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To Rome with Love

(To Rome with Love, 2012)

Dt.Start: 30. August 2012 Premiere: 20. April 2012 (Italien)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 102 min Land: USA, Italien, Spanien
Darsteller: Woody Allen (Jerry), Alec Baldwin (John), Roberto Benigni (Leopoldo), Penélope Cruz (Anna), Judy Davis (Phyllis), Jesse Eisenberg (Jack), Greta Gerwig (Sally), Ellen Page (Monica), Antonio Albanese (Luca Salta), Fabio Armiliato (Giancarlo), Alessandra Mastronardi (Milly), Ornella Muti (Pia Fusari), Flavio Parenti (Michelangelo), Alison Pill (Hayley), Alessandro Tiberi (Antonio), Lynn Swanson (Ellen), Monica Nappo (Sofia), Corrado Fortuna (Rocco)
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen


Inhalt

Leopoldo lebt ein ganz gewöhnliches Leben im schönen Rom. Doch eines Tages wird er ohne besonderen Grund berühmt und von den Medien verfolgt. Das "Star- Sein" hat Jerry hingegen schon hinter sich. Der rüstige Opernregisseur sucht in der Hauptstadt Italiens nun nach neuen Talenten. Und dann ist da noch Jack, der mit seinem Leben eigentlich ganz zufrieden ist, bis er sich plötzlich zwischen zwei Frauen entscheiden muss.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

To Rome with Love hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 43%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 26 für To Rome with Love

Nach seinem bislang wohl besten Film Midnight in Paris folgt nun direkt der schwächste Woody Allen hinterher. Sicherlich ist die Figur von Alec Baldwin amüsant, und auch die Episode um Roberto Benignis plötzlichen Ruhm, ohne dabei etwas geleistet zu haben, kann überzeugen. Aber: Der komplette Rest funktioniert leider zu keiner Sekunde. Nicht nur wird, wie für einen Episodenfilm üblich, ein tolles Darsteller-Ensemble verheizt, auch die Geschichten funktionieren leider zu keinem Zeitpunkt. To Rome with Love heißt der Film, doch mit Liebe hat er im Grunde wenig am Hut. Dafür verkommt der Großteil der Charaktere zur Karikatur; alles wirkt aufgesetzt, die Figurenzeichnung unglaubwürdig und auch der notwendige Charme vermag zu keiner Sekunde aufzukommen. Auch Woody Allens Liebe zur Stadt überträgt sich nicht auf das Publikum, fehlt dem Film mit Ausnahme des Musikeinsatzes jeglicher Lokalkolorit. Lustig ist das Ganze zudem nur in ganz wenigen Momenten. Ohne die Episode von Benigni wäre es wohl ein Supergau, in der Form ist es nur Woodys bislang schlechtester Film.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
To Rome with Love hat eine Wertung von 60%
Woody Allen ist auf seiner Tour durch Europa nun bei der italienischen Metropole Rom angekommen und liefert einen süffisanten Episodenfilm, der sich einzig und allein um das Thema Liebe dreht, aber einer nennenswerten Story entbehrt. Dennoch kann man mit To Rome with Love einen vergnüglichen Kinoabend erleben, wenn man bereit ist, über einige inszenatorische Schwächen hinwegzugehen. Allein schon die Impressionen Roms rechtfertigen aber schon fast den Gang ins Lichtspielhaus. Und der übliche schräge Humor fehlt auch diesmal nicht, wenn auch vielleicht nicht ganz so ausgeprägt wie sonst. Und wer genau hinhört, kann sogar erraten, wohin es den Meister im nächsten Film verschlagen wird, falls das Land bis dahin nicht im Schlussverkauf verscherbelt wurde.

Bild aus To Rome with Love Es ist ganz leicht, einen Film zu machen. Die Formel hierfür ist überaus simpel: Boy meets Girl. Der Meister der Ironie, Woody Allen, weiß das mit Sicherheit. Schließlich dreht sich beinahe alles in seinen Filmen um das zuweilen sehr absonderliche Gebaren paarungswilliger Erwachsener. Seine letzten Produktionen Tall Dark Stranger und Midnight in Paris waren Hommagen an die Städte, in denen die Handlung spielte. Und auch in To Rome with Love wird dies beibehalten. So macht Allen nach den europäischen Metropolen London und Paris in seinem aktuellen Film auch der italienischen Hauptstadt Rom eine Liebeserklärung.

