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Moonrise Kingdom(Moonrise Kingdom, 2012)
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24. Mai 2012
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Premiere: |
16. Mai 2012 (Frankreich) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Komödie, Drama |
| Länge: |
94 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Kara Hayward (Suzy), Jared Gilman (Sam), Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray, Tilda Swinton, Harvey Keitel, Frances McDormand, Jason Schwartzman, Bob Balaban, Seamus Davey-Fitzpatrick |
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Regie:
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Wes Anderson |
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Drehbuch:
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Wes Anderson, Roman Coppola |
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 Inhalt
Der junge Pfadfinder Sam und die Schülerin Suzy haben zusammen die Liebe entdeckt und wollen sich auch gleich mit dieser von der Heimat absetzen und gemeinsam in der Wildnis leben. Doch ihr Verschwinden bleibt nicht lange unbemerkt, denn schnell mobilisieren die nervösen Eltern jede erdenkliche Hilfe, um die Kinder zurückzubringen. Und so begeben sich Pfadfinderlehrer, Polizist und Sozialarbeiterin gemeinsam auf die Suche nach den Entflohenen. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Florian Lieb
All die technische Raffinesse sowie der Charme von Handlung und Figuren kaschieren nicht, dass Moonrise Kingdom, obschon eine Steigerung zum trägen The Fantastic Mr. Fox, nicht die Klasse von Wes Andersons früheren Werken erreicht. In seiner typischen visuellen Art erzählt der Amerikaner nun mit 90-Grad-Schwenks und kräftigen Farben wieder eine kathartische Geschichte über Jungs (und Mädchen) mit daddy issues und verlorene Charaktere in ihrer eigenen kleinen Welt. Nun ist das bei dem gebürtigen Texaner nichts Neues, weshalb der Film für Fans von Anderson kaum problematisch ausfallen dürfte (bei seinen Kritikern dagegen schon mehr). Zu amüsant und süß sind die beiden jungen und überzeugenden Hauptdarsteller, zu gelungen viele Szenen ihres Regisseurs. Dennoch darf sich Wes Anderson in seinem nächsten Projekt thematisch ruhig mal etwas öffnen und von seiner Formel lösen. Sonst bleibt er selbst auf ewig ein verlorener Charakter in seiner eigenen kleinen Welt.
Kurzkritik
von Daniel Licha
Mit wenigen Ausnahmen konnten Wes Andersons Filme immer überzeugen, und erneut schuf er ein absolut ungewöhnliches und eigenständiges Werk, bei dem man sofort sagen kann: ein echter Wes Anderson! Einmal mehr kreiert er eine eigene Welt aus verschrobenen Figuren, die skurrile Dinge tun, dabei absolut sympathisch sind und lustiger kaum sein könnten. Der starbesetzte Cast um Bruce Willis, Edward Norton und Bill Murray zeigt sich dabei enorm spielfreudig, doch werden sie von den beiden wunderbaren Kinderdarstellern Kara Hayward und Jared Gilman mühelos in den Hintergrund gespielt. Lobenswert zu erwähnen sind natürlich der für Anderson schon typische, absolut perfekt eingesetzte Soundtrack, sowie die fantastische Regie- und Kameraarbeit, die besser nicht sein könnte. Moonrise Kingdom ist so ein erfrischendes und vor allen Dingen ungewöhnliches Stück Kino, das man unter keinen Umständen verpassen soll. Der bislang wohl beste Film von Wes Anderson.
Kritik
von Bettina Friemel
Wieder einmal lädt Wes Anderson ein in seine eigene kleine Welt, in der nichts dem Zufall überlassen wird. Heraus kommt wie erwartet ein völlig schräger, aber auch absolut bezaubernder Film, der eine große Liebesgeschichte erzählt - und mögen die Protagonisten auch noch so vorpubertär sein. Moonrise Kingdom ist ein kleines Juwel, das sehr viel Freude bereitet.
Schon die ersten Bilder versetzen einen in Verzückung und Vorfreude auf das, was da nach so einem Entrée noch kommen mag. In Standbildern, die ohne Schnitt durchlaufen und bis ins letzte Detail liebevoll arrangiert sind, stellt Wes Anderson die Familie seiner Protagonistin vor und zieht den Zuschauer hinein in seine bunte fabelhafte Welt voller Skurrilitäten. Wir befinden uns im Jahr 1965 auf einer Insel an der Küste New Englands, ein wenig abgelegen von der normalen Zivilisation. Vielleicht ist das auch eine Erklärung für die manchmal etwas merkwürdigen Handlungsweisen der Figuren, denen es an Theatralik nicht mangelt. Ein Erzähler, getarnt als Inselexperte, führt uns kommentierend durch die Akte einer Liebestragödie von fast schon shakespeareschem Ausmaß. Fast!
