Spätestens seit Hangover weiß man, welche Folgen ein Junggesellenabschied unter Drogeneinfluss haben kann. Auch verpatzte Hochzeiten hat man schon zur Genüge gesehen. Und trotzdem kann man sich auch von Die Trauzeugen noch wunderbar unterhalten lassen, was vor allem dem britischen Charme der Hauptdarsteller zu verdanken ist.
Die Story an sich hat man schon oft in diversen Variationen gesehen: Junges Paar beschließt zu heiraten und die Feierlichkeiten gehen mächtig in die Hose. So gesehen bietet Die Trauzeugen von Stephan Elliott nichts wesentlich Neues. Und doch besitzen die Missgeschicke, die den drei titelgebenden Trauzeugen auf ihrer Odyssee so passieren, einen hohen Spaßfaktor.
David hat auf seiner Reise nach Tuvalu die reizende Mia kennen gelernt und sich direkt in sie verliebt. Obwohl sie sich kaum kennen, beschließen die beiden, zu heiraten. Problem an der Sache: Mia kommt aus Australien, David aus dem guten alten London. Aber egal, er ist dennoch bereit, seine Heimat zurück zu lassen und ein neues Leben anzufangen. Denn David ist Waise und wünscht sich nichts sehnlicher als eine eigene Familie. Aber: Dazu müsste er sich von seinen drei besten Freunden Tom, Graham und Luke trennen, die ihm seit der Kindheit wie Brüder sind.
Die drei sind von der spontanen Idee natürlich herzlich wenig angetan, können aber ihrem vierten Mann den Wunsch nicht abschlagen, ihn als Trauzeugen und Beistand zur Hochzeit zu begleiten. Also steigen alle vier in den Flieger, und das Chaos beginnt. Denn natürlich soll der Junggesellenabschied eine rauschende Party werden, und da macht sich so ein bisschen Gras ganz gut. Während nun Tom und Graham auf der Suche nach gutem Stoff sind, macht David erstmals Bekanntschaft mit seinen künftigen Schwiegereltern. Luke kann sowieso nur an seine Ex-Freundin denken und lebt in einer eigenen Welt voll Herzschmerz.
Wie gesagt, ähnliche Geschichten gibt es wie Sand am Meer. Was Die Trauzeugen aber von anderen abhebt, ist die Inszenierung. Wenn man Spaß an Kleinigkeiten hat, kann man sich gut amüsieren. Außerdem stielt das Duo Kris Marshall und Kevin Bishop allen anderen die Show. Dagegen wirkt Xavier Samuel als verliebter Bräutigam fast ein wenig blass. Was aber nicht weiter schlimm ist, denn wie der Titel schon sagt, sind ja eh die Trauzeugen die eigentlichen Stars. Einzig Olivia Newton-John hat da noch ein Wörtchen mitzureden. Hat man sie erst einmal erkannt, lässt sie bald als Partymaus die Sau raus.
Und Tiere haben natürlich auch ihren großen Auftritt. Anscheinend heizen Vierbeiner einer Junggesellenparty so richtig ein, deshalb darf diesmal Schafbock Ramsy in Spitzenunterwäsche durchs Bild laufen. Und tut einem bald darauf auch ganz arg leid, weil er auch während der Hochzeitsfeier noch einiges mitmachen muss. Alles in allem hat Die Trauzeugen auf jeden Fall einen Kinobesuch verdient, wenn man die Erwartungen etwas nach unten schraubt und sich einfach auf eine gute Komödie einlässt. Wer britischen Humor liebt, dem sei auf jeden Fall die Originalfassung ans Herz gelegt.