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Savages

(Savages, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

68%



Inhalt

Ben und Chon sind Meister im Anbau von Marihuana. Gemeinsam mit ihrer Freundin O betreiben sie ihr lukratives Geschäft und sind eigentlich glücklich und zufrieden. Doch dann stößt das mexikanische Drogenkartell auf die beiden und will mit ihnen ins Geschäft kommen. Als Mittel zum Zweck entführen sie O.

Kritik

von Michael Schmidt

Wertung Kritik

68%

Oliver Stone ist ein äußerst fordernder Filmemacher mit oftmals sehr politischer Note. Nach seinen letzten Werken könnte man diesen Satz jedoch durchaus im Präteritum schreiben. Im Vergleich zu seinen kraftvollen Filmen wie Platoon wirkten filmische Ergüsse wie World Trade Center mutlos. Mit seinem neuesten Werk Savages ist er wieder nach U-Turn im Thriller-Bereich unterwegs. Auch die Thematik rund um Drogengeschäfte lässt wieder einen eher kompromisslosen Film erhoffen. Einen Erfolg hat auch Taylor Kitsch nötig. Nach den Flops John Carter und Battleship konnte er sich bisher nicht als neuer Actionstar etablieren. Nun versucht er sich als einer der Hauptdarsteller im neuesten Werk des gefeierten Filmemachers.

Bild aus Savages "Savages" bedeutet im Deutschen "Wilde". So beschreibt der Titel gleichzeitig auch den Inhalt und die Machart des Films recht treffend. Denn Savages ist ein äußerst wildes Sammelsurium an verschiedenen filmischen Inhalten geworden, an dem am Ende ein halbwegs passables Ganzes steht, doch beißen sich die einzelnen Elemente des Films zum Teil enorm.

Der Film ist in seinem Fortlauf äußerst flott erzählt und dennoch wird sich mit der Etablierung der Handlung Zeit gelassen, um die vielen verschiedenen Charaktere einzuführen. Jedoch beginnt der Film, auf der Stelle zu treten, nachdem die Grundkonstellation der Handlung feststeht. Das lässt das Ganze umso problematischer werden, da im Grunde eine äußerst simple Story von zwei Freunden erzählt wird, die versuchen wollen, ihre Freundin aus den Fängen eines fiesen Drogenkartells zu befreien. Was den Film jedoch ausmacht und vor allem aus der Masse herausstechen lässt, sind die Akzentuierungen außerhalb der Kernhandlung. Die Charaktere und die dadurch entstehenden Gefüge stehen im Mittelpunkt des Films. Es geht nicht nur um die bloße Befreiungsaktion, sondern um den gesamten Rahmen, der die Handlung umfasst. Und genau hier manifestiert sich das Hauptproblem von Savages. Die einzelnen Handlungsbausteine aus Geiselnahme, verschiedenen (Drogen-)Deals und Actionszenen mit mal pathetisch-dramatischer, mal hipper Note stehen sich selbst im Weg. Einzelne Setpieces sind gelungen, doch sobald die Handlung fortläuft, mischt sich schon die nächste eventuell weniger zusammenpassende Sequenz unter. Die eigentliche Bedrohlichkeit wirkt so nicht vollends greifbar und das, obwohl der Film einen gewissen Härtegrad besitzt.

Das Dilemma setzt sich weiterhin mit den Charakteren und den Schauspielern, die sie verkörpern, fort. Die Hochkaräter Salma Hayek und John Travolta spielen gewohnt souverän und fügen sich so gut es geht in die Handlung ein. Benicio del Toro wiederum als undurchsichtiger Lado ist zwar gekonnt überdreht gespielt, aber eckt beispielsweise enorm mit der Charakterausrichtung eines Chon an, gespielt von Taylor Kitsch. Der gibt den psychisch angeschlagenen Irak-Heimkehrer als raue tickende Zeitbombe. Die überdrehte Antagonistenrolle und die dramatische Ausrichtung des Helden wirken wie aus zwei verschiedenen Produktionen. Diese Konstellation ist stellvertretend bezeichnend für den gesamten Film.

Zudem werden viele Elemente, wie auch die Dreiecksbeziehung der drei Hauptcharaktere, zwar etabliert, gehen jedoch im Gesamtwerk unter. Glücklicherweise ist der Film durchzogen von einem Zynismus, der das Ganze wieder zusammenfinden lässt. Ebenso unterstreicht die Optik den Charakter des Films. Die Mischung aus hippem Hochglanzthriller und immer wieder eingestreuten experimentellen Spielereien verleiht der wilden filmischen Mischung und Drogenthematik einen eigenen Ausdruck. Hier fordert der Filmemacher Stone den Zuschauer auf seine ganz eigene Weise.

Am Ende steht ein Film mit einigen gekonnten Szenen und ebenso kleinen Schwächen im Handlungsfortlauf. Der Film besticht durch Oliver Stones eigene stilistische wie erzählerische Machart. Auch die Fokussierung auf die verschiedenen Schauplätze gibt dem Thriller etwas Spezielles und Gewagtes. Richtig fesseln mag das nur leider nicht, da die vielen Einzelbausteine den Film nicht rund erscheinen lassen.

Keine weitere Wertung


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