Irgendwie haben Filme übers Kochen etwas Abschreckendes. Vielleicht ist das eine persönliche Empfindung, aber die Vorstellung, mir anzusehen, wie sich Menschen in der Kulisse einer übergroßen Kochshow veralbern, verwirren und verlieben, ist für mich einfach komplett reizlos. Und wirkliche Vorzeigebeispiele gibt es auch nicht. Man denke nur an Aaron Eckhart und Catherine Zeta-Jones in Rezept zum Verlieben. Doch diese französische Komödie schmeckt tatsächlich. Und das war, versprochen, das einzige derartige Wortspiel.
Jacky ist als Koch so begnadet, wie leidenschaftlich. Doch leider kostet ihn seine Hingabe, mit der er Gästen, die seine kulinarischen Meisterwerke nicht wertschätzen können, schon mal die Teller wegnimmt, bereits zum vierten Mal den Job. Gleichzeitig muss der erfolgreiche Sternekoch Alexandre Lagarde um sein Restaurant bangen, weil der neue Besitzer seine traditionelle Kochkunst durch moderne Chemieverfahren ersetzen möchte. Als beide Männer durch einen Zufall aufeinander treffen, beginnt schließlich eine äußerst fruchtbare und witzige Zusammenarbeit.
Das mit Abstand Schönste an dieser Komödie ist ein bestens gelaunter Jean Reno, den man endlich wieder im komödiantischen Fach erleben darf. Und da er in den letzten Jahren ganz schön an Statur zugelegt hat, nimmt man ihm auch äußerlich den Profikoch ab. An seine Seite stellt man den französischen Anarchokomiker Michael Youn (Lucky Luke), dessen Darstellung man nur charmant nennen kann. Er gibt den liebenswerten Chaoten mit der besonderen Begabung, ohne ihn mit Kitsch oder unnötigem Ballast zu beladen. Die gemeinsamen Szenen der beiden sind auf jeden Fall das, was den Film sehenswert macht.
Darüber hinaus ist der Humor, den Regisseur Daniel Cohen hier fabriziert, im Gegensatz zu vielen anderen französischen Komödien vor allem nicht zu aufdringlich. Es sind die Kleinigkeiten und die eher liebevollen Scherze, über die hier man hier lachen muss. Und wenn es gegen Ende dann doch etwas skurriler wird, dann findet man den Film schon zu sympathisch, um sich noch ernsthaft daran zu stören. Diese Sympathie ist es auch, dank der Kochen ist Chefsache vor allem gefällt.
Der französische Riesenerfolg Ziemlich beste Freunde hat abgesehen von dem pausenlosen Humor eine ähnliche Sympathie ausgelöst, sodass man ihm die vorhandenen Mängel auf filmtechnischer Seite verziehen hat. Die gleichen kleinen Probleme hat auch Kochen ist Chefsache. So sind die Figuren zwar liebenswert, aber nicht sonderlich tiefgründig, und echte Konflikte gibt es quasi gar nicht. Erst gegen Ende entsteht tatsächlich so etwas wie echte Spannung, was dann auch gleich für etwas mehr Tempo und gesteigerte Aufmerksamkeit beim Zuschauer sorgt. Doch die meiste Zeit plätschert die Handlung lau vor sich hin.
Trotzdem kann man ohne schlechtes Gewissen sagen, dass Kochen ist Chefsache wirklich gelungene Unterhaltung geworden ist. Darsteller mit viel Spaß an der Sache, zurückhaltender Witz und einige äußerst anregende Bilder von gutem Essen. Wie eingangs versprochen spare ich mir weitere Doppeldeutigkeiten dazu, würde aber empfehlen, möglichst nicht hungrig ins Kino zu gehen.