Das Haus der Krokodile Poster

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Das Haus der Krokodile

(Das Haus der Krokodile, 2012)

Dt.Start: 22. März 2012 Premiere: März 2012 (Deutschland)
FSK: ab 6 Genre: Abenteuer, Mystery, Familie
Länge: 89 min Land: Deutschland
Darsteller: Vijessna Ferkic (Louise), Kristo Ferkic (Viktor), Joanna Ferkic (Cora), Waldemar Kobus (Herr Strichninsky), Christoph Maria Herbst (Friedrich Debisch), Gudrun Ritter (Frau Debisch), Katja Weitzenböck (Viktors Mutter), Thomas Ohrner (Viktors Vater), Uwe Friedrichsen (Herr Opitz), Dieter Schaad (Onkel Gustav)
Regie: Cyrill Boss,Philipp Stennert
Drehbuch: Eckhard Vollmar, Philipp Stennert


Inhalt

Die Familie Laroche lebt in einem unheimlichen, altherrschaftlichen Gemäuer. Die Geschwister Viktor, Cora und Louise hüten das Haus, als die Eltern in Urlaub fahren. Da die Villa ein richtiger Abenteuerspielplatz für Kinder ist, fängt Viktor an, das Anwesen zu durchstöbern auf der Suche nach Geheimnissen. Dabei stößt er auf einen Raum, in dem er ein kleines, ausgestopftes Krokodil findet. Dies ist erst der Anfang einer ganzen Reihe von rätselhaften Entdeckungen und Ereignissen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Das Haus der Krokodile hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 78%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Das Haus der Krokodile hat eine Wertung von 78%
Das Remake einer erfolgreichen TV-Serie aus den 1970er-Jahren gibt sich voll retro und liegt damit absolut im Trend. Die Geschichte um den elfjährigen Viktor, der das Rätsel um den Tod seiner Großcousine und damit verbunden das Geheimnis der ausgestopften Krokodile entschlüsseln will, überzeugt durch sorgsamen Aufbau und Struktur. Gekonnt wird Spannung und Atmosphäre erzeugt, dass Jung und Alt gleichermaßen an dem Film Spaß haben können. Das Haus der Krokodile ist rundum gelungenes Jugendkino, das erfreulich unter allzu viel Einheitsbrei hervorsticht.

Bild aus Das Haus der Krokodile Familie Laroche ist vor kurzem in eine Wohnung gezogen, die zu einer altertümlichen Villa gehört, die von einigen schrägen Zeitgenossen bevölkert wird. Die Wohnung gehört eigentlich ihrem Großonkel, der war altersbedingt aber nicht mehr in der Lage, sich sowohl um sich als auch um die Wohnung zu kümmern, die mit allerlei Skurrilitäten aus einem langen und aufregenden Leben angefüllt ist und teilweise an ein afrikanisches Museum erinnert. Überall an den Wänden hängen Jagdtrophäen aus der Zeit, als der Großonkel der Laroches noch Abenteuer auf dem schwarzen Kontinent erlebte.

Die Eingewöhnung fällt nicht leicht, insbesondere der elfjährige Viktor (Kristo Ferkic) hat Schwierigkeiten, sich in dem etwas ungewöhnlichen Haus zu akklimatisieren. Viktor ist ohnehin ein etwas merkwürdiger Junge: introvertiert und wenig an Kontakt mit Gleichaltrigen interessiert, hängt er lieber seinen eigenen Vorstellungswelten nach. Eines Tages müssen die Eltern (Thomas Ohrner und Katja Weitzenböck) für einige Tage auf eine Geschäftsreise. Währenddessen haben Cora und Louise (Joanna und Vljessna Ferkic) das Sagen, Viktors ältere Schwestern. Misstrauisch beäugt werden indes die Neuankömmlinge von der alten Frau Debisch (Gudrun Ritter), die gemeinsam mit ihrem leicht naiv erscheinenden Sohn Friedrich (Christoph Maria Herbst) eine weitere Wohnung in der Villa bewohnt.

