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Das Mädchen, das durch die Zeit sprang

(Toki o kakeru shôjo, 2006)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 24. September 2007
Premiere: 15. Juli 2006 (Japan)
FSK: ab 12 Genre: Animation, Sci-Fi
Länge: 98 min Land: Japan
Darsteller: n/a
Regie: Mamoru Hosoda
Drehbuch: Yasutaka Tsutsui, Satoko Okudera


Inhalt

Makoto Konno ist eigentlich ein ganz normales 17-jähriges Mädchen. Schule ist für sie eher Nebensache, wenn überhaupt, und ihre Freizeit verbringt sie lieber mit ihren beiden besten Freunden beim Baseball. Doch durch einen geheimnisvollen Zufall erhält Makoto plötzlich die Fähigkeit, durch die Zeit zu springen. Die neue Gabe rettet das junge Mädchen auch gleich vor einem schweren Unfall und ihr Leben verläuft von da an auf einmal in recht zeitlosen Bahnen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Das Mädchen, das durch die Zeit sprang hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 83%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Max Fischer
Das Mädchen, das durch die Zeit sprang hat eine Wertung von 83%
Der Name Mamoru Hosoda dürfte vielen gerade in unserer westlichen Welt kaum ein Begriff sein. Dabei hat sich der japanische Anime-Regisseur in seinem Heimatland durch zahlreiche Studioproduktionen wie Digimon: The Movie oder One Piece bereits erste Lorbeeren verdient. Mit seinem neuesten Streich startet er aber nun auch bei uns richtig durch und das völlig zu Recht ...

Bild aus Das Mädchen, das durch die Zeit sprang ... denn die Geschichte der 17-jährigen Schülerin Makoto Konno, die durch einen mysteriösen Zufall die Gabe erhält, durch die Zeit zu reisen und vergangene Missgeschicke zu korrigieren, unterhält von der ersten bis zur letzten Minute. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass sich das altbekannte Zeitreisethema hier in einer äußerst frischen Form präsentiert und zum anderen daran, dass Hosoda parallel zu diesem Handlungsstrang ein kleines, aber feines Beziehungsdreieck aufbaut, das aus Makoto selbst und ihren beiden besten Freunden Chiaki Mamiya und Kosuke Tsuda besteht. Natürlich führt der Regisseur alle vorhandenen Ebenen am Ende äußerst stimmig zusammen, doch es ist schon vorher interessant zu sehen, wie diese kleinen Liebeleien im Schulalltag stets zu einer gewissen Entdramatisierung der eigentlichen Kernhandlung führen, ohne dabei jedoch den Film seiner Spritzigkeit zu berauben.

Überhaupt ist dieses Element der kleinen intimen Gruppe innerhalb der Gesellschaft ein zentrales Motiv der Hosoda-Filme. Er vermeidet breit angelegte Geschichten und lässt Großes lieber aus Kleinem erwachsen. So lässt sich jeder Konflikt, jede Figur und alles, was mit der Zeitreise zu tun hat, im Endeffekt auf die eingeschworene Gemeinschaft zurückführen. Nur wenige außerhalb dieses Kreises bemerken überhaupt, dass etwas Merkwürdiges vor sich geht. Regisseur Hosoda möchte nicht wissen, wie Phantasmen oder technische Fortschritte unsere Gesellschaft verändern, sondern erfahren, was sie mit unserer Familie, unserem Freundeskreis und vor allem mit uns selbst anstellen. Seine Figuren sind keine Helden, wie man es aus vielen anderen Anime- Produktionen vielleicht gewohnt ist, sondern ganz normale Menschen, die sich auch im Verlauf der Handlung in eine solche Rolle nicht einfügen. Stattdessen sind sie stets darauf bedacht, aus ihren selbst verschuldeten Fehlern zu lernen, das Richtige zu tun und schließlich über sich selbst hinaus zu wachsen.

Auch Makoto bildet hier keine Ausnahme von der Regel. Völlig überrumpelt von ihren neuen Fähigkeiten, blendet sie zunächst die große Verantwortung aus, die eine solche Kraft mit sich bringt, und nutzt sie zu ihrem eigenen Vorteil. Sie verbessert verbockte Klassenarbeiten, geht peinlichen Situationen aus dem Weg und genießt leckeren Pudding eben mehrmals. Auch später, als sie sich der Tragweite ihrer Handlungen bewusst wird, erweitert das Mädchen ihren Horizont nur um ihre beiden Freunde und hilft ihnen bei ihren Problemen. Die Hauptfigur deshalb aber als "Universalegoistin" zu bezeichnen, die ihre Talente nicht dem Wohle der Menschheit opfert, wäre jedoch der falsche Ansatz, zumal das Ausmaß dieser Zeitsprünge so oder so niemals einer solchen Absicht dienen sollten. Nein, ganz im Gegenteil, selten war eine Figur menschlicher in ihrem Tun und diese Feststellung bleibt nicht auf das Fach des Animationsfilms beschränkt.

All die oben genannten Punkte bringen uns unweigerlich zu dem Schluss, dass nicht nur dem Film, sondern auch allen Werken aus Hosodas Feder etwas unglaublich "Eigenes" innewohnt. Dennoch ist Das Mädchen, das durch die Zeit sprang nicht frei von Schwächen. Da hätten wir einmal das vielleicht etwas unspektakuläre und etwas kitschig geratene Ende, das nicht jedem gefallen dürfte, und zum anderen der verwaschene Zeichenstil, der sich aber auch wieder angenehm von anderen Künstlern wie Hayao Miyazaki abhebt. Wer diese Mängel jedoch mit einem sanften Lächeln vom Tisch fegen kann, dem steht ein durch und durch lebendiges Filmerlebnis bevor.

Das Mädchen, das durch die Zeit sprang ist ein kleines Wunder. Hosoda gelingt es wie keinem anderen, Magie und Alltag zu vereinen oder besser gesagt fantastische Elemente in das alltägliche Sein seiner Figuren einzugliedern, ohne sein Werk befremdlich wirken zu lassen. Er erlaubt seinen Zuschauern, ein persönliches Band zu seinen Figuren zu knüpfen, das auch eine Zeitreise überstehen kann und das Werk so selbst zeitlos werden lässt. Den ganz großen emotionalen Wurf hob sich der Regisseur aber für sein Folgewerk Summer Wars auf.



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