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Punch-Drunk Love(Punch-Drunk Love, 2002)
| Dt.Start: |
17. April 2003
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Premiere: |
19. Mai 2002 (Cannes Film Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Komödie, Drama, Romanze |
| Länge: |
94 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Adam Sandler (Barry Egan), Emily Watson (Lena Leonard), Luis Guzman (Lance), Philip Seymour Hoffman (Dean Trumbell), Rico Bueno (Rico), Hazel Mailloux (Rhonda), Julie Hermelin (Kathleen), Salvador Curiel (Sal), Jorge Barahona (Jorge), Ernesto Quintero (Ernesto), Mary Lynn Rajskub (Elizabeth), Lisa Spector (Susan), Nicole Boroda Gelbard (Nicole), Mia Weinberg (Gilda), Karen Hermelin (Anna), Larry Ring (Schwager Steve), Kerry Gelbard (Schwager Richard), Robert Smigel (Zahnarzt Walter), Ashley Clark (Schwester), David Stevens (David), Nathan Stevens (Nate), Jim Smooth Stevens (Jim) |
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Regie:
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Paul Thomas Anderson |
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Drehbuch:
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Paul Thomas Anderson |
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 Inhalt
Barry Egan ist ein kleiner aber aufstrebender Geschäftsmann, der durch das Aufwachsen mit seinen sieben Schwestern nachhaltig geschädigt, nicht fähig ist, eine Beziehung zu führen. Eines Tages tritt jedoch Emily in Barrys ohnehin schon turbulentes Leben und die lässt sich durch seine zahlreichen Marotten nicht abschrecken. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Thomas Brendel
In Paul Thomas Andersons skurriler Komödie lässt Adam Sandler erstmals schauspielerisches Talent erkennen und demontiert gekonnt seine altbewährte Rolle des einfältigen Kindskopfes.
In Punch-Drunk Love hat Komiker Adam Sandler im Grunde genommen genau die gleiche Rolle inne, wie bereits in zahlreichen stumpfsinnigen Komödien zuvor, die eines einfältigen und übermäßig kindischen Mannes mit Hang zu spontanem aggressiven Verhalten. Diesmal jedoch stand Sandler der begnadete Paul Thomas Anderson, Schöpfer von Filmen wie Boogie Nights und Magnolia, als Drehbuchautor und Regisseur zur Seite. Das Ergebnis dieser außergewöhnlichen Kollaboration ist ein Film, der nicht nur aufgrund seiner Eigenwilligkeit gefällt, sondern in erster Linie der von Sandler bereits so oft gespielten Figur des unterbelichteten Außenseiters die bis dato nie vorhanden gewesene, nötige Substanz verleiht. In Punch-Drunk Love kann man das irrsinnige Verhalten des Komikers nicht wie gewohnt als unmotivierte, schwachsinnige Blödelei abtun, sondern erkennt erstmals die Tragik die sich hinter der Fassade seiner Figur verbirgt. Fast ist man gewillt, sich die früheren Werke des Saturday Night Live-erprobten Schauspielers ein weiteres mal zu Gemüte zu führen, hat man doch jetzt das Gefühl, Sandlers Charaktere endlich verstanden zu haben und diese Erkenntnis im Hinterkopf behaltend vielleicht auch mit seinen bisherigen Komödien etwas anfangen zu können.