Viktor, der inzwischen neugierig das Haus erforscht, findet in einem (bisher) verschlossenem Raum - dem Arbeitszimmer des Großonkels - in einem Geheimfach eines Schreibtisches das Tagebuch seiner vor 40 Jahren auf mysteriöse Weise ums Leben gekommenen Großcousine Cäcilie. Bei der Lektüre stößt er auf ein Geheimnis, das mit einem kleinen ausgestopften Krokodil zusammenhängt und dessen Lösung anhand vieler Bilderrätsel aus dem Tagebuch möglich ist. Dafür scheut er keinerlei Gefahr: Er kriecht durch enge Luftschächte, begibt sich in überflutete Keller und klettert über Dächer. Umso näher Viktor der Wahrheit kommt, desto düsterer wird aber alles, und plötzlich macht auch noch ein Einbrecher das Haus unsicher, den außer ihm keiner zu Gesicht bekommt und der ohne Spuren zu hinterlassen auftauchen und wieder zu verschwinden vermag.

Das Haus der Krokodile ist ein herrlich old-school anmutender Jugendkrimi, dem es über weite Strecken gelingt, dermaßen viel Spannung und geheimnisvolles Flair aufzubauen, dass selbst Erwachsene ihr Vergnügen haben können. Es ist eine Geschichte wie aus einer anderen Epoche, die sich hier ins Kino des Jahres 2012 verirrt hat. Auf den Einsatz neumodischer Gadgets wird nahezu vollkommen verzichtet; abgesehen von einer Ausnahme, in der die Macher wohl der Meinung waren, es müsse unbedingt eine moderne Digitalkamera sein, derer sich Viktor bei seinen Nachforschungen bedient. Das bleibt verzeihlich - ohne diese wäre das Retroflair allerdings perfekt gewesen.

Die Story für sich überzeugt auch. Es ist nicht der so oft gescholtene Einheitsbrei, mit dem Kinder im Kino heutzutage gerne abgespeist werden; sei es beispielsweise mit hastig produzierten Sequels von Die drei ??? oder schon beinahe unnötigen Remakes im Sinne von Fünf Freunde. Hier wurde sich glücklicherweise inhaltlich wie inszenatorisch noch richtig Gedanken gemacht, was nun ein in sich stimmiges Ganzes liefert. Wenn es zuweilen auch schwer fällt, den Mut und die Entschlossenheit mit denen der Protagonist seine Recherchen vorantreibt, einem Elfjährigen abzunehmen. Was jedoch kein echter Kritikpunkt ist. Schließlich tun die Helden in manch einem Erwachsenenfilm Dinge, die absolut hanebüchen sind.

Vorlage zu Das Haus der Krokodile bildet die gleichnamige 1970er-TV-Serie, damals mit Thomas Ohrner in der Rolle des jungen Viktor, der in der Kinoadaption mit einer kleinen Gastrolle bedacht wurde. Beim Cast wurde auch bezüglich aller anderen Rollen ein gutes Gespür bewiesen: Das Geschwister-Trio im Film ist auch im realen Leben eins und konnte schon bei manch einer Fernsehproduktion Erfahrung sammeln. Protagonist Kristo Ferkic durfte sogar schon die Luft einer internationalen Großproduktion in Henri 4 schnuppern. Und Gudrun Ritter, die schon in Boxhagener Platz brillierte, liefert nun eine Performance als Typ "kinderfressende" Gouvernante ab, die a la bonne heure ist.

In Verbindung mit der wohltemperierten Mystery-Atmosphäre des Films und den stimmungsvollen Bildern, avanciert Das Haus der Krokodile in der Endabrechnung zu einem echten Tipp unter den Jugendkrimis, bei dem die Eltern es nicht bedauern werden, den Gang ins Kino gemeinsam mit den Kindern angetreten zu haben. Lediglich die finale Auflösung hätte ein wenig mehr des "Zaubers" bedurft.



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