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West Is West(West Is West, 2010)
| Dt.Start: |
14. Juni 2012
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Premiere: |
12. September 2010 (Toronto Film Festival, Kanada) |
| FSK: |
ab 6
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Genre: |
Komödie, Drama |
| Länge: |
103 min
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Land: |
UK |
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Darsteller:
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Aqib Khan (Sajid Khan), Om Puri (George/Jahangir Khan), Linda Bassett (Ella Khan), Robert Pugh (Mr. Jordan), Thomas Russell (Hughsy), Jimi Mistry (Tariq Khan), Vanessa Hehir (Esther), Vijay Raaz (Tanvir), Raj Bhansali (Zaid), Dhanalaxmi Padmakumar (Raushana Khan), Sheeba Chaddha (Rehana Khan) |
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Regie:
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Andy De Emmony |
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Drehbuch:
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Ayub Khan-Din |
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 Inhalt
Vier Jahre, nachdem der pakistanische Familienvater George versucht hat, seine in England geborenen Söhne vor der Verwestlichung zu retten, steckt sein Jüngster Sajid mitten in der Pubertät und muss sich neben seinen orientalischen Wurzeln auch mit Schule und Schlägern auseinandersetzen. Vater George will ihm eine Richtung zeigen und fliegt mit ihm zu seiner ersten Frau Basheera nach Pakistan. Doch auch seine Jetzt-Ehefrau Ella folgt ihnen dorthin. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Dimitrios Athanassiou
Filme, die vom Aufeinanderprallen von Kulturen handeln, zeichnen sich genauso oft durch heiteren wie ernsten Inhalt aus. Es können süffisante Streifen sein, die Klischees auf den Kopf stellen, wie im Falle von Salami Aleikum, oder konservativere, die mit imperialistischen Denkmustern aufwarten, welche erst allmählich demontiert werden, wie in Best Exotic Marigold Hotel. Im Culture-Clash West is West reist der pakistanische Familienpatriarch George, der sein halbes Leben in England verbrachte, in seine alte Heimat, um seinem Sohn Sajid die Kultur seiner Heimat näher zu bringen. George wird dort aber mit seinem eigenen Versagen konfrontiert. Schließlich ließ er vor 30 Jahren seine Familie zurück, um in England sein Glück zu suchen. Anfänglich vielversprechend, versandet der Film leider allmählich in Rührseligkeit.
Es war im Jahr 1999, als eine pakistanisch-britische Familie im Kino in der Komödie East is East ihr Stelldichein gab. Es handelte sich um die Familie Khan, bestehend aus dem Familienoberhaupt George Kahn (Om Puri), einem Pakistani, und Ella Khan (Linda Bassett), einer irischstämmigen Britin, die seit 25 Jahren verheiratet sind, in einer kleinen englischen Stadt im Jahr 1971 leben und sechs Söhne und eine Tochter haben. Selbstverständlich entstehen eine Reihe Konflikte, wenn der Familienpatriarch seine muslimisch-pakistanischen Traditionen aufrechterhalten will, seine Kinder aber nach englischer Lebensart aufwachsen. Da platzt mitunter auch schon mal eine arrangierte Ehe. Und George verfällt in Handgreiflichkeiten, wenn ihm die Argumente ausgehen.
