Charlie Kaufmann schuf mal wieder ein Drehbuch, welches wohl allen Gesetzen von Hollywood trotzt und nur so vor skurillen und abgedrehten Ideen sprüht, die jedoch manchmal ein wenig zu übertrieben waren. Dafür aber können sowohl Michael Gondrys Inszenierung sowie die Top-Darstellerleistungen überzeugen.
Da Michael Gondrys aktueller Film Vergiss mein nicht! von diversen Kritikern schon als einer der besten Filme der letzten Jahre betitelt wird, hat sich nun Filmverleih Senator entschieden, sein vorheriges Werk Human Nature - Die Krone der Schöpfung doch noch in die Kinos zu bringen. Auch bei diesem Vorwerk war das Drehbuchgenie Charlie Kaufmann, der uns schon mit Adaption und Being John Malkovich beglückte für die Story verantwortlich und der Trailer ließ schon Großes erahnen.
Lila kann einem richtig leid tun, denn die Natur hat es nicht so gut gemeint, als sie sie mit einem enormen Ganzkörperhaarwuchs ausstattete. Resigniert zieht sie sich in den Dschungel zurück. Als sie sich wieder zurück in die Zivilisation begibt und einen erfolgreichen Roman über ihr Leben in der Wildnis herausgebracht hat, verliebt sie sich ausgerechnet in den verklemmten Verhaltensforscher Nathan, der ein Experiment zur Einbürgerung Wilder am Start hat. Zudem scheint auch seine niedliche Assistentin Interesse an Nathan zu haben.
Man merkt sofort dass hier Charlie Kaufmann seine Finger im Spiel hatte, denn solch überdrehte und skurile Geschichten fallen wirklich nur diesem Mann ein. Die Story ist weitestgehend überzeugend, auch wenn man seinen Stil mögen muss, um dem Film etwas abgewinnen zu können. Vor allem gegen Ende ist sein sarkastischer und abgedrehter Stil doch ein wenig zu extrem, wie ich finde.
Regisseur Michael Gondry steht Kaufmann jedoch in Sachen Überdrehtheit in nichts nach und überzeichnet fast jede einzelne Szene mit den ungewöhnlichsten Inszenierungsmöglichkeiten, wobei diese nicht unbedingt zum Vorantreiben der Handlung nützlich sind.
Ein großes Plus des Filmes sind noch die Darsteller: Tim Robbins ist parademäßig besetzt als verklemmter und konservativer Wissenschafter, ebenso auch Rhys Ifans, dem man seine Rolle als Urwaldmensch, so wie auch seine in die Gesellschaft eingegliederte Person abnimmt. Patricia Arquette macht ihre Sache auch recht gut, steht jedoch ganz klar im Schatten der wunderbaren Eowyn Miranda Otto, die hier wohl einen den süßesten und hinreißendsten französischen Akzente an den Tag legt und zudem auch noch mit ihrem schauspielerischen Können überzeugen kann.
Trotz des vielen Lobs: Nicht alles ist so rosig wie bisher beschrieben, denn diese überdrehte Art, die im Grunde ja ganz spaßig ist, kann über die Länge des Filmes leider nicht immer unterhalten, da sie vor allem gegen Ende mir ein bisschen zu Weit ging und in eine Blödelei abdriftete. Das reißen jedoch die teilweise gelungenen Ideen und vor allem die Darsteller wieder raus, so dass es Kaufmannfans wohl nicht bereuen werden eine Karte für Human Nature - Die Krone der Schöpfung zu lösen.