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24 Stunden Angst

(Trapped, 2002)

Dt.Start: 27. März 2003 Premiere: 20. September 2002 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Action, Thriller
Länge: 105 min Land: USA
Darsteller: Charlize Theron (Karen Jennings), Courtney Love (Cheryl Hickey), Stuart Townsend (Will Jennings), Kevin Bacon (Joe Hickey), Pruitt Taylor Vince (Marvin), Dakota Fanning (Abby Jennings), Colleen Camp (Joan Evans)
Regie: Luis Mandoki
Drehbuch: Greg Iles


Inhalt

Abby, die Tochter eines Star-Mediziners wird entführt während ihr Vater sich auf einem Ärzte-Kongress feiern lässt. Die verzweifelten Eltern sehen sich mit einer perfekt geplanten Entführung konfrontiert, die nur einen Schluß zuläßt: Entweder besitzen die Entführer in 24 Stunden das Lösegeld oder Abby stirbt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

24 Stunden Angst hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 74%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Brendel
24 Stunden Angst hat eine Wertung von 74%
Gelungener Thriller von Regisseur Luis Mandoki, der aufgrund seines kontroversen Themas zu Unrecht in die Kritik geriet.

Bild aus 24 Stunden Angst Es ist die perfekte Entführung. Joe Hickley weiß das so genau, weil er das ganze bereits dreimal erfolgreich durchgezogen hat. Im Grunde ist alles recht simpel: Ziel eines jeweiligen Kidnappings ist stets ein kleines Kind aus einer offensichtlich wohlhabenden Familie, das für einen kurzen Zeitraum, genauer gesagt für exakt 24 Stunden, von zu Hause "ausgeborgt" und den liebevollen Eltern schließlich gegen ein geringfügiges Lösegeld von $250.000 wieder zurückgegeben wird. Um sämtliche denkbaren Komplikationen zu vermeiden, bleibt Joe während der ganzen Geschichte bei der besorgten Mutter, um sie Schritt für Schritt durch diese Ausnahmesituation zu geleiten, während Joes Ehefrau Cheryl den aufgelösten Vater in Schach hält und Joes Cousin Marvin das Kind an einem geheimen Ort versteckt hält. Regelmäßige Anrufe unter den drei Entführern dienen dazu, sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten und den bangenden Eltern vor Augen zu führen, daß jegliches Fehlverhalten ihrerseits, wie eventuelle Fluchtversuche oder gar Anstalten, die Polizei zu alamieren, stets ihren kleinen Sprößling in Gefahr bringen würden und daher absolut unangebracht sind. Bei optimaler Kooperation seitens der Eltern ist der Albtraum innerhalb eines einzigen Tages ausgestanden, die Familie wieder glücklich vereint und drei gewiefte Verbecher um eine Viertelmillion Dollar reicher.

Dass dieser Plan absolut wasserdicht ist, belegen drei auf diese Weise bereits reibungslos abgelaufene Entführungen. Bei den Vorbereitungen für die befristete Entwendung ihres nächsten Opfers, der kleinen Abby Jennings, hat das Kidnapper-Trio jedoch ein wenig geschlampt und glatt übersehen, daß das Mädchen schwer krank ist. Abby ist Asthmatikerin und ohne ihre Medikamente, die Kurzzeit-Babysitter Marvin natürlich nicht im Haus hat, wird sie einen Anfall, der jederzeit und durch ganz unterschiedliche Allergene ausgelöst werden kann, keine fünf Minuten überleben. Erstmals muß Joe Hickley erkennen, daß er bei einem solchen Verbrechen nicht alle Variablen von vornherein überblicken kann und sich manche Dinge schlicht und ergreifend seiner Kontrolle entziehen. Während es sich bis dato stets so verhielt, daß Joe den Ton angab, während die verschüchterten Eltern jeder Anweisung folgten, um das Leben ihres Kindes nicht zu gefährden, sieht die Sache diesmal ganz anders aus. Mit Karen und Will Jannings hat sich Joe ein Elternpaar ausgesucht, daß nicht gewillt ist, ihr Schicksal und dasjenige ihrer kleinen Tochter in die Hände eines offensichtlich eiskalten Verbrechers und dessen Komplizen zu legen, sondern das jede noch so kleine Gelegenheit wahrnimmt, den Plan der Entführer zu vereiteln und das Überleben ihres Lieblings aus eigener Kraft zu sichern.

Basierend auf dieser Grundlage präsentiert sich der Film in Form dreier Konfrontationen zwischen je zwei Menschen, die alle durch ein gegenseitiges Taktieren gekennzeichnet sind und darauf abzielen, die Kontrolle über die bestehende Situation zu erlangen. Joe (Kevin Bacon) droht Karen (Charlize Theron) mit einer Vergewaltigung, um seine überlegene Position zu verdeutlichen. Diese setzt daraufhin ihre weiblichen Reize ein, um den Spieß umzudrehen. Will (Stuart Townsend) versucht es auf die sanfte Tour, redet der offensichtlich mißhandelten Cheryl (Courtney Love) ins Gewissen, um sie gegen ihren skrupellosen Ehemann aufzuhetzen, worauf diese schließlich Einblicke in die Motive des Entführer-Trios gewährt, die nur allzu menschlich sind. Währenddessen ist Marvin (Pruitt Taylor Vince) hin- und hergerissen zwischen den klaren Anweisungen seines Cousins und seiner sich rasch entwickelten Sympathie für das entführte Mädchen (Dakota Fanning), ein Umstand den die Kleine im erstbesten Moment eiskalt zu einem Fluchtversuch nutzt. Leider endet die zunächst als Psycho-Thiller angelegte Geschichte schließlich in einem völlig übertriebenen, actiongeladenen Finale, das zwar recht spannend inszeniert ist, die Grenzen der Glaubwürdigkeit, besonders in Hinblick auf die Charakterzüge und Handlungsweisen der einzelnen Figuren, jedoch mehr als einmal deutlich überschreitet.

Wie verheerend sich das falsche Timing bei der Veröffentlichung eines Films auf dessen Resonanz beim Publikum auswirken kann, ist an diesem Beispiel sehr gut zu beobachten. Dummerweise fiel der Starttermin von 24 Stunden Angst genau in den Zeitraum, in dem die amerikanische Bevölkerung aufgrund einiger realer Kindesentführungen, bezüglich dieses Themas sehr stark sensibilisiert war und verständicherweise keine große Motivation verspürte, sich ein solches Szenario auch noch als abendliche Unterhaltung im Kino anzusehen. Aufgrund dessen entwickelte sich der neue Film von Luis Mandoki, dem Regisseur von When a Man Loves a Woman und Angel Eyes, als kommerzieller Flop und wurde sowohl von Kritikern als auch von Zuschauern für ungewöhnlich grausam befunden und dementsprechend vernichtend bewertet. Ein auf dieser Grundlage gefälltes, übertrieben negatives Urteil wird dem Thriller aus der Feder von Greg Iles allerdings nicht gerecht. 24 Stunden Angst kann vor allem in den ersten zwei Dritteln seiner Laufzeit nicht nur durch eine gewisse Spannung und respektable schauspielerische Darbietungen, sondern auch durch die gelungene Kameraarbeit des während der Dreharbeiten verstorbenen Cinematographen Piotr Sobocinski und seines Ersatzmanns Frederick Elmes überzeugen.



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