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Robot & Frank

(Robot and Frank, 2012)

Dt.Start: 25. Oktober 2012 Premiere: 20. Januar 2012 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: o.A. Genre: Komödie, Drama, Sci-Fi
Länge: 89 min Land: USA
Darsteller: Frank Langella (Frank), James Marsden (Hunter), Liv Tyler (Madison), Susan Sarandon (Jennifer), Peter Sarsgaard (Robot), Jeremy Strong (Jake), Bonnie Bentley (Ava), Caine Sheppard (Ryan)
Regie: Jake Schreier
Drehbuch: Christopher D. Ford


Inhalt

Der ehemalige Juwelendieb Frank lebt alleine vor sich hin. Tochter Madison reist in der Welt umher, nur sein Sohn Hunter stattet ihm einmal die Woche einen Besuch ab. Eines Tages hat er eine Überraschung im Kofferraum: einen Roboter, der Frank im Alltag zur Hand gehen und seine Gesundheit kontrollieren soll. Nach anfänglicher Abneigung findet Frank sogar Gefallen an dem weißen Gerät - und sieht die Möglichkeit auf einen gemeinsamen Einbruch.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Robot & Frank hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 77%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Robot & Frank hat eine Wertung von 77%
Seit beinahe Anbeginn der Menschheit, möchte diese aus dem Unbelebten Leben erschaffen. Reichen aber das Zusammenspiel von Prozessoren, Microchips und einer hochentwickelten Software bereits aus, um von Seele zu sprechen? Solche philosophischen Fragen beschäftigen Frank jedoch nicht, als er seine Robotereinheit bekommt. Sein Sohn, der sich um seinen dementen Vater sorgt, hat ihm diese zum Geschenk gemacht. Frank hat aber bald anderes damit im Sinn. Als Ex-Juwelendieb bildet er den Roboter kurzerhand aus und geht mit ihm auf Beutezüge. Unkonventionelle und erfrischende Tragikomödie mit einem Frank Langella in bester Spiellaune und einer absolut hinreißenden Susan Sarandon.

Bild aus Robot & Frank Die Zukunft ist vielleicht schon näher als wir denken. Eines Tages werden menschenähnliche Wesen, Roboter und Androiden, zu unerlässlichen Helfern im Alltag werden. Besonders alte, kranke, einsame und gehandicapte Menschen werden davon profitieren. Schon heute forscht Japan, das Vorreiterland der Kybernetik und Robotik, mit Hocheifer in diese Richtung. Und schon zeichnen sich die ersten Erfolge ab: Einfache humanoide Maschinen mit begrenzter Sprachfähigkeit, die lediglich in der Lage sind, einfachste Tätigkeiten zu bewältigen, leben versuchsweise mit dementen Menschen zusammen; und tatsächlich reicht schon dieses geringe Maß an täglichem Zuspruch und Fürsorge durch die Maschine und die Hilfe bei der Verrichtung simpler Hausarbeiten aus, um den Zustand der Erkrankten messbar positiv zu beeinflussen.

Dem bereits weit voraus ist die Welt, in der Robot & Frank angesiedelt ist. Die nützlichen Hausdiener sehen zwar aus wie überdimensioniertes Robotdesign aus den 1980ern, doch in ihnen steckt inzwischen ein ausgeklügelter Verstand, der um das Wohl ihrer Besitzer - oder vielleicht besser: jener Menschen bemüht ist, die ihnen anvertraut werden. So ergeht es auch Frank (Frank Langella), einem in die Jahre gekommenen Gauner, der sich grantiger gibt, als er wirklich ist. Alter und Krankheit - Frank leidet an fortschreitender Demenz - haben den Ex-Juwelendieb mürbe gemacht. Inzwischen ist sein einziges Laster, gelegentlich in die Stadt zu fahren, um sich ein Buch in der Bücherei auszuleihen und mit der netten Bibliothekarin Jenifer (Susan Sarandon) einen kleinen anregenden Plausch zu halten.

