Unser Leben ist eine weitere Naturdokumentation, die momentan wie Pilze aus dem Boden schießen. Nach Unsere Erde, Deep Blue und natürlich Planet Erde darf man zu Recht fragen, warum es ständig weitere Dokus gibt, die scheinbar nichts Neues mehr präsentieren. An dieser Frage scheitert Unser Leben dann auch, denn scheinbar zusammenhangslos werden verschiedene Episoden von Tieren gezeigt, die zwar schön anzusehen, aber eben nichts Besonderes sind.
Es ist wichtig und gut, dass der modernen Zivilisation gezeigt wird, wie schön und einzigartig die Natur, die Tiere und die Pflanzen eigentlich sind. Nur so ist es wohl auf Dauer möglich, dass die Zerstörung unserer Erde wirklich gestoppt wird - die Erkenntnis und das Wissen muss in jedem Einzelnen heranwachsen, dass wir im Einklang leben müssen und auch können. Unter diesem Aspekt ist es natürlich zu begrüßen, dass immer mehr Naturdokus in die Kinos und auf die heimischen Fernseher kommen.
Unser Leben präsentiert sich als ein Zusammenschnitt verschiedener Episoden, die sich jeweils um eine spezielle Tierart und deren Besonderheiten drehen. Jede Episode ist interessant und nett anzusehen. Vor allem für Kinder ist der Film sicherlich kurzweilig und regt zu weiteren Gesprächen und Entdeckungen an. Dennoch muss sich der Streifen natürlich die Frage gefallen lassen, was genau ihn nun von der Planet Erde-Reihe unterscheidet, die sowohl von den Bildern als auch den Geschichten deutlich mehr zu bieten hat.
Viel zu wenig arbeitet der Film seine Einzigartigkeit aus und oftmals fühlt man sich an Unsere Erde oder eben Planet Erde erinnert. Auch wenn es vermutlich sehr schwer ist, an einen Alastair Fothergill heran zu reichen, so ist das definitiv die Messlatte, die man sich setzen muss. Hier enttäuscht Unser Leben, da hilft dann auch ein bekannter Sprecher wie Daniel Craig im Original nichts.
Man verlässt sich zu sehr auf den derzeitigen Hype um Naturdokus und schiebt einfach immer wieder einen nach. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen und spätestens mit Unser Leben ist nun auch die Sättigung definitiv erreicht. Neue Ideen, wie damals bei Die Reise der Pinguine, fehlen zusehends und man kann nur hoffen, dass sich in dieser Richtung wieder etwas ändert.