Adam Sandler ist Barry Egan, ein verschlossener Mann, der sich seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Toilettenartikeln verdient. Bereits im Kindesalter wurde Barry von seinen insgesamt sieben Schwestern gehänselt und auch heute noch steht sein Leben permanent unter deren Kontrolle. Wie wenig Freiraum dieser Mann genießt, wird bereits in den ersten Filmminuten deutlich, wenn er während der Arbeit innerhalb kürzester Zeit von drei seiner Schwestern gestört wird, die ihn alle an eine abends anberaumte Party erinnern wollen und er wenig später von einer vierten Schwester die hierfür passende Begleitung aufs Auge gedrückt bekommt. In regelmäßigen Abständen entläd sich die in ihm angestaute Frustration über sein eingeengtes Dasein in einer plötzlich auftretenden Zerstörungswut und so legt er auch schon mal aus dem Steigreif die Toilette eines vornehmen Restaurants in Schutt und Asche. Selbst als Barry sich dem Gatten einer seiner Schwestern anvertraut und um psychiatrische Hilfe bittet, nutzt seine Familie diesen Umstand schamlos dazu aus, sich erneut über ihn zu amüsieren. Alles was der in sich gekehrte junge Mann sucht, ist eine Person, der er vollständig vertrauen kann und diese gedenkt er schließlich sogar am anderen Ende einer Telefon-Sex-Hotline zu finden, was sich sehr bald als fataler Fehler herausstellen soll. Nachdem er das zwielichtige Unternehmen nämlich mit seinen persönlichen Daten, inklusive Adresse und Kreditkartennummer versorgt hat, wird er zum Opfer einer schamlosen Erpressung.
Was Punch-Drunk Love so außergewöhnlich macht ist seine vollkommene Unvorhersehbarkeit. Lange gab es keinen Film mehr, bei dem der Zuschauer so dermaßen im Ungewissen darüber war, mit welch skurrilem Einfall er wohl als nächstes konfrontiert werden würde. Bereits mit Magnolia lieferte Paul Thomas Anderson einen höchst unkonventionellen Film ab, doch welch bizarres Potpourri der Lebensgefährte von Sängerin Fiona Apple unter dem Begriff Komödie versteht, ließ sich beim besten Willen nicht vorausahnen. In Barry Egans eigenem kleinen Kosmos laufen die Dinge eben alle eine Spur anders und in diesen einzutauchen bedeutet, sich auf eine Reise voller Überraschungen und irrsinniger Momente zu begeben. So hat Barry beispielsweise die fixe Idee, eine von den Herstellern verschiedener Lebensmittelprodukte nicht vollständig durchdachte Werbeaktion auszunutzen und durch den Kauf von Pudding im Wert von $3000 genug Gratis-Flugmeilen zu sammeln, um den Rest seines Lebens umsonst durch die ganze Weltgeschichte fliegen zu können und das obwohl er bisher nicht ein einziges mal in einem Flugzeug saß und wahrscheinlich auch in Zukunft keinen Gebrauch von Gratis-Flugmeilen machen würde. Dass gerade diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, macht deutlich, wie sehr die absurde Welt die sich in Punch-Drunk Love vor unseren Augen ausbreitet dann eben doch in der Realität verwurzelt ist.
Bei aller Komik ist dieser Film im Kern allerdings eine wunderschöne Romanze zwischen zwei Außenseitern, die durch das Schicksal, welches in P.T. Andersons Filmen schon oft eine tragende Rolle spielte, zusammengeführt werden. Dem seine bisherigen Rollen hier erfolgreich demontierenden Adam Sandler die britische Ausnahmedarstellerin Emily Watson gegenüberzustellen, erweist sich dabei als gelungener Schachzug, auch wenn man der hübschen Schauspielerin insgesamt noch mehr Zeit auf der Leinwand gegönnt hätte. Wenn Barry Egan schließlich den Boss der ihn belästigenden Erpresserbande (ein wie immer überzeugender Philip Seymour Hoffman) aufsucht und ihm die Stirn bietet, indem er ihm mitteilt, er habe die Liebe seines Lebens getroffen, was ihn stärker machen würde als alles was sich sein Gegenüber vorstellen könne und daraufhin von allen Sorgen befreit zu seiner Freundin eilt, um ihr eine total konfuse Liebeserklärung zu machen, dann hat das auf seine ganz eigene ganz Art schon fast etwas poetisches. Mit Punch-Drunk Love hat Adam Sandler gezeigt, dass er zu weitaus mehr als dem von ihm gewohnten niveaulosen Slapstick im Stande ist, ob ihm der Sprung zum ernstzunehmenden Darsteller glücken wird, bleibt jedoch noch abzuwarten.  Weitere interessante Filme
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