Der Parodiecharakter von Die rechte und die linke Hand des Teufels begeistert Liebhaber des Italowestern damit, dass der Film die Vorbilder zwar parodiert, gleichzeitig aber nie den Respekt vor dem Genre vermissen lässt. Zudem bietet er eine stimmige Geschichte und kann mit gelungenem Humor aufwarten.
Der Spaghetti-Western, oder manchmal auch Italowestern, erfreute sich ab seiner Entstehung in den 1960er Jahren über viele Jahre hinweg großer Beliebtheit. Im Gegensatz zum amerikanischen Hochglanzwestern brachte er keine edlen Helden mit weißer Weste hervor, sondern in der Regel Gestalten, die durch Rache oder das Streben nach Gewinn angetrieben werden. Natürlich blieb auch das Genre des Spaghetti-Westerns, wie jedes andere erfolgreiche Genre davor und danach, nicht davor verschont, parodiert zu werden. Mit Die rechte und die linke Hand des Teufels wurde quasi der Startschuss zur bald darauf inflationären Spaghetti-Western-Parodiewelle gesetzt.
Doch den Film von E. B. Clucher (alias Enzo Barboni) als Spaghetti-Westernparodie zu bezeichnen, wäre bei genauerer Betrachtung vielleicht ein wenig zu vorschnell. Der Anfang des Films macht den wahren Charakter des Werkes im Prinzip bereits völlig klar, wenn Terence Hill sich zu der einprägsamen Titelmelodie von Franco Micalizzi von seinem Gaul auf einer Liege durch die trist-dreckige Szenerie ziehen lässt. Hier macht sich niemand über den Italowestern lustig, hier wurde er nur um einen komödiantischen Teil erweitert. Gerade das Festhalten Micalizzis an die üblichen, von Sergio Leone geprägten Standards italienischer Western-Musikstile, die sich besonders durch die Verwendung von bis dahin in der Filmmusik unüblichen Instrumenten und Geräuschen wie Pfiffe, Peitschenschläge oder Glockenlaute hervor tat, erzeugt zeigt hier die durchaus vorhandene Zugehörigkeit zum Genre.
Die einzige Abkehr des Italowestern-Prinzips ist die überwiegend idealistische Haltung von Hauptfigur Joe, die eher in der Tradition amerikanischer Westernhelden steht, als in der Reihe der dunklen Italohelden. Das zweite wichtige Motiv des Spaghetti-Westerns, die explizite heftige Gewaltdarstellung, wird jedoch wieder komplett eingehalten, nur eben auch um die Komödiendimension erweitert. Anstatt blutrünstiger Gemetzel werden dem Zuschauer hier Prügeleien gezeigt, die eher den Eindruck des spielerischen Balgens vermitteln.
Die Darsteller, die allesamt vom ernsten Italowestern stammen, machen ihre Sache durch die Bank weg sehr gut und man wartet förmlich darauf, dass sie jeden Moment der Kamera zuzwinkern. Farley Granger (der gut 20 Jahre zuvor mit Cocktail für eine Leiche bekannt wurde) gibt als Rinderbaron Major einen (bei herkömmlichen Parodien unüblich) durchaus bedrohlichen Bösewicht, und dennoch bewirkt er gleichzeitig durch seine übersteigerte Steifheit in jeder Szene ein gewisses Schmunzeln.
Wenngleich die beiden Hauptdarsteller Bud Spencer und Terence Hill hier bereits zum vierten Mal als Hauptdarsteller gemeinsam vor der Kamera standen, gilt Die rechte und die linke Hand des Teufels als eigentliche Geburtsstunde des legendärsten Hau-Drauf-Duos der Filmgeschichte. Dennoch ist dieses Geburtswerk noch weit weg von den späteren Filmen des Duos. Bud Spencer ist hier noch mehr Nebenfigur als gleichwertiger Partner. Der Film gehört hier ganz klar Terence Hill, der als cooler, ungewaschener Held eine wunderbare Parodie auf Clint Eastwoods berühmten Helden aus Für eine handvoll Dollar gibt.
Letztlich wird der Film, der mit Vier Fäuste für ein Halleluja fortgesetzt wurde, wohl eher deshalb ein Meilenstein der Filmgeschichte sein, weil sich hier die Weichen für eines der erfolgreichsten Filmduos neben Stan Laurel und Oliver Hardy, Dean Martin und Jerry Lewis oder auch Walter Matthau und Jack Lemmon stellten. Darüber hinaus soll allerdings nicht vergessen werden, dass Die rechte und die linke Hand des Teufels eine wirklich gelungene Parodie ist, die stets respektvoll mit ihren Vorbildern umgeht und eine gute Geschichte erzählt.