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Dark Shadows

(Dark Shadows, 2012)

Dt.Start: 10. Mai 2012 Premiere: 09. Mai 2012 (Belgien)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Fantasy
Länge: 112 min Land: USA
Darsteller: Johnny Depp (Barnabas Collins), Eva Green (Angelique Bouchard), Michelle Pfeiffer (Elizabeth Collins Stoddard), Jonny Lee Miller (Roger Collins), Chloe Grace Moretz (Carolyn Stoddard), Gulliver McGrath (David Collins), Helena Bonham Carter (Dr. Julia Hoffman), Jackie Earle Haley (Willie Loomis), Bella Heathcote (Victoria Winters/Josette duPres), Christopher Lee (Bill Malloy), Alice Cooper
Regie: Tim Burton
Drehbuch: Seth Grahame-Smith


Inhalt

Auf der Familie Collins lastet ein Fluch. Diesem versucht sie über den großen Teich zu entkommen und siedelt sich in Amerika in ihrer Residenz Collinwood Manor an. Der Junge Barnabas wächst zum Mann heran, der einen guten Stand bei der Damenwelt hat. Leider legt er sich mit der Falschen an und wird zur Strafe in einen Vampir verwandelt und vergraben. Als er 200 Jahre später befreit wird, erkennt er sein Anwesen, die Welt um ihn herum und die Nachfahren seiner Familie nicht wieder.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Dark Shadows hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 63%
Kurzkritik
von Matthias Pasler
Wertung von 35 für Dark Shadows

Langsam drängt sich die Frage auf: Was ist mit Tim Burton passiert? Nach seinem blutig-faszinierenden Ausflug ins Musical-Fach mit Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street folgte der viel zu geradlinige Alice im Wunderland. Doch konnte man dessen Banalitäten noch auf den Produzenten Disney schieben, lässt Dark Shadows die Gründe für seinen flachen Plot unbeantwortet. Der Film plätschert hauptsächlich öde vor sich hin, während fast alle Gags nach bekannten Mustern funktionieren (Vampir schläft im Schrank und bittet die kleine Frau, aus dem Fernseher zu kommen, haha). Die verschiedenen Charaktere werden vollkommen verschenkt, mittendrin vergisst man sie hinter Johnny Depps Hauptfigur sogar völlig. Dabei kann nicht mal Burtons Lieblingsmime mit besonderer Leistung glänzen, hat man doch irgendwie alles schon mal von ihm gesehen. Auch die an sich bezaubernde Eva Green wirkt hin und wieder etwas hölzern, hat aber den insgesamt interessantesten Part, während die viel zu selten zu sehende Michelle Pfeiffer das darstellerische Highlight gibt. Einen guten Film macht das trotzdem nicht. Und einen guten Burton erst recht nicht!

Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 73 für Dark Shadows

Back to the Roots! Gut, wenn man es überspitzt formulieren würde, inszeniert Tim Burton schon seit Anbeginn seiner Karriere in vielen Fällen nur Varianten seines Schaffens; zudem auch gerne mit altbekannten Gesichtern. Viele mag das langweilen, jedoch kommt man nicht umhin, ihnen einen gewissen Charme zuzuschreiben. Die Kinoadaption der gleichnamigen Serie Dark Shadows erinnert vor allen Dingen an seine Frühwerke wie Beetlejuice und nimmt dabei auch oft keine Rücksicht auf Verluste. Auf ähnlich düstere Art und Weise wird dem Zuschauer bitterböser schwarzer Humor serviert, der von dem wunderbar spielfreudigen Darstellerensemble getragen wird. Besonders Eva Green darf hier einen wunderbar bösen Gegenpart geben und hat sichtlich Spaß bei den Dreharbeiten gehabt. Sicherlich erfindet Burton hier das Rad nicht neu, dennoch ist Dark Shadows ein wunderbar charmantes, toll ausgestattetes und morbides Stück Kino, bei dem Freunde seines Schaffens prächtig unterhalten werden.

Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 65 für Dark Shadows

Tim Burtons neuestes Werk mit Johnny Depp in der Hauptrolle bietet leichte Unterhaltung mit einigen amüsanten Momenten und einem der sympathischsten Vampire seit langem. Dennoch ist Dark Shadows enttäuschend: Der Handlungsverlauf ist nicht durchgehend temporeich oder überraschend gestaltet und insgesamt wirkt Burtons Film unentschlossen, denn besonders gegen Ende entwickelt sich die düstere Vampir-Komödie zum albernen Fantasy-Actionspektakel, was unpassend und überladen wirkt. Hätte Burton etwas mehr Zeit in die Entwicklung der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander (speziell die zwischen Balthasar und Vicky, die zunächst als tragend erscheint und letztlich regelrecht in Vergessenheit gerät) gesteckt, hätte Dark Shadows vielleicht ein Highlight werden können. So ist er nur ein unterhaltsamer Streifen, der kurzweilig Freude bereitet und eine unvergessliche Punchline während des Gastauftrittes von Alice Cooper zu bieten hat, ansonsten aber kaum nachwirkt.

Kurzkritik
von Florian Tritsch
Wertung von 69 für Dark Shadows

Es ist schon fraglich, ob es wirklich eine gute Idee von Tim Burton war, eine Seifenoper zu verfilmen. Vor allen Dingen deshalb, weil Burton offenbar die gesamten Handlungsstränge der Serie in einen Film packen wollte. So verlaufen einige Handlungsstränge ins Leere oder werden zwischendurch mal eingebunden, dass man sich schon fragt, ob sie denn wirklich hätten sein müssen. Dazu wirkt das Finale derart überladen, dass man sich als Zuschauer schon wundern muss (mussten der Geist und der Werwolf denn wirklich sein?).
Der Humor funktioniert zwar weitgehend, allerdings bricht man dabei nie in Lachanfälle aus, denn irgendwie hat man alles so oder so ähnlich bereits gesehen. Gleiches gilt für Hauptdarsteller Johnny Depp, auf den der Film einmal mehr völlig zugeschnitten ist und der seine übliche Performance nach Schema F abgibt.
So ist Dark Shadows am Ende zwar unterhaltsame Kost, bei der man sich die Laufzeit über nie langweilt, allerdings der große Wurf ist der Film auch nicht geworden.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Dark Shadows hat eine Wertung von 74%
Tim Burton und Johnny Depp zaubern mit Dark Shadows eine neuerliche Zusammenarbeit aus dem Hut, die sich als herrlich schräge Mischung aus Gothic und Flowerpower entpuppt. Nach 200-jährigem Schlaf erwacht der Vampir Barnabas im Jahr 1972 und muss sich nicht nur mit den Gepflogenheiten der neuen Epoche und den Marotten seiner Nachfahren herumplagen, sondern wird darüber hinaus noch von einer alten Widersacherin heimgesucht. Geradezu ein Pflichtfilm für Burton- und Depp-Fans, doch auch generell sehenswert, wobei inhaltlich etwas mehr Substanz nicht verkehrt gewesen wäre.

Bild aus Dark Shadows Tim Burton ohne Johnny Depp, das wäre wie Pizza ohne Käse. Den kultigen Regisseur gibt es meist nur im Doppelpack mit dem überaus beliebten Hollywood-Schauspieler. Auch diesmal, in der Adaption der US-amerikanischen Gothic-Soap-Opera Dark Shadows, die es in den Staaten in den Jahren 1966-1971 auf beachtliche 1225 Episoden sowie zwei Filme brachte - Das Schloss der Vampire (1970) und Das Schloss der verlorenen Seelen (1971) - sind Burton und Depp wiedermal vereint.

