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Snow White & the Huntsman

(Snow White and the Huntsman, 2012)

Dt.Start: 31. Mai 2012 Premiere: 30. Mai 2012 (Ägypten)
FSK: ab 12 Genre: Action, Abenteuer, Fantasy
Länge: 127 min Land: USA
Darsteller: Kristen Stewart (Schneewittchen), Charlize Theron (Königin Ravenna), Chris Hemsworth (Jäger), Toby Jones (Coll), Ian McShane (Beith), Ray Winstone (Gort), Sam Claflin (Prinz William), Nick Frost (Nion), Vincent Regan (Herzog Hammond), Lily Cole (Rose), Bob Hoskins (Muir), Eddie Marsan (Duir), Annabelle Wallis (Sara), Rachael Stirling (Anna), Dave Legeno (Broch)
Regie: Rupert Sanders
Drehbuch: Evan Daugherty, John Lee Hancock


Inhalt

Die eitle und machthungrige Königin Ravenna erfährt, dass ihre Stieftochter Schneewittchen dazu bestimmt ist, sie an Schönheit zu übertreffen und als Regentin abzulösen. Um das zu verhindern, muss sie Schneewittchens Herz essen und so Unsterblichkeit erlangen. Ravenna heuert einen Jäger an, der die in die Wälder geflohene Prinzessin töten soll. Der aber hat Mitleid und bildet sie stattdessen in der Kampfkunst aus. Schließlich zettelt Schneewittchen einen Aufstand gegen ihre böse Stiefmutter an.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Snow White & the Huntsman hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 46%
Kurzkritik
von Dimitrios Athanassiou
Wertung von 25 für Snow White & the Huntsman

Völlig vorbei an jeglicher Zielgruppe scheint die Adaption des Grimm'schen Märchens, "Schneewittchen und die sieben Zwerge", inszeniert zu sein. Im Niemandsland zwischen Kitsch, unfreiwilligem Klamauk und Pseudo-Gothikatmosphäre; samt einem kränkelnden epischen Bogen, der von Der Herr der Ringe - Die Gefährten über Disney-look-alike Märchen-Phantastereien bis hin zu Johanna von Orleans zu reichen scheint, verliert sich nach und nach jeder Sinn und jegliche Herrlichkeit, die ein gut gemachter Trailer suggerieren wollte. Allein die Idee, Kristen Stewart gegen Charlize Theron antreten zu lassen, wirkt bereits derart herrlich daneben, dass der Film eigentlich als Satire durchgehen müsste. Noch schlimmer ist allerdings, dass Snow White & The Huntsman keinen Augenblick lang zu fesseln vermag und über nahezu die gesamte Spielzeit erschreckend blass und belanglos bleibt. Einzig Chris Hemsworth, der aus Thor oder Marvel's The Avengers lediglich den Uru-Hammer gegen die Axt tauschen musste und anschließend nach Herzenslust weiterkloppen durfte, sowie die recht prominent besetzten Zwerge sorgen für einen gelinden Unterhaltungsfaktor.

Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 63 für Snow White & the Huntsman

"Schneewittchen" in düsterer Fantasyoptik und mit einer Bombenbesetzung. Die zunächst interessante Grundkonstellation entpuppt sich als optisch durchaus ansprechender Fantasystreifen. Leider verpasst es der Film jedoch inhaltlich mitzureißen und leidet etwas unter der Last, dass die Geschichte ja so bekannt ist und dadurch jegliche Spannung schon von vornherein genommen wird. Auch die Überlänge steht dem Film nicht wirklich gut zu Gesicht, schleichen sich doch einige Längephasen ein. Punkten kann der Film mit seinem prächtigen Nebencast um Nick Frost, Al Swearengen Ian McShane, Bob Hoskins und und und, die den Hauptfiguren schon fast ein wenig die Show stehlen. Letzten Endes ist Snow White and the Huntsman ein durchaus interessanter Versuch, aus "Schneewittchen" ein düsteres Fantasymärchen zu machen, der jedoch nicht in allen Bereichen von Erfolg gekrönt war.

Kritik

von Oliver Mai
Snow White & the Huntsman hat eine Wertung von 50%
Mit Snow White & the Huntsman kommt die zweite Schneewittchenumsetzung dieses Jahres in die Kinos. Der Film nimmt, wie der Trailer erwarten lässt, einen düsteren Ansatz. Auf den ersten Blick weiter weg von dem Grimm-Märchen, nutzt Snow White & the Huntsman die bekannte Grundstory lediglich als Aufhänger für einen erwachsenen Fantasyfilm. Der Produktion fehlt es dabei an Leichtigkeit und Schwung. Als Spielfilmerstlingswerk ist das Ergebnis zwar durchaus beachtlich, lässt aber gewaltig Raum nach oben.

