Nach seinem mit Himbeeren überschütteten Film Freddy Got Fingered spielt MTV-Comedy-Star Tom Green in diesem mehr als dämlichen Film neben Almost Famous - Fast berühmt-Star Jason Lee die Hauptrolle.
Jason Lee und Tom Green als Hauptdarsteller in einer Story von Reine Nervensache-Autor Peter Tolan - das klingt, sofern man Greens Humor und Hollywood-Teenie-Komödien mag, nicht schlecht, sollte man meinen. Vielleicht sollte einen der Name des Regisseurs, Bruce McCulloch, stutzig machen, denn wirklich Bahnbrechendes hat er bisher nicht auf die Beine gebracht. Aber es soll ja auch schon One-Hit-Wonders gegeben haben, warum nicht auch hier?
Ganz einfach, ohne ein vernünftiges Drehbuch geht nichts, aber auch wirklich rein gar nichts. Nicht nur dass Schwere Jungs keine gute Story hat - dies war ja von vornherein nicht bei einer solchen Komödie zu erwarten, nein - Schwere Jungs hat nicht einmal richtig gute Gags. Zwar gibt es - meist seitens Tom Green - ein paar Schmunzler, aber so richtig gute Komik muss man hier schon beinahe mit der Lupe suchen. Vielleicht muss man ja nur eine andere Art von Humor haben, um sich an diesem Filmchen zu erfreuen, aber ist es nicht Aufgabe einer Komödie in jedem Fall wenigstens (ein wenig) lustig zu sein? Wenigstens in Ansätzen haben dies Filme wie Nix wie raus aus Orange County oder American Pie 2 geschafft. Diese Filme kann man beinahe schon auf einem anderen Niveau ansiedeln - in jeder Beziehung. Bei diesen beiden Filmen hatte man wenigstens nicht das Gefühl, seine Zeit blödsinniger Weise im Kino regelrecht verplempert zu haben.
Aber von vorn: der Film handelt von Otto Normalverbraucher John Plummer, der für seinen geradezu eifersüchtigen zukünftigen Schwiegervater in dessen Firma arbeitet. Dieser scheint ihn regelrecht zu hassen. Als die Handlung so langsam aber sicher in Gang kommt, werden dem überforderten John zwei gute Nachrichten mitgeteilt, was, wie sich herausstellt, eine gute Nachricht zu viel ist, und sich somit beide in geradezu schlechte Nachrichten für ihn wandeln: die hart zusammengesparten 30.000$, die als Existenzgrundlage für die noch zu schließende Ehe dienen sollen, entpuppen sich als die Summe der Studiengebühren der Harvard University, an die seine vaterlose Nichte nach bestandener Aufnahmeprüfung gehen will. Das Problem ist, dass John einst hoch und heilig versprach, dass er, Onkel John, für die College-Ausbildung aufkommen würde. Aber es kommt noch schlimmer, denn Eileen, seine Gattin in spe, hat das Geld bereits für die Finanzierung ihres gemeinsamen Traumhauses verwendet. Tja, Pech gehabt, oder ist das Schicksal? Dieses Thema, von dem Schwere Jungs wohl handeln soll - zumindest ist es das Motiv des kleinen Prologs und des schwachsinnigen Epilogs -, wird auf dümmlichste Art zur Entfaltung des Films verwendet. Nun denn, John hat dann schließlich eine Idee, er holt sich Rat und Tat seines ehemaligen Kumpels (Tom Green bezeichnender und passender Weise als Mega-Vollidiot) Duff ein. Und so drehen sie eine illegale Tat nach der anderen. Natürlich geht das Ganze nicht nur chaotisch zu, sondern auch jeweils schief.
Was eigentlich ein ganz amüsantes Filmchen sein könnte bzw. hätte sein können, entpuppt sich als dümmliches Werk aus heißer Luft mit Star-Garnierung. Gut, Tom Greens MTV-Show ist niveaulos, aber dieser Streifen toppt dies locker und lässig an Hirnlosigkeit, denn wäre die Show so einfallslos, hätte Green sich seine Sendung schon nach dem ersten Versuch an die Backe kleben können. Gegen diese Dialoge - vielleicht sollten sie witzig sein!? - ist ein "Unter uns"-Marathon eine Philosophiestunde. Ein sinnfreier Hauptsatz nach dem anderen, ein Festival des restringierten Codes... Die Regie McCullochs ist typisch für dieses Genre, doch an Ideenreichtum hapert es - im Gegensatz zu zahlreichen Konkurrenzwerken - gewaltig. Nicht alle Schwere Jungs-Gags sind schlecht, nein, es gibt - wie bereits gesagt - ein paar, die okay sind, und auch Jason Lee gibt sich zumindest Mühe Farbe ins Spiel zu bringen, aber das Wenige reicht mit Sicherheit nicht aus, um dem Film etwas Gutes abgewinnen zu können, außer vielleicht, dass es ein - Gott sei Dank! - kurzweiliges Kino-"Vergnügen" war. Diese Zeit hätte man aber nun wirklich sinnvoller nutzen können!