Suzy und Sam sind anders als die anderen. Und das merken sie direkt, als sie sich das erste Mal begegnen. Ein Blick, und sie wissen, dass sie für immer zusammengehören. Da ist es auch völlig egal, dass die beiden erst zwölf sind und noch keinerlei amouröse Erfahrungen gesammelt haben. Ist das Feuer erst einmal entfacht, lässt es sich nicht so schnell mehr auslöschen. Da bedarf es schon einer Sintflut, wie wir im späteren Verlauf des Filmes noch merken werden. Doch bis dahin muss erst einmal die Flucht geplant werden. Suzy will weg von ihren Eltern, Sam verabschiedet sich von den Khaki Scouts. Erfrischend naiv machen sich die beiden auf in eine gemeinsame Zukunft. Doch auch wenn Sams Pflegeeltern froh sind, dass der Junge endlich weg ist, machen sich doch Scout Master Ward und Suzys Eltern Sorgen und folglich auf die Suche nach den Ausreißern.
Was in Moonrise Kingdom vor sich geht, muss man einfach gesehen haben. So simpel die Ausgangslage auch ist, so unglaublich vielseitig ist die Ausführung. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Jedes Haar und jede Kopfhaltung befindet sich genau in der Position für das perfekte Bild. In jeder Einstellung erkennt man die Liebe und Mühe, die Wes Anderson in seine Arbeit investiert hat, und zieht in Gedanken den Hut vor so viel Einfallsreichtum. Im Film und in der Liebe ist alles erlaubt - und so lässt Wes Anderson seine Protagonisten vom Blitz treffen, auf Kirchtürme klettern und mit einem Plattenspieler bewaffnet in der Wildnis überleben. Den Eindruck, dass wir uns in einer Fantasiewelt befinden, unterstützt auch die musikalische Untermalung, die über die gesamte Länge hinweg unaufdringlich, aber doch zielgerichtet eingesetzt wird.
Diesmal wurde die Stammbesetzung der früheren Filme wie Die Royal Tenenbaums oder Darjeeling Limited ein wenig variiert und durch "frische" Gesichter ersetzt. Bruce Willis, Edward Norton, Frances McDormand und Tilda Swinton fügen sich wunderbar in die Bildsprache von Wes Anderson ein. Edward Norton zeigt als Scout Master Ward wieder, wie viel Komik eigentlich in ihm steckt - und das ist nicht allein der schnittigen Pfadfinder-Shorts zu verdanken. Man möchte ihm einfach auf die Schulter klopfen und ihn trösten, könnte sich dabei ein breites Grinsen aber nicht verkneifen. Auch Bruce Willis hat als trauriger Insel-Cop Captain Sharp die Freuden des Lebens abgeschrieben und damit das Mitgefühl ganz auf seiner Seite. Dass Bruce Willis nicht nur Action kann, ist ohnehin bekannt. Aber so großartig resigniert und zurückhaltend hat man ihn schon lange nicht gesehen.
Ein glückliches Händchen hat Wes Anderson ebenfalls bei der Wahl seiner beiden Hauptdarsteller bewiesen. Jared Gilman als Sam und Kara Hayward als Suzy sind ein ungleiches Paar, das jedoch auf eine seltsame Weise irgendwie harmoniert. Vor allem wenn Jared Gilman ganz erwachsen und erfahren tut, ergeben sich ein paar herrliche Momente der Situationskomik. Anfangs mag man die Liebelei der beiden noch belächeln, doch schnell merkt man, dass sie es wirklich ernst meinen. Und am Ende erkennt man sogar, dass die beiden Kinder die eigentlichen Erwachsenen der Geschichte sind.
Zusammengefasst ist Moonrise Kingdom ein Highlight fürs Auge, an dem man sich nur schwer sattsehen kann. Wes Anderson hat wieder einmal ein komplettes Meisterwerk vollbracht, in dem die Mischung aus Drehbuch, Ausstattung, Musik und perfekt besetzten Figuren stimmt wie sonst selten. Freunde des schrägen Humors werden sicher ihre Freude daran haben, alle anderen sollten sich einfach mal drauf einlassen.  Weitere interessante Filme
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