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On the Run

(La proie, 2011)

Durchschnittliche Redaktionswertung

52%



Inhalt

Franck Adrien sitzt im Gefängnis. Nur noch drei Monate Haftstrafe trennen den flinken Berufsräuber von Frau und Tochter und von seiner letzten großen Beute, die er sicher an einem geheimen Ort versteckt hat. Als sein ängstlicher Zellengenosse Jean-Louis Maurel von anderen Häftlingen bedrängt wird, eilt er zur Hilfe und erhält dafür weitere Haftzeit. Weil Franck sich nicht nur von früheren Komplizen, korrupten Wärtern und brutalen Mithäftlingen, sondern auch seine Familie durch einen Serienkiller gefährdet sieht, ergreift er die Flucht. Auf seine Fersen heftet sich Kommissarin Claire Linné.

Kritik

von Asokan Nirmalarajah

Wertung Kritik

52%

Daheim ist es doch am schönsten: 2004 folgte der französische Filmemacher Eric Valette, beflügelt durch den internationalen Erfolg seines Langfilmdebüts, des atmosphärisch dichten, grotesken Fantasy-Horrorfilms Maléfique (2002), dem Ruf nach Hollywood. Das Ergebnis war der enttäuschende Horror-Thriller Tödlicher Anruf, das völlig missratene Hochglanz-Remake eines japanischen Kassenerfolgs. Nach einem Ausflug ins Polit-Thriller-Genre mit der französischen Produktion Staatsfeinde - Mord auf höchster Ebene (2009) und einem weiteren englischsprachigen Horror-Debakel (Hybrid 3D, 2010), besinnt sich Valette mit dem routinierten Action-Drama On the Run endlich wieder auf seine Stärken: Wie in Maléfique ist der Ausgangsschauplatz des schnörkellosen, dynamischen Thrillers ein Gefängnis, dessen Klaustrophobie und Spannung Valette hier auch jenseits der Gefängnismauern aufrecht erhalten kann.

Bild aus On the Run Im Unterschied zum englischen Verleihtitel On the Run, den Eric Valettes gradliniger, völlig unprätentiöser Mann-auf-der-Flucht-Thriller auf dem hiesigen Heimkino-Markt trägt, setzt der französische Originaltitel "La proie" gleich eine ganze Fülle an möglichen Interpretationsmöglichkeiten frei. Ließe sich das Wort proie doch sowohl mit Raub oder Beute als auch mit Freiwild oder Opfer übersetzen. Während On the Run also eher unfreiwillig nachteilige Assoziationen zu dem um Längen besseren Harrison-Ford/Tommy-Lee-Jones-Reißer Auf der Flucht von 1993 weckt, spielt "La proie" auf die unterschiedliche Beute zweier Krimineller an, zwischen denen sich ein mörderischer Nervenkrieg entfacht, als der eine die Familie des anderen zur Beute erklärt. Denn während es sich bei dem willensstarken, jedem misstrauenden Einzelgänger Franck um einen gewöhnlichen Räuber handelt, der lediglich Geldbündel gestohlen hat, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, ist sein Antagonist ein skrupelloser Serienmörder junger Frauen, der für seinen abwegigen Lebenswandel wahllos über Leichen geht. Stéphane Debac gibt diesen auf den ersten Blick unscheinbaren, biederen Psychopathen, der bald versucht, dem flüchtigen Franck seine Vergehen anzuhängen, ebenso fulminant wie der knautschgesichtige Albert DuPontel mit seinen traurigen Augen den beachtlich athletischen, ständig gehetzten Franck.

Etwas weniger überzeugend sind dagegen die Figuren und ihre Darsteller, die sich um die zwei Protagonisten in dieser unterhaltsamen, wenn auch komplett berechenbaren Zusammenführung von Serienkiller-Film und Verfolgungsjagd-Thriller, gruppieren. Die statueske Schönheit Alice Taglioni (Cash) als knallharte Ermittlerin, die sich sexistische Kommentare über ihre schwache weibliche Intuition von ihrem bärtigen Vorgesetzten gefallen lassen muss, ist nur ein mäßiger Tommy-Lee-Jones-Ersatz. Noch weniger Eindruck im hohen Tempo des Films, der waghalsige Stunts, dynamisch gefilmte Verfolgungsjagden und blutige Gewaltszenen aneinanderreiht, hinterlassen das hübsche Ex-Bond-Girl Caterina Murino (Casino Royale) als Francks farblose Gattin und The Artist-Regisseur Michel Hazanavicius' Bruder Serge als Claires bedrückt dreinblickender Partner. Um einiges interessanter ist da schon die beunruhigende Darbietung von Natacha Régnier (Orly) als gestörte, abhängige Geliebte des Frauenmörders und die gewohnt souveräne Leistung von Sergi Lopez (Die Affäre) als besessener Ex-Cop auf der Fährte des Massenmörders.

Eric Valette setzt mit dem schnellen und unterhaltsamen, wenn auch nicht sonderlich bemerkenswerten On the Run weder im Gefängnis-Film-, Serienkiller-Film-, Action- noch im Thriller-Genre neue Maßstäbe. Doch trotz seiner Vielzahl an Klischees ist der Film souverän genug inszeniert und gespielt und im Ganzen so angenehm schnörkellos erzählt, dass sich wenigstens ein "flüchtiger" Blick lohnt.

Keine weitere Wertung


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