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Mein Name ist Nobody

(Il mio nome è Nessuno, 1973)

Durchschnittliche Redaktionswertung

88%



Inhalt

Jack Beauregard, ein legendärer aber auch alt gewordener Revolverheld, will seinen Lebensabend in Ruhe und Frieden verbringen. Da er sich in seinem bewegten Leben viele Feinde gemacht hat, plant er, ohne Aufsehen nach Europa auszuwandern. Doch dann trifft er auf Nobody, einen jungen aufstrebenden und vor allem hinterlistigen Revolverhelden, der Beauregard nicht so einfach sang- und klanglos ziehen lassen will.

Kritik

von Florian Tritsch

Wertung Kritik

88%

Der Film von Westernlegende Sergio Leone und Tonino Valerii vereint die Motive des Italowesterns mit den parodistischen Elementen der Westernkomödie. Mit Ausnahmen von einigen unnötigen Längen funktioniert diese Mischung, die gewissermaßen das Ende des Westerns zelebriert, ausgezeichnet. Dies ist neben der gelungenen Regiearbeit von Valerii und Leone in erster Linie den beiden Hauptdarstellern Henry Fonda und Terence Hill zu verdanken, die hier in ihren Rollen glänzen.

Bild aus Mein Name ist Nobody In den 1960er Jahren prägte kein anderer Filmemacher die Filmlandschaft so sehr wie der Italiener Sergio Leone. Mit Filmen wie Für eine Handvoll Dollar oder Zwei glorreiche Halunken bestimmte er fast im Alleingang den optischen Stil des Italowesterns. Bei dem hier vorliegenden Mein Name ist Nobody feiert der große Mann des Spaghetti-Westerns nun den Abgesang auf sein selbst geschaffenes Genre. Wenngleich Leone hier nur als Produzent und Co-Regisseur agierte und die Regiearbeit offiziell seinem alten Weggefährten Tonino Valerii (unter anderem Sie verkaufen den Tod) überlassen hat, trägt der Film doch deutlich seine Handschrift. Allein die dialoglose Anfangssequenz, in der Henry Fonda in nervenzerfetzender Länge letztlich gegen drei Ganoven triumphiert, erinnert deutlich an die Filme Leones in der Glanzzeit seines Italowesterns.

Zum üblichen Stil Leones gesellt sich allerdings ein Humor hinzu, den man so in keinem seiner bisherigen Produktionen gesehen hat und dabei mehr als deutlich an Westernparodien wie Enzo Barbonis Die rechte und die linke Hand des Teufels erinnert. Das beste Beispiel ist dabei wohl die Abklatsch-Nummer, die Hauptdarsteller Terence Hill bereits in unzähligen Filmen, meist an der Seite seines mittlerweile zum Kulturgut gewordenen Partners Bud Spencer, zum Besten gab. Diese Mischung aus Italowestern und Westernparodie funktioniert deshalb, weil Valerii und Leone hierbei das richtige Maß fanden, um beide Genres gleichermaßen zu bedienen, ohne dabei inhomogen zu wirken. So gibt sich der Film, wie es sich für einen Italowestern gehört, zwar äußerst leichenhaltig, aber gleichzeitig unblutig, um die Komödie damit nicht aus der Bahn zu lenken.

Dazu kommt, dass die beiden Hauptdarsteller Henry Fonda (Spiel mir das Lied vom Tod) und Terence Hill (Vier Fäuste für ein Halleluja) hier ebenfalls hervorragend aufspielen. Natürlich gehört der Film zuallererst Terence Hill, der in seiner Rolle als intelligenter, unbesorgter Sunnyboy einmal mehr glänzt. Neben Hill setzten Leone und Valerii auf Henry Fonda als ernsten Gegenpart. Fonda, der hier den Revolverheld der alten Schule gibt, hat sichtlich Spaß an seiner Rolle und gibt dem Film die nötige Substanz. Ebenfalls gelungen ist die Musik, die einmal mehr von Leones ehemaligem Klassenkameraden aus Kindertagen und Stammkomponisten Ennio Morricone stammt. Wie man es von dem fünf Mal für den Oscar nominierten (In der Glut des Südens, Mission, The Untouchables - Die Unbestechlichen, Bugsy, Der Zauber von Malèna) Morricone gewohnt ist, ist die musikalische Untermalung auch hier wieder einmal erstklassig.

Allerdings hat der fast zweistündige Film mit einigen wirklich mehr als zähen Längen zu kämpfen. Hier hätten Leone und Valerii den Film definitiv noch ein wenig straffen müssen. Beispielsweise die Szene im Spiegelzelt auf einem Jahrmarkt, die wohl als Referenz an Orson Welles Die Lady von Shanghai zu sehen ist, zieht sich bis zur Unerträglichkeit hin. Dennoch ist dem Duo Sergio Leone und Tonino Valerii mit Mein Name ist Nobody letztlich eine wunderbare Westernkomödie gelungen, die großen Spaß macht und für jeden Westernfan ein Muss ist.

Keine weitere Wertung


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