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Serpico

(Serpico, 1973)

Durchschnittliche Redaktionswertung

88%



Inhalt

New York, Anfang der 70er Jahre: Cop Frank Serpico muss desillusioniert mitansehen, wie seine Kollegen Schmiergelder erpressen und anderen Formen der Korruption nachgehen. Da er sich nicht daran beteiligt, wird er von ihnen schikaniert und bedroht. Trotz der Gefahr, in der er schwebt, prangert Serpico die Missstände auf eigene Faust an, stößt bei seinen Vorgesetzten aber auf taube Ohren und wird stattdessen jahrelang von einem Polizeirevier zum nächsten versetzt. Dennoch gibt er nicht auf.

Kritik

von Markus Mller

Wertung Kritik

88%

Atmosphärisch dicht und kompromisslos zeichnet Sidney Lumet das Bild vom durch Korruption geprägten Polizeiapparat im New York der 60er und 70er Jahre. In der Rolle des Frank Serpico konnte Al Pacino dabei seinen Ruf als exzellenter Charakterdarsteller, den er sich zuvor durch seine Leistung in Der Pate erarbeitet hatte, bestätigen. Das Ergebnis ist ein insgesamt sehr sehenswerter Cop-Thriller über einen bemerkenswerten Menschen.

Bild aus Serpico Die Darstellung von Polizisten im Film könnte unterschiedlicher kaum sein: In Hollywoods Filmgeschichte finden sich Helden wie John McClane (Stirb Langsam), coole Cops wie Mike Lowrey und Marcus Burnett (Bad Boys), Freaks wie die eigenwilligen Polizeischüler aus den Police Academy-Filmen, Eigenbrötler wie Harry Callahan (Dirty Harry) oder auch eher abgewrackte Existenzen wie der Bad Lieutenant. Außerhalb dieser Reihe gibt es noch einen Filmcop, der auch tatsächlich existierte und den Al Pacino 1973 bravourös verkörperte: Frank Serpico.

Bei Serpico handelt es sich um den ersten Film, den Sidney Lumet zusammen mit Al Pacino realisierte. Zwei Jahre später folgte mit Hundstage eine weitere Produktion. Nachdem Pacino 1972 mit seiner großartigen Darstellung des Michael Corleone in Der Pate bekannt wurde, stand er 1973 an der Seite von Gene Hackmann in Asphalt-Blüten vor der Kamera. Noch im gleichen Jahr übernahm er die Hauptrolle in Serpico, der zu einem seiner bekanntesten Filme werden sollte.

Hauptrolle ist dabei wörtlich zu nehmen: Der ganze Film ist um Pacino gebaut. Problemlos wird er den Anforderungen, das Werk praktisch im Alleingang zu tragen, gerecht. Seine Entwicklung vom unbestechlichen Idealisten zum desillusionierten, aber noch immer souveränen Cop, wird schlüssig und eindrucksvoll geschildert. Das einzige Problem bei dieser One-Man-Show ist, dass alle anderen Figuren zu kurz kommen und somit auch recht eindimensional gezeichnet wurden. Maximal einige wenige Personen, die Frank Serpico unterstützen, bekommen etwas Raum. Alle anderen dienen nur als Beispiele für den korrupten Polizeiapparat. Leider kommt es somit streckenweise zu einem "Schwarz-Weiß-Denken", bei dem wenig differenziert wird. Es gibt eben nur "böse" und ein paar "gute" Cops. Einerseits prangert Serpico sehr offensichtlich auch Rassismus an, bedient sich dann aber selbst an entsprechenden Klischees. Allerdings ist es auf der anderen Seite natürlich durchaus vorstellbar, dass es der echte Frank Serpico tatsächlich fast nur mit schwarzen Kriminellen zu tun hatte, einen Vorwurf kann man dem Film daher wohl kaum machen.

Doch unabhängig davon hat man es bei Serpico mit einem beeindruckend inszenierten Cop-Thriller zu tun, der zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Wer die New-Hollywood-Filme der 70er Jahre mag, wird sich definitiv gut aufgehoben fühlen. Wer dazu auch noch Interesse an Cop-Thrillern hat, muss diesen Klassiker unbedingt gesehen haben.

Keine weitere Wertung


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