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Die drei Musketiere

(The Three Musketeers, 1993)

Durchschnittliche Redaktionswertung

75%



Inhalt

D'Artagnans größter Wunsch ist es, ein Musketier zu werden. Also macht er sich auf nach Paris, um sich der berüchtigten Leibgarde anzuschließen. Dort muss er allerdings erfahren, dass Kardinal Richelieu die Truppe aufgelöst hat. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und so konfrontiert D'Artagnan die drei Musketiere Aramis, Arthos und Porthos mit seinem Vorhaben.

Kritik

von Florian Tritsch

Wertung Kritik

75%

Zwar hat die rasante Actionkomödie einige Male mit ein paar Längen zu kämpfen und bei den Actionszenen wäre auch noch Luft nach oben gewesen. Doch ein gelungen-rasantes Drehbuch sowie ein wirklich gutes Ensemble lassen Stephen Hereks Die drei Musketiere zu einer gelungen Version des zigfach verfilmten Romans von Alexandre Dumas werden.

Bild aus Die drei Musketiere Der französische Autor Alexandre Dumas erreichte mit seiner Romantrilogie eine erstaunliche Unvergessenheit. Die in den Büchern beschriebenen Abenteuer seines Helden d'Artagnan und seine drei Freunde Athos, Porthos und Aramis wurden in den letzten einhundert Jahren in (nicht unbedingt) schöner Regelmäßigkeit nahezu alle fünf Jahre in einer neuen Interpretation in den Lichtspielhäusern aufgeführt. Aufgrund dieser Masse an Verfilmungen muss sich jeder neue Musketierfilm der Frage stellen, ob er wirklich notwendig gewesen ist. Die filmische Antwort, die Regisseur Stephen Herek mit Die drei Musketiere gibt, ist allerdings weder ein Ja noch ein Nein.

So reduzierte das Drehbuch von David Loughery die berühmte Geschichte in erster Linie auf eine klassische Actionkomödie, inklusive Hollywood-üblichem Happy End. Doch obwohl Hereks Film der Originalgeschichte nun wirklich nichts Neues abgewinnt, sondern sich mit einigen One-Linern von Actionszene zu Actionszene hangelt und dabei den Musketiermythos lediglich streift, soll in diesem Fall nicht einmal negativ gemeint sein. Zumindest nicht ausschließlich, denn das Ganze funktioniert durch Hereks rasante Inszenierung an sich wirklich gut.

Allerdings bremsen einige Längen die Inszenierung immer wieder ein kleines bisschen aus. Besonders wenn sich Herek einem seiner kleinen Subplots widmet, die im Grunde in keinem wirklichen Zusammenhang mit der eigentlichen Geschichte stehen und in der Regel auch nur allesamt am Rande aufgegriffen werden, fragt man sich, warum hier nicht die (relativ) lange Spielzeit von 105 Minuten ein kleines bisschen gestrafft hat.

Ebenfalls stechen die Actionszenen ein wenig negativ heraus. Kaum beginnt eine Szene, ist sie auch meist schon wieder so schnell zu Ende, dass man sie fast durch ein Augenblinzeln verpassen kann. Auf das Finale trifft diese Kritik zwar nicht zu, da sich Herek am Schluss offenbar doch noch ins Gedächtnis gerufen hat, dass er einen Actionfilm inszeniert, doch fällt es dann letztlich ein wenig zu brav aus, um Actionfans wirklich zu begeistern. Hier wäre ein wenig mehr tatsächlich mehr gewesen.

Hauptdarsteller Chris O'Donnell soll nach Brad Pitt und Johnny Depp nur die dritte Wahl für die Rolle gewesen sein. Gut möglich, dass den beiden Darstellern der Part des D'Artagnan ein wenig zu eindimensional ausfiel, denn dies ist mitunter einer der großen Kritikpunkte des Films. D'Artagnan macht im Laufe des Films keine Entwicklung durch und ist von Anfang bis Ende ein vor Selbstbewusstsein strotzendes Universaltalent. Doch O'Donnell, der mittlerweile wohl hauptsächlich als Ermittler in NCIS: Los Angeles bekannt sein dürfte, holt das Beste aus der nicht sonderlich gut ausgearbeiteten Figur heraus und wirkt die Spielzeit über stets sympathisch.

Kiefer Sutherland (Melancholia) hätte man durchaus mehr Zeit gewünscht, um seine Figur des Athos richtig auszuspielen. Der Nebenplot um ihn und seine gemeinsame Vergangenheit mit Lady DeWinter wird derart schnell abgehakt, dass er leider keine Chance hat, einen wirklich zu bewegen. Doch Sutherland beweist sich hier einmal mehr als ausgereifter Charakterdarsteller und schafft es auch mit den hier geringen Möglichkeiten, die das Drehbuch ihm bietet, alle Facetten seiner Figur darzustellen.

Ex-Two-and-a-Half-Men-Star Charlie Sheen und der leider immer noch chronisch unterschätzte Oliver Platt (X-Men: Erste Entscheidung) spielen als Aramis und Porthos im Film nur unwesentliche Rollen und sind in erster Linie für den Humor verantwortlich. Auch ihnen merkt man ihre Spielfreude förmlich an, gerade Platt kann als schräg-versoffener Aramis mit wirklich jedem Auftritt für einen Lacher sorgen.

Doch Die drei Musketiere steht und fällt ganz klar mit der Performance von Tim Curry (Burke & Hare), der als durchtriebener Kardinal Richelieu eine wirklich erstklassige Leistung abliefert. Currys Szenen als machthungriger Geistlicher gehört klar der Film. Die latente Bedrohlichkeit, mit der er seine Figur spielt, ist besonders für eine Action-Komödie wirklich beeindruckend.

Letztlich zeigt Stephen Herek mit seiner Neuinterpretation der Musketiergeschichte eine im Großen und Ganzen sehr gelungene Actionkomödie. Dazu wird die gute Geschichte von einem wirklich gut aufspielenden Cast, allen voran dem charismatischen Tim Curry, getragen. Einzig bei den Actionszenen hätte ein wenig mehr nicht geschadet, weshalb der Film in der Endbewertung einen kleinen Abzug hinnehmen muss.

Keine weitere Wertung


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