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Der große Buck Howard

(The Great Buck Howard, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 19. August 2011
Premiere: 18. Januar 2008 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Drama
Länge: 90 min Land: USA
Darsteller: John Malkovich (Buck Howard), Colin Hanks (Troy Gable), Emily Blunt (Valerie Brennan), Ricky Jay (Gil Bellamy), Steve Zahn (Kenny), Tom Hanks (Mr. Gable), Griffin Dunne (Johnathan Finerman), Debra Monk (Doreen), Adam Scott (Alan Berkman), Patrick Fischler (Michael Perry), Wallace Langham (Dan Green), Jonathan Ames (Edward Kelly), Jacquie Barnbrook (Sheila Heller)
Regie: Sean McGinly
Drehbuch: Sean McGinly


Inhalt

Der Jurastudent Troy Gable hat sein Studium satt. Von der Langeweile getrieben, bewirbt er sich auf eine wunderliche Stellenanzeige. Der TV-Star und Mentalmagier Buck Howard sucht einen persönlichen Assistenten. Troy bekommt den Job. Dies ist sicherlich nicht die Zukunft, die sich Troys kleinbürgerlicher Vater vorgestellt hat. Auch beim Mentalmagier Buck selbst läuft es nicht mehr so rund. Er plant ein großes Kunststück, um wieder im Licht der Bühne zu stehen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Der große Buck Howard hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 65%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Carmen Porschen
Der große Buck Howard hat eine Wertung von 65%
John Malkovich als eigenwilliger Mentalmagier steht im Mittelpunkt bei Der große Buck Howard, bei dem Sean McGinly nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch geschrieben hat. Dabei geht es eigentlich um Troy, der auf der Suche nach beruflicher und privater Erfüllung Assistent beim alternden TV-Star wird. Seine Entwicklung wird allerdings mehr und mehr vernachlässigt für eine eher banale Handlung. Dank Darstellern wie Tom Hanks, Emily Blunt und Steve Zahn schafft es der Film dennoch zu unterhalten. Eine wahre Erkenntnis geht daraus aber nicht hervor, obwohl diese Erwartung anfangs durchaus aufgebaut wird.

Bild aus Der große Buck Howard Sein Vater hat für den jungen Troy bereits alles festgelegt: Ein Jurastudium an einer angesehenen Uni soll den erfolgreichen Lebensweg ebnen. Doch Troy erkennt, dass er damit nicht glücklich wird. Er will selbst herausfinden, was der richtige Job für ihn ist. Also schmeißt er das Studium - ohne Wissen des Vaters natürlich - und meldet sich auf eine außergewöhnliche Stellenanzeige: Der Mentalmagier Buck Howard sucht einen neuen persönlichen Assistenten. Troy kommt bei dem TV-Star mit dem schwungvollen Händedruck gut an und erhält den Job. Fortan geht er mit Howard auf Tour quer durch die USA, zunächst wird er noch vom bisherigen Assistenten angeleitet, wenig später muss er seine Aufgaben eigenverantwortlich ausführen: Lichtdouble spielen, die Unterbringung im Hotel organisieren und die Auftritte im Auge behalten. Die Tricks des Magiers erfährt Troy dabei nicht, doch genau das erhält in ihm die Faszination für den undurchsichtigen Howard.

Eher wenig Erfahrung hatte Sean McGinly bisher mit der Regie von Spielfilmen. Stattdessen hat er schon eine Reihe von Drehbüchern geschrieben, bevorzugt zu weniger bekannten Actionfilmen. Nun bekam er allerdings für die Komödie Der große Buck Howard, dessen Drehbuch auch seiner Feder entstammt und durch die Erfahrungen als Road-Manager des "Erstaunlichen Kreskin" inspiriert wurde, ein wahres Star-Ensemble zusammen. Diesem ist es auch zu verdanken, dass dieser Film einigermaßen sehenswert ist. Allen voran der grandiose John Malkovich (R.E.D. - Älter, härter, besser), der den großen Buck Howard hervorragen spielt. Wie er seine altersschwache Show auch in den kleinsten Provinz-Turnhallen abzieht, als sei es die beeindruckendste Show Las Vegas', ist schon unterhaltsam anzusehen. Wie er gekonnt darüber hinwegtäuscht, in Wirklichkeit ein einsamer Mensch ohne Heimat zu sein, ist faszinierend. Die Gefühle für diese Figur schwanken ständig zwischen Mitleid und Anerkennung, es fällt schwer, sich letztlich für eine dieser Seiten zu entscheiden.

Gegen Malkovichs gutes Spiel hat Colin Hanks (Nix wie raus aus Orange County), in der Rolle des neugierigen Troys, der eigentlich auf der Suche nach einem Lebensziel ist, wenig Chancen. Das mag einerseits an seiner schauspielerischen Leistung liegen, ist aber vielleicht auch der Geschichte geschuldet. Was in den ersten fünf Filmminuten noch so originell und visuell spannend beginnt, gleitet anschließend in eine eher schnörkellose und wenig fantasievolle Handlung ab. Der Druck, den der Vater, gespielt von Colins echtem Vater Tom Hanks, ausübt, wird kaum weiter thematisiert. Nach einem kurzen, ernsten Aufeinandertreffen der beiden zieht Troy einfach sein Ding durch und das war es. Auch ansonsten wird bei Troy keine echte Entwicklung deutlich. Er assistiert Howard so gut er kann, macht sich immer wieder Gedanken über dessen Tricks und erkennt schließlich, wie einsam er trotz des alten Ruhms ist. Was das für sein eigenes Leben bedeutet, wird nicht sonderlich gut herausgearbeitet und die Beziehung zu Valerie, die sich während einiger Tour-Haltepunkte um die PR-Arbeit kümmert, ist ebenfalls eine Randnotiz. Beide haben ihren Spaß und mehr nicht.

Vielleicht hätte Regisseur McGinly das Konzept der Eingangssequenzen beibehalten, beziehungsweise noch einmal mit einfließen lassen sollen, denn das war ein gutes Mittel, um Troys Gedankenleben darzustellen. Ein junger Mann studiert auf Wunsch des Vaters und vermisst gerade deswegen die große Freiheit - eine Standard-Situation, an der sich die Handlung näher hätte orientieren sollen. Doch dieser Grundgedanke verliert sich immer mehr und so wird Der große Buck Howard eine eher banale Komödie, die von Malkovichs gelungener Darstellung eines Magiers getragen wird, dessen Glanzzeiten längst vorbei sind, aber der alles daran setzt wieder nach ganz vorne zu kommen. Für einen herausragenden Film reicht das nicht, aber immerhin ergeben sich ein paar witzige und skurrile Dinge, die für solide Unterhaltung sorgen. In Nebenrollen sind nicht nur Tom Hanks und Emily Blunt (Wolfman, Sunshine Cleaning) zu sehen, sondern auch Steve Zahn (National Security) als Provinzei. All diese Darsteller hauchen dem Film Leben ein und machen die Schwächen im Drehbuch einigermaßen wett. Somit bleibt eine nette Komödie, die nicht sonderlich originell ist, aber durchaus für kurzweilige Unterhaltung sorgt.



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