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Magic Mike

(Magic Mike, 2012)

Dt.Start: 16. August 2012
DVD: 04. Dezember 2012
Premiere: 28. Juni 2012 (Russland)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Drama
Länge: 110 min Land: USA
Darsteller: Channing Tatum (Mike Martingano), Alex Pettyfer (The Kid), Matt Bomer (Ken), Matthew McConaughey (Dallas), Joe Manganiello (Big Dick Richie), Riley Keough (Zora), Olivia Munn (Joanna), Wendi McLendon-Covey (Tara), Adam Rodriguez (Tito), Cody Horn (Paige), Kevin Nash (Tarzan), Caitlin Gerard (Kim)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Reid Carolin


Inhalt

"Magic Mike" lässt in einem Strip-Club gerne die Hüllen fallen und hat sich damit bei den Damen bereits einen Namen gemacht. Als der Neuling "The Kid" auftaucht, nimmt er ihn unter seine Fittiche und bringt ihm alles über die Künste des erotischen Ausziehens bei. Doch dann verliebt er sich in die Schwester seines Schützlings.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Magic Mike hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 56%
Kurzkritik
von Florian Lieb
Wertung von 61 für Magic Mike

Es verwundert weniger, dass Channing Tatum eine Karriere als Strip-Tänzer hinter sich hat, als dass er über eine Karriere als Schauspieler verfügt. Basierend auf eigenen Erfahrungen brachte er Oscar-Preisträger Steven Soderbergh dazu, Magic Mike zu drehen, eine Drama-Komödie (mit geringem Drama-Anteil) über einen Strip-Tänzer, der eigentlich lieber Möbel bastelt. Und in der Tat, so gut wie in den Tanzszenen hier hat man Tatum noch nie gesehen. So nett und schick choreografiert das gediegene Ausziehen auch gerät, fehlt es dem Film allerdings an einer wirklichen Handlung. In aller Vorhersehbarkeit tuckert der Magic Mike-Dampfer über ruhige See, ohne dass sich Skylla und Charybdis auftun. Oder anders: Eine Geschichte ohne Konflikte ist nur leidlich spannend. Gerade dann, wenn sie wie dieser Film auch eine Spur zu lang gerät. Das sympathische Ensemble sorgt jedoch dafür, dass Magic Mike trotz fehlender Klasse dennoch ein vergnüglicher Spaß ist. Cineastisches Fast Food quasi - wenig gehaltvoll, aber durch Geschmacksverstärker im Moment des Konsums ansprechend. Und wenn Tatum nicht mehr zum Filmstar wird, kann er sich immer noch ausziehen.

Kurzkritik
von Bettina Friemel
Wertung von 45 für Magic Mike

Bedenkt man, dass Steven Soderbergh im Regiestuhl gesessen hat, aus dessen Feder großartige Werke wie die Ocean's-Trilogie entsprungen sind, macht sich große Enttäuschung breit. Zu sehr plätschert Magic Mike vor sich hin, zu sehr fehlt ihm jeglicher Humor, der einzig durch den spielfreudigen Matthew McConaughey stellenweise ein wenig durchblitzt. Und auch die Strip-Szenen, die meist seelenlos aneinandergereiht sind, können die sich ausbreitende Langeweile nur schwer aufhalten. Simple Handlung, gutaussehende Darsteller, nette Showelemente - wem das genügt, der kann bei einem DVD-Abend in fröhlicher Runde durchaus unterhalten werden. Vorausgesetzt, man stört sich nicht an dem ständigen Frauengekreische. Der Zuschauer mit etwas mehr Anspruch ist jedoch mit Ganz oder gar nicht wesentlich besser beraten.

Kurzkritik
von Michael Schmidt
Wertung von 83 für Magic Mike

Steven Soderbergh ist ein Regisseur, der spielend von leichter und smarter Hollywood-Unterhaltung wie Ocean's Eleven hin zu anspruchsvollen Filmen wie Traffic springt. Dabei sind die Ergebnisse für einen so etablierten Regisseur nicht immer zufriedenstellend. Mit Magic Mike kann sich der Filmemacher jedoch wieder zu einem wirklich guten Film aufraffen. Soderbergh setzt sich mit Magic Mike nämlich genau zwischen die zwei filmischen Macharten, für die er bekannt ist. Das macht aus dem Film nicht nur eine unterhaltsame Komödie über männliche Stripper, sondern auch ein Drama über ein bestimmtes Millieu. Positiv auffallend ist hierbei, wie gekonnt Soderbergh den Ton wechselt von den smarten und leichten Szenen dieser Männerbünde hin zu den abgründigen Momenten, und das obwohl er eigentlich eine bekannte Variation einer Läuterungsgeschichte erzählt - ohne jedoch zu werten. Unterstützt wird er dabei von den gut aufgelegten Channing Tatum und Matthew McConaughey. Für die Zukunft heißt es also: Bitte mehr Mike und weniger Informant, Herr Soderbergh.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Magic Mike hat eine Wertung von 35%
Die Welt ist zuweilen ein Zirkus. Auf jeden Fall trifft dies für Mikes und Adams Freizeitbeschäftigung zu, das Strippen. Dass dies ein Job ist, den man nicht ewig machen kann, hat Mike begriffen. Mit 30 Jahren neigen sich seine besten Tage ohnehin dem Ende entgegen, auch wenn er derzeit noch der Star der Show ist. Noch fehlt ihm aber das nötige Kleingeld, um auszusteigen. Richtig schmutzig oder derbe geht es bei diesem Ausflug in das Stripper-Milieu nicht zu. Dass die gut gebauten Jungs im Alltag kaum andere Probleme haben, als der weniger durchtrainierte Mann, will nicht unbedingt verblüffen. Ohne eine echte Geschichte und mit dünner Dramaturgie taugt der Film somit kaum zu mehr als zur Motivation, mal wieder das Fitnessstudio aufzusuchen.

