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Endlich flimmern die grünen Buchstaben wieder über die Leinwände Deutschlands! Die Fortsetzung von Matrix ist da und erzählt die Geschichte weiter.
Endlich ist es wieder soweit: Die grünen Buchstaben der Matrix flattern über die Leinwand! Der zweite Teil der Matrix-Trilogie steht an und so verwundert es einen schon fast nicht mehr, wenn man bei 30°C im Schatten immer noch viele Gestalten in langen schwarzen Mänteln und Sonnenbrille umherlaufen sieht, denn Matrix ist mehr als ein Film - Matrix ist jetzt schon Kult!
Die Vorraussetzungen sprechen eindeutig gegen ein solches Sequel, denn die Anforderungen an einen Film könnten nicht höher sein: Die genialen Special Effects, die grandiose Story und natürlich auch die schauspielerische Leistung des ersten Teils müssen übertroffen werden. Dass das nicht leicht werden wird, war den Schöpfern Andy und Larry Wachowski klar. Dennoch wagten sie es und verfilmten auch Teil 2 und 3, der von ihnen schon komplett erdachten Matrix-Geschichte. Der Aufwand dafür war äußerst strapaziös: Ein Drehplan von 270 Tagen stand für die beiden aktuellen Filme an, der sicherstellen sollte, dass Reloaded und Revolutions nahtlos ineinander übergehen.
Neo (Keanu Reeves) bekommt seine Fähigkeiten in der Matrix immer besser in den Griff und so gelingt es den Bewohnern von Zion mehr und mehr Menschen aus der Matrix und damit der Gewalt der Maschinen zu befreien. Doch eine große Gefahr steht direkt bevor, denn die Maschinen wissen, wo sich die Stadt der Flüchtlinge befindet und haben eine Arme von mehr als 250.000 Wächtern zusammengestellt, um Zion endgültig zu vernichten. Morpheus, Neo und Trinity versuchen alles um dies zu verhindern, doch dann erscheint ihnen der Exilant Agent Smith, der sich den Systembefehlen mittlerweile widersetzt hat und mit Neo eine besondere Bindung zu haben scheint.
Ich denke diesen Film richtig einzuschätzen ist eines der schwierigsten Dinge, die einem als Filmkritiker passieren kann. Gerade bei Matrix scheinen die aufgeworfenen Fragen schier unendlich und die Hintergründe nicht erdenklich zu sein - wie soll man dann jetzt an das Sequel rangehen?
Matrix: Reloaded scheint auf den ersten Blick weit nicht so gut, wie der erste Teil zu sein, aber konnte man das wirklich erwarten? - Lange habe ich darüber gegrübelt warum ich direkt nach dem aktuellen Film so enttäuscht war. Nach einigen Diskussionen mit Freunden und Kollegen wurde mir dann so langsam klar: Meine Erwartungen an Matrix: Reloaded konnten gar nicht erfüllt werden! Ich erwartete einen Streifen, der die Geschichte weiterspinnt aber immer noch diese Realitätsaffinität behält - also "es könnte alles real sein, denn es gibt keine Gegenbeweise, dass dem nicht so ist". Genau das bringt Reloaded nämlich nicht; sicherlich wird die Handlung um Zion und unsere drei Helden weiter vorangetrieben, doch auch ich musste einsehen, dass es sich hier um einen Science-Fiction-Film handelt, der mir eben nun mal eine fiktive Geschichte erzählt, die in den Köpfen der Wachowski-Brüder entstanden ist und keinen realen Bezug haben muss. Erst als mir das endlich bewusst wurde, konnte ich überhaupt weiter über diesen Film nachdenken, beziehungsweise richtig beurteilen.
Die Fortsetzung der Trilogie ist nicht schlechter als es der Anfang war - sie ist nur anders. Matrix: Reloaded hat den schweren Posten der Mitte, denn es müssen einige Fragen des ersten Teils beantwortet und gleichzeitig neue Fragen aufgeworfen werden - das alles natürlich ohne zu verraten, was der Weisheit letzter Schluss ist. Die vieldiskutierte Philosophie, die hinter der Idee der Wachowskis steckt, wird noch tiefgründiger, aber dennoch besser erforschbar, denn gerade an diesem Punkt wird sehr viel gearbeitet. Es gibt einige längere Dialoge, die viele Fragen aufwerfen, aber auch endlich Antworten zu oft gestellten Fragen geben. Das alles sorgt für ein leider nicht 100%ig rundes Gesamtbild, denn man merkt deutlich, dass sich so langsam kleine Denkfehler einzuschleichen drohen. Nicht desto trotz kann sich die Story immer noch mehr als sehen lassen.
Ansonsten ist fast alles beim Alten: Die SFX muss ich eigentlich gar nicht erwähnen, denn wie es nicht anders zu erwarten war legt John Gaeta (Leiter der visuellen Effekte) noch mal Kohlen nach und so dürfen wir neben den immer noch genialen Martial Arts (entworfen von Yuen Wo Ping, der unter anderem auch für Kill Bill - Volume 1 verantwortlich ist), auch einige sehr gelungene "Computeranimationen" und Stunts erleben. Diese dominieren im zweiten Teil der Trilogie auch stärker, als im Vorgänger - ging es doch hier mehr um die Geschichte, die mit einigen guten Action-Sequenzen untermauert wurde, so haben wir hier fast schon einen Actionfilm, der eine sehr gute Grundstory bietet.
Die Wachowski-Brüder sehen Matrix: Reloaded und Matrix: Revolutions als epische Filmeinheit, die dem Publikum in zwei Teilen gezeigt wird. Wir dürfen also gespannt sein, ob sich die Fortsetzung wirklich so nahtlos anschließt, wie es jetzt erwartet wird. Doch eines ist sicher: Sollte auch der dritte Teil der Geschichte ein solches Feuerwerk werden, dann darf diese Trilogie in keinem DVD-Regal mehr fehlen. Matrix: Reloaded ist der Pflichtfilm des Jahres und sicherlich wird auch die Fortsetzung zu einem Solchen werden. |