Die Polizeikomödie von Regisseur E.B. Clucher spielt das altbewährte Muster vorheriger Filme des Duos Terence Hill und Bud Spencer standardmäßig ab. Jedoch kann der Film als routiniert in Szene gesetzter Unterhaltungsfilm, der die erwarteten Konventionen der vorherigen Filme erfüllt, weitgehend überzeugen.
Nachdem sich nach der erfolgreichen italienisch-französischen Koproduktion Zwei Missionare das weltbekannte Duo Bud Spencer und Terence Hill nicht sofort wieder in ein weites Gemeinschaftsabenteuer stürzte, wurden alsbald Gerüchte laut über mögliche Streitereien zwischen den beiden Darstellern. Mit dem drei Jahre danach unter der Regie von E.B. Clucher entstandenen Zwei außer Rand und Band verteilen die beiden nun, aller Trennungsgerüchte zum Trotz, erneut gemeinsam Backpfeifen.
In diesem Film wendet sich das Duo nun dem Genre des Polizeifilms zu. Ursprünglich sollte die Handlung wieder im Wilden Westen spielen und an die Handlung in Vier Fäuste für ein Halleluja anschließen, jedoch entschied man sich dazu, das Drehbuch leicht abzuändern und im gegenwärtigen Miami anzusiedeln. Jedoch haben die unterschiedlichen Genres des Duos gezeigt, dass es eigentlich egal ist, in welchem Genre Bud Spencer und Terence Hill sich bewegen, da es erwartungsgemäß lediglich zu einer Änderung bei Location und Kostümen bei nur leichter Modifikation der immer gleichen trivialen Grundgeschichte kommt. Dies soll nicht abwertend gemeint sein, schließlich erwartet niemand bei einem Film des Duos, dass es sich plötzlich einem großen Drama zuwendet.
Clucher bietet routiniert die erwartete Kost, deren Handlung dieses Mal weder größere Längen aufweist noch völlig albern ist, wie es beispielsweise bei Zwei wie Pech und Schwefel der Fall war. Natürlich weckt Miami als Handlungsort nicht so sehr das Fernweh wie die tropischen Sets, in denen sich Spencer und Hill in Filme wie Zwei Missionare oder Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle tummelten. Dies liegt allerdings auch daran, dass Clucher leider nahezu komplett auf Postkartenansichten verzichtet und sich stattdessen weitgehend auf seine beiden Hauptdarsteller fixiert.
Die nahezu unerreichte Chemie zwischen Bud Spencer und Terence Hill scheint auch bei Zwei außer Rand und Band trotz dreijähriger Pause voneinander wieder ungebrochen durch und trägt in hohem Maße zum Gelingen der spannungsarmen Handlung bei. Niemals ist das Duo auch nur im Entferntesten in Gefahr, letztlichen den Sieg davon zu tragen. So hätte auch der vor Mord nicht zurückschreckende Rauschgifthändler Fred Cline zwar durchaus das Potenzial eines ernsthaften Gegenspielers geboten, jedoch lässt die einfach gestrickte, auf das Zusammenspiel von Spencer und Hill zugeschnittene Handlung es nie zu, dass er auch nur im Entferntesten eine ernsthafte Bedrohung darstellt.
Luciano Catenacci hinterlässt, neben dem Standardmäßigen Riccardo Pizzut als dessen rechte Hand, als Gegenspieler Fred Cline allerdings nicht nur wegen der Geschichte, die ihm kaum Leinwandzeit zugesteht, einen schlechten Eindruck. Catenacci spielt seine Rolle dermaßen lustlos ohne auch nur die Spur eines Augenzwinkerns runter, dass man den Eindruck bekommen könnte, dass er sein Mitwirken an dem Film einfach nur so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte.
Die in der Rolle der Suzy Lee als standardmäßiges Love-Interest von Terence Hill agierende Laurette Gemser gibt in ihren Filmminuten ebenfalls keine sonderlich gute Figur ab. Die hölzerne Darstellung Gemsers, die in den 1970er Jahren mit Filmen wie Black Emanuelle - Stunden wilder Lust zur Ikone des Softpornos wurde, unterbietet schauspielerisch noch jedes Laientheater.
Warum Clucher allerdings allerlei Anspielungen auf Stanley Kubricks Uhrwerk Orange in den Film einfließen ließ, bleibt ein sich verschließendes Mysterium. So erinnert das Auftreten einer Bande von Kriminellen, die Spencer und Hill auf den rechten Weg zurück prügeln, beispielsweise genauso deutlich an Charaktere aus Kubricks Film wie die Verabredung: "Okay, vier Uhr im Stadion. Uhrwerk Apfelsine".
Abschließend ist Zwei außer Rand und Band letztlich ein typischer Film mit Bud Spencer und Terence Hill, bei dem Regisseur E.B. Clucher das Rad nicht gerade neu erfindet. Allerdings bietet Cluchers Werk den Fans des Duos die erwartete Kost, ohne dass die Geschichte wirkliche Längen aufweist.