Bild aus Magic Mike Amerika, das Land unbegrenzter Möglichkeiten, in dem freie und rechtschaffene Bürger mit Familie ihren Kindern noch Werte vermitteln können. Amerika ist jedoch auch das Land der Prüderie, archaischer Ideologien, engstirniger Religiosität und Fanatismus aller Couleur. Außen hui, innen pfui, könnte man meinen. Besonders im Hinblick auf die bigotten Moralverstellungen. Sex im öffentlichen Leben findet kaum statt. Man(n) erregt schon negatives Aufsehen, wenn die Badehode keine ausladende Bermudas, sondern knapp bemessen und eng anliegend ist. Und wehe Frau legt sich ohne entsprechendes Bikinioberteil zum Sonnen an den Strand. Nicht zu vergessen, dass die USA das Mekka der Pornoindustrie sind; in den Großstädten wimmelt es zudem geradezu von dubiosen Nachtclubs und Tabledance-Bars, und in puncto Kriminalität und Drogen rangiert das Land an der Spitze manch einer Statistik.

Einen Blick hinter die Kulissen des wohlgesitteten und sauberen Amerikas möchte Steven Soderbergh (Ocean's Eleven) mit dem Stripper-Drama Magic Mike wagen. Im Zentrum der Geschichte stehen ein paar gut durchtrainierte Jungs, die alle eines verbindet: Sie lassen in einem Club die Hüllen fallen und versuchen, den Ladies das Geld aus der Tasche zu ziehen. Anführer dieser tanzenden Nackedeis ist Dallas (Matthew McConaughey). Er leitet das Etablissement und kennt alle Tricks, um die Damen in Wallung zu bringen. Obendrein hat er seine schmierigen Griffel noch in allerlei zwielichtigen Geschäften. Mike hingegen möchte in absehbarer Zeit aussteigen und ein seriöses Leben beginnen.

Endlich ein Film, in dem McConaughey die ganze Zeit über mit entblößtem Oberkörper vor der Kamera agieren darf, möchte man meinen. Schließlich wird oft genug angemerkt, dass es das ist, was er am besten kann. Tatsächlich trägt aber seine Performance als aalglatter Schmierlappen aus der Szene zu den wenigen Lichtblicken des Films bei. Beinahe ins Hintertreffen gerät darüber der Hauptstrang der Handlung, den die brüchige Freundschaft zwischen Mike (Channing Tatum) und dem 19-jährigen Adam (Alex Pettyfer) ausmachen sollte. Und geradezu schon vernachlässigbar gestalten sich die Romantik-Drama-Einlagen.

Der Film hangelt sich streng genommen ohnehin meist von einer leichtbekleideten Fleischbeschau zur anderen; nur haben jetzt mal die Mädels die Gunst, sich sattsehen zu dürfen. Für die Jungs gab es das ohnehin schon: Striptease hieß der Streifen seinerzeit, in dem Demi Moore ihren Luxuskörper zur anatomischen Begutachtung vor der Linse rhythmisch schwenkte. Allerdings wies dieser "Schmuddelfilm" noch deutlich mehr (Rahmen)Handlung und sogar eine halbwegs plausible Dramaturgie auf, was sich von Magic Mike nur schwerlich behaupten lässt.

Soderbergh liefert nach dem kernigen Actionfeuerwerk Haywire einen Streifen ab, der in vermeintliche Untiefen einer schmierigen Branche führen soll. Leider ist die Milieustudie aber deutlich zu soft ausgefallen, sodass der moralische Morast hinter der Glitter- und Showfassade allenthalben zu erahnen ist. Die meisten Charaktere, sieht man einmal von McConaughey ab, haben zudem viel zu wenig Substanz, als dass ein emotionales Band geknüpft werden könnte, geschweige denn, dass man beginnt, mit ihnen mitzufühlen. Wozu auch? Die Real-Leben der Stripper sind nicht interessanter und weisen meist kaum andere Probleme auf, als die von Mr. Jedermann ein Haus weiter.

Selbst wenn dann einmal doch brenzlige Situationen entstehen, beispielsweise als Adam plötzlich ein paar Dealern zehntausend Doller schuldig bleibt, wird alles derart simpel bereinigt, dass sich überhaupt kein Gefühl von Bedrohung oder Gefahr einstellen kann. Mit solchermaßen geringer Fallhöhe ausgestattet, haben die Figuren jenseits der freizügigen Bühnenshow überhaupt keine Chance, an Profil zu gewinnen, und so reduziert sich Magic Mike nahezu auf seine physischen Akzente sowie einige anrüchige Backstage-Augenblicke, die nicht wirklich Überraschendes oder Neues zutage fördern.



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Dt. Start: 07. Sep 2000
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