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Killer Joe

(Killer Joe, 2011)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 08. September 2011 (Venice Film Festival, Italien)
FSK: nicht bekannt Genre: Komödie, Thriller
Länge: 103 min Land: USA
Darsteller: Matthew McConaughey (Killer Joe Cooper), Emile Hirsch (Chris Smith), Juno Temple (Dottie Smith), Thomas Haden Church (Ansel Smith), Gina Gershon (Sharla Smith), Marc Macaulay (Digger Soames), Gregory C. Bachaud (Filpatrick), Julia Adams (Adele)
Regie: William Friedkin
Drehbuch: Tracy Letts


Inhalt

Chris hat finanzielle Probleme. Da kommt ihm die Idee, seine bösartige Mutter töten zu lassen, um an das Geld aus deren Lebensversicherung zu kommen. Immerhin ist sie Schuld an seiner Lage, weil sie seine Drogen geklaut und selbst verkauft hat. Auch sein Vater Ansel und Schwester Dottie finden den Plan gut. Der richtige Mann für den Job ich auch schnell gefunden: Killer Joe, der eigentlich Detective ist und sich durch kleine Morde ein bisschen was dazu verdient.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Killer Joe hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 71%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 82 für Killer Joe

Was wurde nicht im Vorfeld über diesen Skandalfilm alles geschrieben. In Amerika ein NC-17 Rating, hierzulande wurde dem Film ungekürzt die FSK 18 verweigert - und das alles nur wegen einem Chicken Wing. Aber von vorn: Killer Joe ist eine über weite Strecken überaus gelungene schwarze Komödie mit absolut überdrehten Charakteren. Der Film handelt von einem Vater-Sohn-Gespann, das die Ex-Frau/Mutter von einem Killer umbringen lassen möchte, um das Versicherungsgeld abzukassieren. Dieser verlangt als Bezahlung die Jungfräulichkeit der Tochter/Schwester. So beginnt eine mit vielen Haken gespickte Geschichte, die vor allen Dingen aufgrund ihrer hervorragend geschriebenen Charaktere und zweier Darstellerleistungen beeindrucken kann. Juno Temple ist einmal mehr klasse in einer überaus herausfordernden Rolle, und was Matthew McConaughey in den letzten 20 Minuten des Filmes für eine Show abzieht, ist einfach nur grandios. Sicherlich werden sich viele gerade an diesem Finale stören - in meinen Augen hätte es besser kaum sein können -, gleiches gilt für die Schlusssequenz. Sollte man nicht verpassen. Toller kleiner Film.

Kritik

von Florian Lieb
Killer Joe hat eine Wertung von 60%
Es ist kein Geheimnis, dass Menschen von Dingen angezogen werden, die sie nicht tun oder sehen dürfen. So auch im Falle von William Friedkins schwarzhumorigem Krimi, dessen Release in Deutschland umstritten war. Und wie so oft wird dabei heißer gekocht als gegessen, ist der Film doch totaler Durchschnitt.

Bild aus Killer Joe Riesige Plakatwände können die Aufmerksamkeit und das Interesse auf einen Film lenken, aber auch die Verweigerung einer Jugendfreigabe seitens der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) kann ein Werk eines Regisseurs ins Bewusstsein rücken. So kam im Oktober Killer Joe, der jüngste Film von William Friedkin (Der Exorzist), nur als SPIO/JK-Veröffentlichung in den Verleih. Ausschlaggebend dürfte hier wohl die Zweckentfremdung eines frittierten Hühnchenschlegels gewesen sein, ab 18 Jahren wollte die FSK die schwarze Komödie jedenfalls nicht unter das deutsche Volk gebracht wissen.

Wie so oft ist das Tohuwabohu auch im Falle von Friedkins Film halb so wild. Schließlich ist Killer Joe kein Schocker oder Reißer, sondern unterm Strich ein gewöhnlicher Krimi-Thriller mit einigen schwarzhumorigen Szenen. Erzählt wird die Geschichte des Tunichtguts Chris, der aufgrund von Schuldenzahlungen mit seinem Vater Ansel konspiriert, um die verhasste Mutter unter die Erde zu bringen. Denn die hat eine Lebensversicherung in Höhe von 50.000 Dollar. Für die schmutzige Tat heuern sie den korrupten Kommissar Joe Cooper an, nur können sie ihn nicht im Voraus bezahlen. Kurzerhand nimmt er Chris' kleine Schwester Dottie als Faustpfand, und die Ereignisse in Killer Joe nehmen ihren Lauf.

Das Endergebnis lässt sich in etwa so beschreiben, als würden die Coens heutzutage selbst ein Remake ihres Debütfilms Blood Simple drehen. Seinen Humor bezieht Friedkins Film, der wie schon sein Vorgänger Bug auf einem Drehbuch von Tracy Letts basiert, dabei zuvorderst aus der Interaktion zwischen Chris und seiner Familie. Diese werden nicht von ungefähr als etwas zurückgebliebener White Trash inszeniert, der sich in eine Achterbahn begibt, ohne wirklich zu bedenken, worauf er sich einlässt. So ist speziell Chris im Laufe des Films hin und hergerissen, ob er seine Mutter wirklich ermorden lassen und derweil Dottie in den Händen von Matthew McConaugheys subtil-maliziösem Gesetzeshüter wissen will.

Und obschon er das Geschehen zu einem Großteil lenkt und unter Kontrolle zu haben scheint, ist auch Killer Joe nicht gerade der Schlaueste. Zumindest kristallisiert sich erst im Schlussakt heraus, wer weitestgehend die Strippen in dieser Geschichte gezogen hat, in der Frauen eher als Objekt gesehen werden, denn als Menschen. So wird Dottie bereitwillig von Vater und Bruder als temporäre Sexsklavin verliehen, während gleichzeitig der Tod der Mutter und Ex-Frau als Mittel zum Zweck gesehen wird. Während für Chris immerhin seine eigene Gesundheit auf dem Spiel steht, scheint Ansel allein für eine Handvoll Bares bereit zu sein, das Leben von zwei Familienmitgliedern mehr oder weniger in die Binsen gehen zu lassen.

Die Planlosigkeit der Figuren, die die Handlung vorantreibt und für die unterschwelligen Lacher sorgt, ist es, die Killer Joe so "coenesk" erscheinen lässt. So ist selbst die von der FSK als bedenklich empfundene Szene weniger schockierend als vielmehr lächerlich, da sie weitaus mehr in die Länge gezogen wird als ihr gut tut. Immerhin wurde jedoch dem Film auf diese Weise eine Portion zusätzliche Aufmerksamkeit zuteil, die dann doch dafür sorgt, dass aus diesem gewöhnlichen Krimi-Thriller ein nicht ganz so gewöhnlicher Film wird.



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