Michael J. Bassett, der bisher (als Regisseur von Werken wie Deathwatch oder Wilderness) nicht gerade ins Auge stach, gibt mit Solomon Kane sein Debut im Comic-Genre. Neben Conan: Der Barabar und Red Sonja, die beide ein Reboot erfahren, darf er Robert E. Howards Werk Solomon Kane neu auflegen. Mit James Purefoy setzt er dabei auf einen charismatischen Hauptdarsteller, der einige Drehbuchschwächen wieder wettmachen kann.
Das Mittelalter neigt sich seinem Ende zu. Amerika wurde entdeckt und ein Teil der Bevölkerung beginnt auszuwandern. Solomon Kane, ein berüchtigter Einzelkämpfer, ist nach den Kriegen im Osten als gebrochener Mann zurückgekehrt. Im Gegensatz zu anderen Veteranen leidet er jedoch nicht unter Albträumen oder starken Selbstzweifeln wegen seiner Taten, sondern vielmehr unter Angst vor dem Teufel selbst. Das Portrait eines Mannes, der sich nach Mord und Totschlag sehnt und dafür vom Teufel höchstpersönlich in die Hölle gerissen wird. Ein Krieger, der sich seinem Schicksal stellt und zugleich ein Entrinnen sucht, das er nur durch Gott selbst finden kann.
Fehlte Nicolas Cage als angeblich letzter Tempelritter der nötige Pfiff, um als Protagonist mitfieberungsbedürftig zu erscheinen, spielt James Purefoy eine besser ausgearbeitete Rolle. Selbstzweifel, Aggression, Wut und Trauer. All das verkörpert er scheinbar ohne große Mühen und erweckt damit ein brutales Abenteuer zum Leben, welches den Zuschauer von Beginn an fesselt, aber leider auf halber Strecke sanft liegen lässt.
Blutvergießen im Namen Gottes, ein Thema, welches zwar oft (Königreich der Himmel,Ironclad, Der letzte Tempelritter), aber meist nur unzureichend besprochen wird. Hier hängt James Purefoy, dem im Gegensatz zu Ironclad die nötige Zeit eingeräumt wird, sich vollkommen auszuspielen, zwischenzeitlich wie Jesus am Kreuz, geht durch Tod und Verderben, scharrt seine Jünger um sich und verleiht seiner Figur trotz oder gerade wegen der übertriebenen Parallelen zu den Ursprüngen des christlichen Urglaubens eine emotionale und melancholische Vielschichtigkeit, die man in den angesprochenen Werken weitgehend vergeblich sucht und vor allem in bildlichen Metaphern selten findet.
Während die Handlung aber auch hier auf Dauer ein weiteres Mal in den Abgrund stürzt, bietet der Mantel- und Degenfilm stringente Action. Die stilsicheren Einstellungen lassen den Protagonisten als stilisierten Zeitlupenhelden erscheinen und treiben das Adrenalin des Zuschauers und den optischen Unterhaltungswert enorm in die Höhe. Leider hat selbst der teuflische Solomon Kane schnell sein Feuer verschossen und so bleibt einem zu guter Letzt nur trostloses Warten auf weitere Actionsequenzen, die man am Ende vergeblich sucht.
Strukturiert aber zwischenzeitlich nicht minder überraschend, steuert der Film auf ein Finale zu, in dem es ganz im Sinne alter und moderner Werke (Indiana Jones und der Tempel des Todes, Cowboys & Aliens, Die Maske des Zorro) eine Gruppe Versklavter aus den Fängen des Bösen zu befreien gilt. Schade, dass dem Ganzen gegen Ende hin der anfängliche Schmackes abhandenkommt, das Geschehen letztlich doch irgendwie zu blass geraten ist, um ein vollkommen rundes Werk zu ergeben. Ein Low-Budget-Werk mit inhaltlichen Mängeln und Charakter.