Aus der Perspektive eines römischen Verkehrspolizisten, der vorgibt, das illustre Treiben in der ewigen Stadt ohnehin am besten zu kennen, entfaltet sich ein buntes Liebespotpourri: Da ist die klassische Romanze zwischen der amerikanischen Touristin, die in ihrem Urlaub einen vollendeten römischen Kavalier kennen und lieben lernt, und schon wenige Wochen später beschließen beide, zu heiraten; oder das junge italienischen Pärchen aus der Provinz, dass nicht nur seine Flitterwochen in der pulsierenden Stadt verbringen möchte, sondern sich allzu gerne auch eine Existenz in Rom aufbauen würde; und nicht zu vergessen das Studentenpärchen, das augenscheinlich perfekt zusammenpasst, bis die beste Freundin der Freundin für ein paar Tage zu Besuch kommt und die Hormone durcheinander geraten.

An Charmedefizit leiden Woody Allens Filme selten. Auf seiner Tour durch Europa ist er nun in Bella Italia angekommen und versucht den Zauber Roms einzufangen. Nur will die Magie diesmal nicht ganz funktionieren. Das liegt natürlich nicht am wunderschönen Rom, sondern vielmehr am Mangel an Struktur des Films. Das mag sogar typisch italienisch sein, erweist sich inszenatorisch aber als weniger gefällig. Die kleinen Episodenhappen sind für sich allemal ganz nett, aber man hätte sich einfach mehr erwartet. Vor allem nach Midnight in Paris, der mit seiner Zeitreisegeschichte den Zuschauer komplett aus der Realität zu entführen vermochte und die Meßlatte somit sehr hoch legte. Im Vergleich dazu erweist sich To Rome with Love nun geradezu schon als Allerweltskost.

Ein paar kleine Highlights gibt es aber doch. Der Meister tritt diesmal auch vor der Kamera in Erscheinung und spielt ganz exzellent eine Mischung aus Neurotiker und amerikanischem Spießer. Zuweilen kommt dabei jedoch das Gefühl auf, dass Allen, wenn er in seiner Rolle über die Panik des Ruhestandes halbmanisch monologisiert, im Grunde über sich selbst spricht. Auch das schöne Geschlecht spielt wieder eine zentrale Rolle - schließlich geht es hier um Amore. Eine wohlproportionierte Blondine sucht man dennoch vergebens. Allen verzichtet auf seinen Fetisch; Penélope Cruz in der Rolle einer Edelkonkubine kann es aber locker mit Johansson und Co. aufnehmen.

Irgendwo in diesem locker-leichtfüßigem Treiben war dann sogar noch Zeit für eine kleine Medien- und Kunstsatire sowie ein paar Sidekicks in Richtung Katholizismus. Gerade aber die Mediensatire, in deren Zentrum ein Roberto Benigni eigentlich ganz vortrefflich agiert, will in diesen Film nun überhaupt nicht hineinpassen. Gleiches gilt für Hollywoodstar Alec Baldwin, der als "fleischgewordene Gewissensinstanz" einen jungen Mann begleitet, der einer unmoralischen leiblichen Versuchung zu erliegen droht; wobei das Mangels Funkenflug nicht ganz überzeugend wirken will. Was sich Allen bei dieser Figur dachte, wird aber ohnehin einzig und allein er selbst wissen. Als Zuschauer bleibt man mit ordentlich Fragezeichen im Kopf zurück, und selbst Baldwin schaut aus der Wäsche, als wüsste er nicht ganz, was er da eigentlich zu tun hatte. Es scheint, als wäre es womöglich doch nicht ganz leicht, einen Film zu machen. Vielleicht würde es bereits helfen, sich nicht immer einzig und allein auf die altbewährte Formel Boy meets Girl zu verlassen.



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