Testosteronhaltiger Actionkracher mit Kraftpaket Vin Diesel als Geheimagent mit dem Auftrag die Welt zu retten.
Da man geschniegelte Geheimagenten heutzutage nicht zum Rammstein-Konzert schicken kann, ohne dass sie acht Kilometer gegen den Wind auffallen, muss der Nachrichtendienst von Welt neue Agenten rekrutieren. So einfach ist die magische Formel, deren Resultat das absolute Gegenteil des altbewährten 007 ist. Denn Xander Cage alias xXx - Triple X ist ein muskulöser, tätowierter, unkultivierter und krimineller Extrem-Sportler der eigentlich gar keinen Bock hat die Welt zu retten, aber sich dann doch erbarmt, bevor er in den Knast wandert. Gespielt wird Xander von Vin Diesel, der zuletzt in The Fast and the Furious durch die Kinosäle heizte und sich nun endlich als neuer Actionheld Hollywoods etabliert hat. Mit seinem imposanten Auftreten, seiner markanten Stimme und seiner Coolness gelingt es ihm perfekt den Inbegriff von Männlichkeit zu transportieren und dem lässigen Anti-Bond Leben einzuhauchen.
Auch ein Xander Cage wird nicht im Vorbeigehen vom coolen Extrem-Sportler zum Geheimagenten umgeschult und bekommt deshalb mit dem erfahrenen NSA-Agenten Gibbons einen Ausbilder und Mentor an die Hand. Dieser lässt ihn zunächst einen Überfall in einer Bar entschärfen und setzt ihn dann mitten in Kolumbien aus, wo er sich im Kreuzfeuer von Drogenkartellen und Militär behaupten muss. Nach dieser kleinen Aufwärmübung geht es zum richtigen Einsatz, der Xander Cage ins schöne Prag führt, wo er die Organisation "Anarchy 99" infiltrieren und unschädlich machen muss. Nach guter alter Bond-Manier will diese Gruppe und ihr fanatischer Anführer Yorgi die Weltherrschaft an sich reißen und schmiedet dafür auf einem entlegenen Schloss einen fiesen Plan. An dieser Stelle noch mehr Worte und Gedanken an den Inhalt zu verschwenden wäre vertane Liebesmüh, denn xXx - Triple X konzentriert sich mehr auf die halsbrecherische Action als auf einen ausgeklügelte Story.
Neben Vin Diesel arbeiteten noch zwei weitere Macher des Überraschungserfolges The Fast and the Furious für diesen Film. Zum einen Produzent Neal H. Mortiz und zum anderen Regisseur Rob Cohen, der es erneut blendend verstand, seinen Hauptdarsteller in Szene zu setzen. Die beiden hatten keine Skrupel, sich bei James Bond zu bedienen und aus den gekupferten Ideen ein wahres Actionfeuerwerk zusammenzustellen. Dabei setzten sie auf bleihaltige Luft, Explosionen und abgedrehte Stunts, die zwar meist der Logik entbehren, aber dafür das Herz eines jeden Action-Freaks höher schlagen lassen. Egal was Xander anpackt, nichts kann "normal" oder unspektakulär von staten gehen. Sei es die Flucht vor den Kugel des kolumbianischen Militärs, die er per Motorrad antritt und über Häuser und Stacheldrähte hinwegfliegt oder das Zerstören eines Sendemasten, den er kurzerhand per Lawine lahm legt.
Bei xXx - Triple X jagt eine Actionsequenz die nächste, was dem Zuschauer gar nicht die Möglichkeit gibt, über die etwas löchrige Story nachzudenken (sofern er das überhaupt will). "Höher, schneller, weiter" lautet die Devise dieses Films, dessen Funke sofort überspringt und das Publikum mitreißt. Wer sich genervt abwendet, wenn er einen Stuntman oder Logikfehler entdeckt, der ist bei diesem Film so fehl am Platze, wie Dieter Bohlen bei der Verleihung des Literaturnobelpreises. Wer sich dagegen knappe zwei Stunden Fun und Action zu Gemüt führen will, der ist nirgendwo besser aufgehoben als bei xXx - Triple X. Wir freuen uns auf einen hoffentlich genauso coolen zweiten Teil, der ja seit langem beschlossene Sache ist und mit dem typischen Bond-Ende nicht besser hätte vorbereitet werden können.