Bruno Corbuccis Interpretation des Aladin-Märchens plätschert ohne wirklichen Spannungsbogen und zahnloser Gags den Großteil seiner Spielzeit vor sich hin. Daran kann selbst Kultfigur Bud Spencer nichts ändern, der hier mit seinem Ausflug in das Fantasygenre leider kein zauberhaftes Vergnügen abliefert.
Die Geschichte Aladin und die Wunderlampe aus der vielleicht bekanntesten Märchensammlung der Welt, den Märchen aus 1001 Nacht, wurde bereits unzählige Male verfilmt - die bekannteste dürfte darunter wohl die Disney-Version Aladdin sein. Regisseur Bruno Corbucci versetzte die berühmte Geschichte im hier vorliegenden Aladin in das (zur Drehzeit gegenwärtige) Jahr 1986 und machte hierzu den Prügelbarden Bud Spencer kurzerhand zum Dschinn.
Nachdem Corbucci und Spencer bereits in Filmen wie Die Miami Cops oder Bud, der Ganovenschreck handelsüblichen Hau-Drauf-Klamauk der Marke Bud Spencer produzierten, würde man dies hier wohl ebenfalls vermuten - doch davon ist der Film weit entfernt. Zwar darf Bud Spencer hier ebenfalls ab und an seine berühmten Ohrfeigen verteilen, allerdings fällt dies hier deutlich geringer (und zahmer) aus als in seinen bisherigen Filmauftritten. Dazu kommt, dass Spencer in seiner Rolle als Flaschengeist hier völlig seinem bärbeißigen Charme entbehrt, der ihn erst zu Kultfigur machte.
Beides ist wohl in erster Linie dem schwachen Drehbuch von Dardano Sacchetti und Elisa Briganti geschuldet, dass sich die gesamte Spielzeit über nicht entscheiden kann, von was der Film nun eigentlich handeln soll. Anfangs baut sich das Skript in Richtung einer Liebes- und Coming-of-Age-Geschichte um den von Luca Venantini gespielten Al Haddin auf, die dann allerdings irgendwann einfach fallen gelassen wird, um einer Entführungsgeschichte Platz zu machen, die nicht nur gar nichts mit der bisherigen Geschichte zu tun hatte, sondern sich auch alsbald wieder sang und klanglos auflöst - selbstverständlich ohne mit dem Verlauf der Handlung auch nur irgendetwas zu tun zu haben. Dazwischen ist immer mal ein kleiner Nebenplot um die Schutzgeld- bzw. Wettmafia, was allerdings nie mehr als eine nette Nebenhandlung ist, um Bud Spencer die Möglichkeit zu geben, immerhin die eine oder andere Kopfnuss zu verteilen. Gegen Ende schlägt das Drehbuch dann einen plötzlichen Haken zum Thema menschliche Allmachtsfantasien samt völlig neuen Figuren, um einen dann mit der Frage zurück zu lassen, um was es denn nun eigentlich in dem Film wirklich ging.
Natürlich hätte man selbst diese Geschichte mit einer rasanten Inszenierung, gelungenem Humor und Charme noch über die Zeit retten können - immerhin konnten die wenigsten Filme mit Hauptdarsteller Bud Spencer durch eine preisverdächtige Geschichte glänzen - doch dies gelingt Corbucci und seinen Autoren hier leider in keiner Sekunde. Der Film plätschert die gesamte Spielzeit vor sich hin, ohne dass wirklich viel passiert, der Humor ist platt und verläuft weitgehend nach dem Motto Kitzel mich mal, damit ich lachen kann, und die Darsteller schaffen es leider in keiner Sekunde, ihren stereotypen Rollen auch nur die Spur von Leben einzuhauchen, von Charme gar nicht erst zu sprechen.
Der italienischen Filmindustrie mag Bud Spencer durchaus wie ein plötzlich aus einer Flasche erschienener Dschinn vorgekommen sein, der ihnen mit seiner ungebrochenen Beliebtheit mehr als ein Vierteljahrhundert horrende Einnahmen bescherte, die so manchen Produzentenwunsch erfüllten. Für Bruno Corbuccis Aladin wäre Spencer allerdings wohl besser in der Flasche geblieben, denn hier ist von der lahmen Handlung bis zum platten Humor wenig geboten, was einen begeistern könnte.