Unsere Erinnerungen formen die Person, die wir sind. Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, die Dinge, die wir erlebt haben, und auch die Emotionen, die wir gefühlt haben, haben uns an einen bestimmten Punkt gebracht. Wie viel anders wären wir, wenn wir all das vergessen würden? Würden wir über kurz oder lang die gleichen Entscheidungen treffen? Oder die gleiche Liebe erleben? Vor allem letzterer Frage widmet sich dieser wunderbare Film.
Paige und Leo sind ein glücklich verheiratetes und verliebtes Paar. Doch nach einem Autounfall kann Paige sich an nichts davon erinnern. Ihr Langzeitgedächtnis mit den Erinnerungen eines früheren Lebens ist intakt, aber sämtliche Jahre mit Leo sind völlig vergessen. Dieser setzt nun alles daran, das Herz seiner großen Liebe erneut zu erobern. Das gestaltet sich mehr als schwierig, denn Paiges altes Leben scheint sie einzuholen.
Was nach einer typischen Hollywood-Lovestory klingt, wie man sie vielleicht sogar schon gehört hat, ist weit davon entfernt. Diese Lovestory ist tatsächlich aus dem Leben gegriffen. Mitte der Neunziger erregte die Geschichte von Kim und Krickitt Carpenter große Aufmerksamkeit in den amerikanischen Medien. 15 Monate lang kämpfte Kim erneut um die Liebe seiner Frau, die sich aufgrund einer Amnesie nicht mehr an ihre Ehe erinnern konnte und bis heute auch nicht kann. Doch sie verliebte sich erneut in ihn und noch immer sind die beiden glücklich verheiratet.
Es ist fast verwunderlich, dass es nach der umfangreichen Berichterstattung in den USA dann doch so viele Jahre gedauert hat, bis Hollywood eine Verfilmung dieser wahren Liebesgeschichte auf die Beine gestellt hat. Doch umso gelungener ist diese dafür ausgefallen. Die ohnehin schon starke Geschichte wurde noch um eine weitere Spannungskomponente erweitert. Paiges Eltern, von denen sie sich, noch bevor sie Leo kennengelernt hat, abgewendet hat, nutzen ihren Gedächtnisverlust, um sie wieder für sich zu gewinnen. Das macht Leos Kampf erheblich schwieriger, da Paige die Erinnerungen an dieses alte Familienleben im Gegensatz zu den Erinnerungen an ihn noch sehr bewusst sind.
Schauspielerisch hat man hier zwei der aktuell beliebtesten Newcomer vor der Kamera vereint. Rachel McAdams hat hier nach bereits vielseitig gelobten Darstellungen, z.B. in Girls Club - Vorsicht bissig! oder Red Eye, noch mehr Gelegenheit, zu zeigen, dass sie Potenzial hat, während Channing Tatum (Step Up, G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra) nachgesagt wird, dass er hauptsächlich wegen seines Aussehens besetzt wird. Tatsächlich wirkt er oft wie ein etwas grobschlächtiger Klotz, doch es passt. Besonders bei der einen oder anderen Entscheidung, die Leo trifft und die einfach nicht die Schlaueste ist. Doch diese Schwächen machen sowohl dieser als auch der Schauspieler Tatum mit Motivation und Beharrlichkeit wieder wett.
Die Chemie zwischen den beiden scheint anfangs allerdings nicht so recht zu stimmen. Der Rückblick auf ihr Kennenlernen und Verlieben bis zur Heirat wirkt fast hölzern, der Funke springt einfach nicht über. Doch ironischerweise schafft das die perfekte Basis für den weiteren Verlauf, wenn die beiden sich plötzlich sehr fremd sind. Während Leo um die Liebe seiner Frau kämpft, die er nicht mehr wiedererkennt, und Paige sich nur an ein Leben ohne ihn erinnern kann, scheint sich tatsächlich langsam etwas zwischen den beiden zu entwickeln, wenn auch mit enormen Schwierigkeiten.
Für immer Liebe ist keine der am Laufband produzierten romantischen Komödien, sondern eine ernsthafte Liebesgeschichte, der es ohne zuviel unnötigen Kitsch gelingt, wirklich zu berühren. Darüber hinaus geht es auch darum, ob wir bei einer zweiten Chance in unserem Leben die gleichen Entscheidungen noch einmal treffen würden. Und darum, dass wir in jedem Falle immer selbst die Wahl haben.