Bild aus Snow White & the Huntsman Rupert Sanders benutzt die bekannte Schneewittchengeschichte gelungen als Unterfütterung und erzählt basierend auf der Idee der "bösen Stiefmutter", die, nachdem der Vater tot ist, die Tochter durch den Huntsman = Jäger töten lassen will, eine Geschichte, die vordergründig nichts mehr mit der Buchvorlage zu tun hat. So haben die Zwerge erst zu einem Zeitpunkt ihren Auftritt, in dem der Zuschauer sie bereits achselzuckend als nicht vorhanden abgeschrieben hat. Snow White & the Huntsman liefert auch Schlachten mit gerüsteten Rittern, die sich in der von den Gebrüdern Grimm aufgeschriebenen Geschichte nicht finden lassen. Auf genaueren Blick ist es Sanders geglückt, die gesamten Elemente der klassischen Schneewittchengeschichte (außer dem Zwergenhaus) derart in seine Geschichte einfließen zu lassen, dass der Zuschauer sie unter der Storyline wiederfinden kann, ohne dabei andauernd an Disneys Schneewittchen und die sieben Zwerge denken zu müssen. Das liegt zum Teil sicherlich daran, dass der Zuschauer immer wieder damit beschäftigt ist, in dem Film Sequenzen aus anderen cineastischen Werken zu entdecken und dies zu verarbeiten. Mehr als einmal klappten beim Publikum kollektiv die Kinnladen nach unten, etwa wenn der Regisseur die Helden a la Die Gefährten (dort den Berg Caradhras des Nebelgebirges) einen Berg erklimmen lassen. Wenn man sich in diesem Zusammenhang auf der Zunge zergehen lässt, dass Viggo Mortensen ebenfalls im Gespräch für die Rolle des Huntsman gewesen ist, so kann man nur froh sein, dass Snow White & the Huntsman nicht vollkommen zu einem verunglückten Remake der Herr der Ringe verkommen ist. Wenngleich auch die Rolle des William klar von Legolas inspiriert wurde.

Neben Herr der Ringe bedient sich Snow White & the Huntsman bei weiteren filmischen Vorlagen. So werden Freunde des Anime-Genres Elemente von Hayao Miyazakis Prinzessin Mononoke, wie den Hirsch mit dem "140-Ender"-Geweih, den Wald, der an diversen Stellen brennt, weil (vorliegend nicht erklärt) das Holz für die Verhüttung von Erz geköhlert wird. Nichts gegen Zitate anderer Filme, aber die vorliegende Sequenz hinter dem Wasserfall wirkt (gewollt?) kitschig, überzuckert und passt so gar nicht in die Tonalität des übrigen Films, dem es leider völlig an Humor fehlt. Die zwischen Bella, Jacob und ... Upps, äh ... zwischen Snow White, William und dem Huntsman entwickelte Dreiecksgeschichte hat im Film zu wenig Raum und funktioniert somit nicht wirklich. Die Figur des William ist damit für die Geschichte faktisch überflüssig, die Eigenschaften von William hätte man auch in der Figur des Huntsman unterbringen können. Gut, für den Kuss braucht man traditionell einen Prinzen, aber hier wären hinreichende Storytwists denkbar, um die Figur ansonsten überflüssig werden zu lassen. Insgesamt gelingt es Snow White & the Huntsman nicht, den Zuschauer zu verzaubern und zu packen. Alles in allem ist Snow White & the Huntsman trotz dem Fokus auf die Actionszenen nicht spritzig genug, um über den Trailer hinaus interessant zu sein. Wirklich sehr schade!

Charlize Theron liefert, unterstützt von Verjüngungszauber spendender Computeranimation, die geforderte düstere Ravenna, die Stiefmutter ab. Im direkten Vergleich zu Julia Roberts in Spieglein Spieglein wirkt Theron allerdings dann doch fast langweilig und platt. Kristen Steward, die Trollflüstererin, ist auch in diesem Film eher begrenzt in ihrem schauspielerischen Ausdruck und kann im direkten Vergleich mit Lily Collins nicht bestehen. Chris Hemsworth gibt sein Bestes als Huntsman, das Drehbuch gab ihm allerdings nicht wirklich viel Raum zur Charakterentwicklung. Und Sam Clafin hatte aufgrund seiner Legolas/William-Rolle kaum eine Chance, sich zu profilieren.

Vergleicht man Snow White & the Huntsman insgesamt mit Spieglein Spieglein, so kann man Ersterem zugute halten, dass der Film einen grundlegend anderen Storyansatz gewählt hat. Die Zwerge sind stimmiger, auch das gesamte Setting und die Kostüme sind konsistenter als in Spieglein Spieglein. Realistisch gesehen ist Spieglein Spieglein auf ein Familienpublikum zugeschnitten und Snow White & the Huntsman soll eher das Twilight-Publikum bedienen. Eine direkte Gegenüberstellung ist daher eigentlich nicht sinnvoll, aber wenn man - wie im Märchen - einen Wunsch frei hätte, wäre eine Mischung der beiden Produktionen interessant gewesen. Die Main-Characters aus Spieglein Spieglein, eine Melange der Drehbücher - das wäre ein interessantes Ergebnis.

Gruselig übrigens, dass Universal bereits eine Fortsetzung der nur mittelmäßigen Geschichte plant. Muss dies bei einem klassischen Märchen sein? Bleibt abzuwarten, wohin die Märchenreise geht.



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