama.

Im II. Weltkrieg dienten Hunderttausende von Afroamerikanern. Ein Aufstieg in höhere Ränge war ihnen aber meist verwehrt. Für das US-Oberkommando wäre es geradezu verheerend gewesen, wenn plötzlich schwarze Offiziere weißen Soldaten Befehle erteilt hätten. Abgesehen davon, dass viele weiße Soldaten dann womöglich nicht gehorcht hätten, wäre in den 1940er Jahren in der Öffentlichkeit dafür kaum Verständnis vorhanden gewesen. Deshalb dienten die meisten Farbigen auch in Nachschub- und Logistikeinheiten und als Wachmannschaften. In der Navy war es noch schlimmer: Dort durften Schwarze lediglich als Küchenpersonal dienen.

Red Tails erzählt die Geschichte einer Fliegerstaffel, die aus rein afroamerikanischen Piloten zusammengesetzt war, den Tuskegee Airman, die das Heck ihrer Maschinen rot anzumalen pflegten, weshalb sie auch den Rufnamen Red Tails erhielten. Zu Beginn als Experiment gedacht, um überhaupt zu ermitteln, ob Schwarze grundsätzlich als Kampfpiloten taugten - schließlich gab es seinerzeit in den USA eine Reihe von eugenischer Literatur, die Schwarzen viele mentale wie physische Fähigkeit absprach, die für den Kampfeinsatz als unerlässlich galten - wurden sie bis Kriegsende zu einer der am höchst dekorierten Staffeln überhaupt. Sie verzeichneten eine überragende Abschussquote und verloren, als Geleitschutz eingesetzt, keinen einzigen Bomber.

Die zugrunde liegende historische Wahrheit ist sicherlich einer filmischen Aufarbeitung wert. 1995 erschien beispielsweise Die Ehre zu fliegen mit Laurence Fishburne, eine Low-Budget Produktion, die sich bereits dieser Story widmete. Allerdings ermangelte es dem Film seinerzeit, der schauspielerisch durchaus überzeugen konnte, an technisch überzeugenden Luftkämpfen. Red Tails kann sich in diesem Punkt - dank 60 Millionen Dollar, die Lucas teils aus eigener Tasche in den Film pumpte - hingegen mehr als sehen lassen. Wer sich also nicht an konsequent eingesetztem CGI und einem Hauch von Computerspiel-Ästhetik stört, erlebt knackige Duelle und Luftschlachten am Firmament, bei denen zuweilen das Gefühl aufkommt, selbst im Cockpit zu sitzen.

Damit erschöpft sich jedoch auch schon die allermeiste Herrlichkeit des Films. Mit den historischen Fakten wird es zuweilen nicht allzu genau genommen - was fürs Hollywoodkino nichts Neues darstellt. Differenzierte Aussagen über den Krieg sowie diese Zeit als solches bleiben gleich komplett aus, und auf eine Reflexion darüber, dass selbst gerechtfertigte Gewalt immer nur die allerletzte Konsequenz sein sollte, wird man ohnehin vergeblich warten. Die Nazi-Piloten sind zudem grenzwertig stereotyp gezeichnet und geben im Darth-Vader-Duktus immer wieder die gleichen tumben Sätze von sich. Schlimmer noch als das ist aber der Inszenierungsstil, der an eine intensitätsarme Spieldoku erinnert, sodass die Handlung selten zu emotionalisieren vermag, was dem Film grundsätzlich gut getan hätte. Und zuletzt kommt nicht einmal das Ausgrenzungs- und Diskriminierungsthema derart zur Geltung, wie es für diesen Film prinzipiell unerlässlich gewesen wäre.

Bekanntestes Gesicht von Red Tails ist Cuba Gooding Jr., der gemeinsam mit Robert De Niro im Jahre 2000 im Biopic/Militärdrama Men of Honor spielte, das gleichfalls von der Benachteiligung von Afroamerikanern bei den US-Streitkräften handelte; damals allerdings bei der Navy anstelle der Air Force. In puncto Intensität und Dramatik fällt Red Tails im Vergleich dazu eindeutig um Längen ab. So mag für Lucas sein "Herzensprojekt" zwar nun wahr geworden sein, Begeisterungsstürme oder nachhaltige Erinnerungswerte wird der Film aber kaum erzeugen können.

Keine weitere Wertung


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Der rote Baron
Dt. Start: 10. Apr 2008
Vorschlag entfernen
Flyboys - Helden der Lfte
Dt. Start: 10. Mai 2007
Vorschlag entfernen
 
 

 

© 2014 MovieMaze.de