Die Story setzt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein. Die Familie Collins bricht mit ihrem kleinen Sohn Barnabas von England nach Amerika auf, um einem Fluch, der auf der Familie lastet, zu entkommen. 20 Jahre später ist aus Barnabas (Johnny Depp) ein überaus erfolgreicher Geschäftsmann, Hauptarbeitgeber den Städtchens Collinsport und Herr über das hochherrschaftliche Anwesen Collinswood Manor geworden. Über den ökonomischen Erfolg fliegen Barnabas auch die Herzen der Frauen zu. Abgeneigt ist der junge Herr nicht. In Wahrheit liebt er aber nur eine. Und gerade die wird durch die okkulten Machenschaften der zurückgewiesenen Magd Angelique (Eva Green) aus Rache in den Tod befördert. Damit nicht genug, verwandelt die Hexe ihn in einen Untoten und begräbt ihn ein einem Sarg, damit seine Qualen ewig fortdauern.

200 Jahre später wird er durch Zufall aus seinem Gefängnis befreit. Ohne zu wissen, in welches Jahr er zurückgekehrt ist, macht er sich zu seinem Anwesen auf, das inzwischen halb verfallen von seinen letzten Nachkommen bewohnt wird. So recht will ihm zunächst keiner glauben, dass er der wahre Barnabas und von den (Un)Toten zurückgekehrt ist. Das ändert sich jedoch bald. Glücklich werden kann Barnabas aber scheinbar in keiner Epoche. Auch die Hexe hat die zwei Jahrhunderte mittels ihrer Zauberkünste schadlos überdauert, ist noch genauso so sexy wie seinerzeit und sinnt immer noch auf Rache.

Was haben Satan und ein allseits bekanntes Fast-Food-Restaurant gemeinsam? Wer die Antwort darauf möchte, darf sich Dark Shadows auf keinen Fall entgehen lassen. Der Film ist herrlich schräg, es gibt jede Menge süffisanter Dialoge und das Schauspieler-Ensemble ist vom Feinsten. Als Horrorfilm geht der Streifen aber nur bedingt durch. Was das angeht, würde beispielsweise Sleepy Hollow den Vergleich eindeutig für sich entscheiden. Ohne die Qualitäten des Films zu mindern, entsteht bisweilen der Eindruck, als wäre Louis taut auf mit Die Addams Family eine leicht bizarre Verbindung eingegangen. Dieser psychedelische Eindruck wird durch die Verbindung zur Hippie- und Disco-Ära verstärkt, die natürlich voll durchschlägt. So darf "Teufel in Menschengestalt" Alice Cooper unter einer Discokugel einen gesanglichen Gastauftritt feiern.

Design, Ambiente, Ausstattung, Atmosphäre und zeitgenössisches Flair fließen geradezu wunderbar ineinander. Was dem Film dennoch zu einem (kleinen) Meisterwerk mangelt, ist eine schon beinahe schmerzlich vermisste komplexere Handlung. Mit seinen Storytelling-Qualitäten kann Dark Shadows definitiv nicht punkten. Allerdings muss man etwas entschärfend bedenken, dass die Vorlage eine Soap war. Zudem macht sich bemerkbar, dass der Film geradezu maßgeschneidert um Johnny Depp herum inszeniert wurde - was bei einem Burton-Werk grundsätzlich nicht verwundern sollte, wobei Depp obendrein noch als Produzent mit an Bord war - bei solch einem Aufgebot an Schauspielern grenzt das dennoch geradezu an Verschwendung von Möglichkeiten; angefangen bei Burtons Dauergeliebten Helena Bonham Carter über Michelle Pfeiffer bis zu Jungstar Chloe Grace Moritz. Alle haben ohne Zweifel ihre guten Momente und vermögen Akzente zu setzen, bleiben aber, gegen den massiv raumgreifenden Depp, insgesamt etwas blass. Am ehesten Geltung verschafft sich dann noch Ex-Bond-Girl Eva Green als Barnabas' Nemesis.

Wem solche Gesichtspunkte Einerlei sind, da ohnehin der Fokus darauf ausgelegt ist, sich an dem cineastischen Duo-Infernale Burton/Depp zu erfreuen, wird bei Dark Shadows sicherlich voll auf seine Kosten kommen. Einen kleinen persönlichen Bezug zum Lebensgefühl der 1970er mitzubringen - und sei es aus Erzählungen - könnte sich für das optimale Feeling dennoch alles andere als verkehrt erweisen.



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Dt. Start: 21. Feb 2008
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