Tanzen bis zum Umfallen: Ein Streetdance-Team will bei einem großen Wettbewerb richtig abräumen - das ist aber natürlich mit einigen Hindernissen verbunden. Leider wird dies im absolut substanzarmen StreetDance 2 nur im 08/15-Style vom Reißbrett denn deluxe geschweige denn in sinnvollem 3D erzählt und gezeigt.
Epic fail: Popcorn-Verkäufer Ash (Falk Hentschel) will dem Team von "Invincible" in London zeigen, was er für Moves drauf hat - und fällt ordentlich auf die Nase. Er war einfach nicht tight genug. Also jettet er zusammen mit Manager Eddie (George Sampson) quer durch Europa - illustriert durch billige Animationen - und rekrutiert problemfrei seine Streetdance-Crew für den "Final Clash", wo er sich wieder mit "Invincible" battlen will. Doch erst die rassige Eva (Sofia Boutella), die ein fettes Streetdance-Latin-Crossover vorschlägt und einstudiert, gibt den letzten Schliff - und Ash eine handfeste love interest an die Hand.
Wie sich das gesamte abgeschmackte Story-Konstrukt von StreetDance 2 entwickelt, weiß jeder, der irgendwann einmal Dirty Dancing oder Save the Last Dance gesehen hat. Kreative Differenzen, Streits und Versöhnung, alles scheint auseinander zu brechen, doch im richtigen Moment halten alle zusammen, um den Wettbewerb zu gewinnen. So läuft das in StreetDance 2, dem Inbegriff eines stupiden Zielgruppen-Films, der sich anschickt, aktuelle Pop-Charts umfassend, aber äußerst handlungsarm zu bebildern. Dazu noch obligatorische Zeitlupen bei den immerhin beeindruckende Choreographien und etwas Romantik: fertig ist der Tanzfilm-Bausatz, dem StreetDance 2 rein gar nichts hinzuzufügen hat.
Ash ist ein charakterschwacher, aber immerhin gut aussehender Flach-Charakter. Eva (Sofia Boutella) gibt die rassige Latina, die nur gut aussehen, natürlich tanzen und ab und an auch mal weinen darf. Einzig ihr als humoristisches Element herhaltender Vater (Tom Conti) versprüht den inzwischen zum Klischee gewordenen Charme des liebenswerten Raubeins, der die sich andeutende Romanze misstrauisch verfolgt. Dem auch im wahren Leben tanzenden und in der Filmbranche aufstrebenden Leipziger Falk Hentschel (Knight and Day) gelingt es nicht, seiner blassen Rolle Profil, geschweige denn Tiefe fernab von Dackelblicken in aufflammende Frauenherzen zu geben. Stattdessen suhlt er sich genau wie alle anderen tanzenden Akteure in Anglizismen und der eigenen Coolness, die sich von stilisierten Kissenschlachten nahtlos auf die dunklen, stilisierten, aufgeheizten Bilder der Dance-Battles überträgt, die StreetDance 2 fortwährend in verschenktem 3D präsentiert. Nur eine Handvoll Kamerafahrten durch die Zuschauerreihen zeugen vom Potenzial dieser Technik, die sich im artverwandten Dokumentarfilm (Pina) mehr zuhause fühlt und weniger nach Abzocke stinkt.
Hatte der erste Teil als 3D-Pionier unter den Tanzfilmen noch Kredit, so hat ihn die ideenfreie und handlungsarme Fortsetzung mit Reißbrettcharakteren nun endgültig verspielt. Außer den fetten Beats und den ansehnlichen Choreographien flowt in StreetDance 2 trotz gleicher Besetzung des Regiestuhls gar nichts.