Über zehn Jahre später folgt die Fortsetzung von East is East mit dem Titel West is West. Bei den Khans sind zwischenzeitlich lediglich fünf Jahre vergangen; man schreibt 1976. Georg macht immer noch auf Patriarch, aus dem pakistanischen Tiger ist inzwischen aber mehr eine Art kratzbürstiger Kater geworden. Er hält zwar weiterhin an den Traditionen seiner früheren Heimat fest und will sich nicht damit abfinden, dass seine Kinder einen eigenen, europäisch-britischen Weg gehen; seine Versuche, das zu unterbinden, haben jedoch meist etwas Unbeholfenes. Sajid (Aqib Khan), einer seiner Söhne, der mitten in der Pubertät steckt, macht ihm aber derart viel Kopfzerbrechen, dass er ihn auf eine Reise in die alte Heimat mitnimmt. Dort soll er die pakistanische Lebensart kennen und schätzen lernen. George hat in Pakistan noch eine weitere Familie, Ehefrau und Kinder, die er vor 30 Jahren zurückließ, als er nach England ging. Regelmäßig schickte er ihnen über die Jahre Geld, nun ist aber das erste Mal, dass er sie nach all der Zeit besucht. Anfänglich wird er mit allen Ehren, die einem Familienoberhaupt gebühren, begrüßt, hinter der Fassade brodelt es allerdings; und auch George ist nicht mehr derselbe Mensch wie damals.
Fremder in der eigenen Heimat, könnte der unsichtbare Untertitel von West is West lauten. Die einhergehende Sinnsuche eines Menschen, der vermeint, in der alten Heimat wäre alles besser als in dem neuen Land, das ihm bereits seit Jahrzehnten ein Zuhause ist, wirkt fahrig und reizarm. Dabei beginnt die Dramödie äußerst vielversprechend. Liebevoll fängt der Film zu Beginn die Welt der englischen Arbeiterghettos der 1970er Jahre ein. Fast schon übertrieben wird die Erwartung auf eine bissige Milieustudie genähert, mit viel zeitgenössischem Sozial- wie Lokalkolorit und der Offenlegung rassistischer Ressentiments in der (damaligen) englischen Gesellschaft. Ein Stückweit erfüllt der Film diese Hoffnungen, insgesamt jedoch zu wenig, um damit auf der langen Distanz punkten zu können. Allzu schnell verlagert sich die Handlung nach Pakistan, sodass die Story einen neuerlichen Anlauf nehmen muss. Auch dort gibt sich Regisseur Andy DeEmmony Mühe, das landestypische Flair einzufangen, viel mehr als die Zurschaustellung von ärmlichen Landstrichen und bunten Basaren bleibt in der Erinnerung allerdings nicht haften.
In puncto Humor geht dem Film mit der Zeit zudem deutlich die Puste aus. Das fällt umso mehr auf, da sich das Wiederzurechtfinden des alten Khan in seiner pakistanischen Heimat und das Kennenlernen des Landes für den jungen Khan, für den es all die Jahre mehr eine Art Mythos darstellte, reichlich zäh gestaltet und sich spürbar Längen einstellen. Ein etwas Mehr an Handlung hätte dem vermutlich abgeholfen. Mit der Zeit verschiebt sich der Fokus mehr und mehr Richtung Drama, in dem das Versagen des Familienoberhauptes den Film zu dominieren beginnt. Zwischen einem Dasein, das so etwas wie ein beinahe verblasster Traum ist, und einem Leben, in dem er sich trotz aller erdenklicher alltäglicher Probleme behaupten kann, gerät das Ende dann recht absehbar.
Was schlussendlich gar nicht überraschen will: Hunderttausende von Türken, Italienern, Griechen und viele andere "Gastarbeiter", die in den 1960ern bis 70ern nach Deutschland kamen und blieben, obschon sie sich hier nie völlig heimisch fühlen wollten, erlebten einen gehörigen Schock, als sie versuchten, in eine Existenz zurückzukehren, die sie vor etlichen Jahrzehnten hinter sich gelassen hatten. Die alte Heimat war ihnen längst fremder geworden, als es die neue jemals sein könnte. Leider bemüht sich West is West nicht konsequent genug, diese irrigen Vorstellungen vom Paradies der Vorväter, in dem vermeintlich Milch und Honig fließen, zu entlarven, sondern kapriziert sich auf das Verhältnis des Protagonisten zu der Familie, die er zurückließ. Das reduziert die Geschichte in der zweiten Hälfte überwiegend auf rührseliges Taschentuchkino.  Weitere interessante Filme
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