Das serienmäßige Abspulen der immer wieder gleichen Geschichte der Spencer/Hill-Filme wurde von Regisseur E.B. Clucher durchaus kurzweilig in Szene gesetzt. Allerdings fehlt dem Film eben dieser rechte Funke, der die besseren Filme des Hau-Drauf-Duos Bud Spencer und Terence Hill auszeichnete.
14 Jahre und unzählige Filme nachdem Bud Spencer und Terence Hill unter der Regie von E.B. Clucher mit Die rechte und die linke Hand des Teufels zu einem der weltbekanntesten Duos der Filmgeschichte wurden, kreuzen sich in dieser Komödie die Wege der beiden Darsteller und des Filmemachers erneut.
Natürlich sorgt das sich mittlerweile zum zwölften Mal wiederholende gleiche Muster der Spencer/Hill-Filme dafür, dass das gesamte Konzept nicht mehr sonderlich frisch wirkt. Diese Entwicklung wurde in den jüngeren Filmen dadurch kompensiert, dass die Anzahl der Prügelszenen stetig zunahm. Dies setzte Regisseur E.B. Clucher in Vier Fäuste gegen Rio konsequent fort.
Allein das wäre kein Kritikpunkt, schließlich gehört das Verteilen von Backpfeifen genauso zu einem Film mit Bud Spencer und Terence Hill wie hohe Benzinpreise zur Ferienzeit. Allerdings sorgt die Menge und besonders die Länge der Prügelszenen dafür, dass man als Zuschauer mit zunehmender Spieldauer beginnt, das Ende der Schlägerei herbei zu sehnen.
Neben dem (hier leicht inflationären) Prügeln läuft der Rest von Vier Fäuste gegen Rio ebenfalls nach dem Standardschema der sonstigen Filme ab. So ist die Geschichte auch hier dermaßen einfach gestrickt, dass selbst Filme von Uwe Boll dagegen noch anspruchsvoll wirken und die Gegenspieler nicht sehr viel bedrohlicher sind, als die Figuren in der Sesamstraße.
Die einzige Besonderheit ist, dass Clucher seine beiden Hauptdarsteller dieses Mal in zwei Rollen agieren lässt. So spielen Bud Spencer und Terence Hill neben ihren Standardrollen, die sich je nach Film eigentlich nur durch den Namen unterscheiden, auch noch die Cousins Bastiano und Antonio Coimbra de la Coronilla y Azevedo. Gerade Bud Spencer sorgt in seiner tuntig angelegten Rolle für einige Lacher. Daher ist es schade, dass das Drehbuch für Spencer und Hill in ihren unüblichen Rollen nicht mehr als die wenigen Auftritte vorgesehen hat.
Letztlich hätte sich hier die Chance auf eine Modernisierung des nunmehr angestaubten Konzepts geboten, die leider vertan wurde. Doch bei aller Kritik soll auch hier gesagt sein, dass E.B. Cluchers Werk genau das bietet, was ein Fan des Duos auch erwartet. Weshalb es Vier Fäuste gegen Rio als souverän in Szene gesetztes Standardkino des Duos Bud Spencer und Terence Hill dann doch noch schafft, eine Wertung im unteren Mittelmaß zu erhaschen.