Meist verbringt der alte Griesgram aber seine Zeit einsam und abgeschieden fernab in seinem Haus im Wald. Dort fühlt er sich am wohlsten und möchte von Gott und der Welt in Ruhe gelassen werden. Das höchste der Gefühle stellt für ihn schon ein Video-Telefonat mit seiner Tochter (Liv Tyler) dar. Ansonsten kann ihn die digitalisierte und vernetzte Welt mal gernhaben. Frank ist halt ein Relikt aus einer anderen Epoche. Aus Sorge, und weil er ihm das Altersheim ersparen möchte, besorgt ihm sein Sohn eines Tages eine Roboterpflegeeinheit. Diese soll Frank bei allerlei Dingen der täglichen Verrichtung zur Hand gehen und auf ihn Acht geben.

Allzu viel kann der Technologieverweigerer mit dem neuen Hitech-Kameraden zu Beginn nicht anfangen. Es ist aber wohl der nonchalanten fürsorglichen Art des Roboters geschuldet, der mit seltenem Gleichmut auf jede noch so mürrische Verbalität Franks mit einer passenden charmanten Replik reagiert, dass die Vorbehalte und Skepsis mit der Zeit einer speziellen Vertrautheit weichen. Ungefähr in der Art eines alten Ehepaars - auch wenn Frank lieber Cheseburger an Stelle der Gesundheitskost hätte, die ihm der Roboter serviert. Als Frank erkennt, dass im Programm des Roboters, dessen Existenzberechtigung sich gewissermaßen allein über das Wohl des Menschen, den er betreut, definiert, beginnt Frank, sich seinen Gefährten "umzustricken". Er bildet ihn als Juwelendieb aus. Und bald darauf drehen die beiden gemeinsam die ersten Dinger.

Das Thema Mensch & Maschine ist nicht neu. Mal ist es Utopie, dann wieder Dystopie oder gar Endzeitszenario, wie in der Terminator-Saga. Im Grunde ist es wie mit dem Zauberlehrling, der die Geister, die er entfesselte, nicht mehr gebändigt bekommt. Robot & Frank vereint sicherlich ein Stückweit beides. Frank als Vertreter einer anderen Ära ist die fleischgewordene Kritik gegen eine übertechnisierte Gesellschaft. Doch die Technik in dieser Nahzukunft ist beinahe unsichtbar, gut beherrschbar und ein Diener des Menschen. Trotz hochentwickelter künstlicher Intelligenz strebt sie nicht nach mehr. Und auch Franks Assistent handelt letzten Endes lediglich im Rahmen dessen, was ihm sein Programm gestattet. Er bleibt Maschine, obwohl es nach außen hin zuweilen den Anschein erweckt, als hätte man bei ihm die Korrektheit eines Data aus Star Trek - TNG mit dem erfrischenden Wesen eines Nummer 5 gekreuzt.

Über weite Strecken ist dieser sehr unterhaltsame Streifen allerdings auch ein klassisches Heist-Movie mit einem fabelhaft aufgelegten Frank Langella, der performed, wie vielleicht zuletzt in Frost/Nixon. Verwoben darin findet sich eine kleine Romanze, in der Susan Sarandon einfach nur hinreißend ist. Vor allem aber ist Robot & Frank ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit, auch wenn erstaunlicherweise hier der Umweg über die Interaktion zwischen einem Roboter und einem Menschen dazu genommen werden muss. Darin ähnelt der Film durchaus dem Hollywood-Big-Picture I, Robot. Trotz einiger nicht von der Hand zu weisender Unterschiede, finden sich in der Dynamik zwischen Frank und seinem Robotergehilfen und dem Detective Del Spooner (Will Smith) samt seinem vermeintlichen Widersacher Sonny eindeutig auch Parallelen.

Jack Schreiers erster Big-Screen-Film geht das Thema Alter und Krankheit unkonventionell, aber niemals respektlos an. Die tragikomische Stimmung wird vor allem durch Frank Langella getragen. Er spielt einen Mann, dem allmählich sein Gedächtnis und sein Gefühlsleben abhandenkommen. Zu seinem Halt in dieser furchtbaren Situation wird merkwürdigerweise ein grundsätzlich zu Emotionen nicht fähiges Wesen, was an sich schon absurd genug erscheinen mag. Getoppt wird das Ganze nur noch durch die gemeinsamen Raubzüge, bei denen der Roboter, der alles mitmacht, was seinem "Herrn" grundsätzlich gut tut, zu Franks Komplizen wird. Feiner kleiner und zurückgenommener Film mit einem überragenden Protagonisten, viel Charme sowie einer satten Portion schräger Komik.



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