Wie wunderbar ist es doch, bei all den Step Ups und StreetDances auch mal wieder einen Tanzfilm zu sehen, bei dem nicht Hip-Hop und Break Dance im Mittelpunkt stehen, sondern wunderbare Contemporary Choreographien. Und trotz der eher disziplinierten Bühnenkunst kommt On the Beat cool und sympathisch rüber. Eine echte Empfehlung für alle Tanzfreunde!
Dabei ist die Handlung wie immer schnell erzählt: Delphine will tanzen, doch ihre Eltern hätten es lieber, wenn sie Medizin studieren und einen Uniabschluss machen würde. Aber ein Tänzer muss tun, was ein Tänzer tun muss - und das ist eben tanzen. Und da gerade ein berühmter Choreograph aus New York vor Ort ist, trainiert Delphine mit dem hübschen Marc für die Audition. So gesehen ist alles da, was ein Tanzfilm anscheinend haben muss: Konfliktpotenzial, ein tänzerisches Ziel und natürlich eine Lovestory.
Das Schöne an Charles-Olivier Michauds On the Beat ist aber: Es geht wirklich um Bühnentanz, nicht um pseudo-ghetto Streetdance oder Break Dance mit halsbrecherischer Akrobatik. Und es gibt auch keine nervigen Zickereien unter den Tänzern, sondern alle verfolgen dasselbe Ziel und unterstützen sich. Dadurch ergeben sich wunderbare Choreographien mit ineinander fließenden Partnering-Teilen, die einfach fantastisch anzusehen sind. Untermalt von aktueller Musik, gerne auch Hip-Hop-Beats, denn so ein bisschen sollen die Einflüsse des Streetdance dann ja doch in den Style mit einfließen.
Ganz reizend ist auch Hauptdarstellerin Mylène St-Sauveur, die herrlich unkompliziert durch den Tanzsaal wirbelt. Und auch ihr Partner und Love Interest Nico Archambault ist kein aalglatter, topgestylter Sonyboy, wie man ihn aus anderen Tanz-Franchises kennt, sondern ein echter Kerl mit großartiger Körperbeherrschung. Hier merkt man eben, dass On the Beat kein amerikanischer Einheitsbrei ist, sondern mehr Wert auf Ästhetik und Realitätsnähe legt. Und das macht die kanadische Produktion am Ende zu einem wirklich guten Tanzfilm.
Alles in Allem ist On the Beat ein überraschend sympathischer Film, der vor allem für Tanzfreunde unbedingt sehenswert ist. Wer sich nicht so sehr für das Genre interessiert, mag sich aufgrund der flachen Handlung ein wenig langweilen, aber vielleicht kann ja doch der Funke überspringen - einen Blick ist der Film mitsamt seinen hervorragenden Tanzszenen auf jeden Fall wert.