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Offroad

(Offroad, 2012)

Dt.Start: 12. Januar 2012 Premiere: 12. Januar 2012 (Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Action, Komödie
Länge: 98 min Land: Deutschland
Darsteller: Nora Tschirner (Meike Pelzer), Elyas M'Barek (Salim), Maximilian von Pufendorf (Philip Kempermann), Tonio Arango (Tuschi), Thomas Fränzel (Julian 'Jule'), Stefan Rudolf (Ulf), Dominic Raacke (Vater Pelzer), Leslie Malton (Mutter Pelzer), Axel Milberg (Schanowski)
Regie: Elmar Fischer
Drehbuch: Elmar Fischer, Susanne Hertel


Inhalt

Ist das Leben planbar? Diese Frage stellt sich für Meike Pelzer, denn bisher hätte sie hierauf einwandfrei mit "Ja" geantwortet. Doch dann erwischt sie ihren Verlobten im Bett mit ihrer besten Freundin und gerät an einen Jeep, mit dem vorher Drogen geschmuggelt wurden. Zusammen mit ihrem Freund Salim macht sie sich auf einen irrwitzigen Road-Trip.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Offroad hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 21%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Offroad hat eine Wertung von 21%
Der vielgescholtene deutsche Film birgt manch eine verborgene Perle. Schauspielern wie Til Schweiger, Moritz Bleibtreu, Matthias Schweighöfer oder der weiblichen Universalwaffe Nora Tschirner, die von der Ijon Tichy-Halluzinelle bis zu Zweiohrküken überall vertreten ist, landen immer wieder überraschende Hits. In Elmar Fischers dritter Regiearbeit Offroad mimt nun die stets gern gesehene Tschirner die spießige Meike Pelzer, auf neuer Sinnsuche mit 50 Kilo Koks im Gepäck. Klingt schräg, der Film begibt sich aber insgesamt auf solch einschläfernde Pfade, dass sich der Kinogang getrost gespart werden kann.

Bild aus Offroad Meikes Leben ist alles andere als außergewöhnlich. Höchstens außergewöhnlich bieder. Sie arbeitet nach ihrem erfolgreich abgeschlossenem BWL-Studium im elterlichen Betrieb, der eine Art Monopolist in Sachen Grasfangsäcke für Rasenmäher ist, und will demnächst ihren Langweiler von Verlobten ehelichen, der als Anwalt tätig ist. Kurz bevor das Leben mit 30 aber endgültig ins Trockendock überführt wird, erlaubt sie sich einen kleinen Ausreißer. Auf einer Zollauktion ersteigert sie einen prolligen texanischen Geländewagen samt krönenden Büffelhörnern, der nicht nur zu teuer war, sondern ihren Verlobten alles andere als entzückt. Kurioserweise finden sich gleich ein paar merkwürdige Vögel ein, die Meike die Kiste gleich wieder abkaufen würden - auch für das Doppelte. Meike will das Benzinmonster aber auf jeden Fall behalten, auch dann noch, als die "Interessenten" ihrem Anliegen Nachdruck verleihen.

Kurz nach dieser seltsamen Begegnung wird ihre heile Welt richtig aus den Fugen gehoben, als Meike ihren Verlobten auf frischer Tat mit ihrer besten Freundin ertappt. Da kommt es Meike schon regelrecht gelegen, dass sie kurz zuvor unter der Kofferraumverkleidung des Geländewagens 50 Kilo Kokain gefunden hatte. Wenn man das in bare Münze umsetzen könnte, wäre es sicher möglich, ein neues Leben zu beginnen; fernab der Heimat und ohne Ex-Verlobten. Meike hat allerdings keinen Schimmer, wie man Drogen vertickt, schon gar nicht einen Zentner auf einmal; und die Zeit eilt, angesichts dessen, dass ein paar übellaunige Typen hinter dem Koks her sind, die wenig Spaß verstehen.

Die Konzeption des Films mag entfernt an True Romance erinnern. In beiden Filmen stehen zwei Figuren im Mittelpunkt, die darum bemüht sind, ihren Platz im Leben zu finden. Im Klassiker aus dem Jahre 1993 verkörperte Christian Slater einen ausgesprochenen Nerd, in Offroad mimt Tschirner das genaue Gegenteil: eine Biederfrau. In beiden Filmen bringt aber eine große Menge Koks die Handlung erst richtig ins Laufen. Weitere Gemeinsamkeiten sind die Mischung aus Roadmovie, Thriller, abseitiger Komödie und schräger Romanze. So tarantinoesk aber Offroad gerne wäre, mit der wörtlichen Benennung der Gemeinsamkeiten erschöpft sich alles Gemeinsame bereits.

Offroad gehört zu der Sorte Film, die mittelprächtig beginnen und im Verlauf konsequent nachlassen, sodass der Zuschauer nach gefühlten Stunden gelangweilt bis halb eingeschläfert aus dem Kinosaal stolpert. Die Gags sind flach und spärlich gestreut, die Wendungen sollen extravagant bis cool wirken, lösen aber nicht mehr als ein Kopfschütteln über die Unverfrorenheit aus, für so etwas an der Kinokasse Geld verlangt zu haben. Wirr mäandert die Handlung durch den Berliner Großstadtdschungel, in dem die Protagonistin versucht, die Drogen zu versilbern, während ein paar absonderliche Gesellen (mit Pseudokiller-Allüren) hinter ihr her sind. Zur Seite steht ihr währenddessen Salim (Elyas M'Barek), ein Türke, der sie zusammenflickte, nachdem sie versuchte, als Straßendealerin das Zeug unters Volk zu bringen und dabei ordentlich vermöbelt wurde.

Vom Klischee, dass die Sache mit den Drogen wieder mal ein Türke richten muss, mal abgesehen, darf sicherlich hinterfragt werden, wie sinnig es ist (und speziell für diese Figur auch, wie glaubwürdig), sein Leben neu ordnen zu wollen und dazu gleich mal mit dem Verkauf von 50 Kilo kolumbianischem Nasenpuder loszulegen. Von der Wirkung, die in True Romance mittels des genialen Drehbuchs und dem grotesk satirischen Ton erzielt wurde, kann Offroad bestenfalls träumen. Jegliche Originalität verpufft wie ein nasser Knallfrosch, sofern davon überhaupt die Rede sein kann.

Charme hat in diesem öden Genremix bestenfalls noch der Score, ansonsten mangelt es in diesem kruden Werk an einigem: vor allem aber an einer durchdachten Story und an (komödiantischen) Höhepunkten. Selbst Tschirner, die im Prinzip wieder mal das nette Mädel von Nebenan gibt, muss sich über die (mangelnden) Qualitäten des Films bewusst gewesen sein, so lustlos wie sie ihren Part runterleiert. Man wird das Gefühl nicht los, dass ihr Mitwirken mehr eine Art Freundschaftsding war, sich selbst damit aber bestenfalls einen Bärendienst erwies. Offroad reiht sich somit nahtlos in die lange Liste Zelluloid-Desaster ein und liefert den Kritikern des deutschen Films wieder mal genau das, was sie an Zündstoff brauchen.



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