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Skyfall(Skyfall, 2012)
| Dt.Start: |
01. November 2012
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Premiere: |
22. Oktober 2012 (Serbien) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Action, Abenteuer, Thriller |
| Länge: |
143 min
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Land: |
UK, USA |
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Darsteller:
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Daniel Craig (James Bond), Ralph Fiennes (Gareth Mallory), Javier Bardem (Silva), Judi Dench (M), Ben Whishaw (Q), Helen McCrory (Clair Dowar), Naomie Harris (Eve), Albert Finney (Kincade), Bérénice Marlohe (Sévérine), Ola Rapace (Patrice), Rory Kinnear (Bill Tanner) |
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Regie:
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Sam Mendes |
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Drehbuch:
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John Logan |
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 Inhalt
007 hat einen neuen Auftrag. Doch dieser hat eine ganz besondere persönliche Note, denn seine Loyalität gegenüber "M" wird auf die Probe gestellt, als diese sich den Schatten ihrer Vergangenheit stellen muss. Schließlich gerät auch noch das MI6 ins Fadenkreuz der Verbrecher und Bond weiß schon bald nicht mehr, welchen Brand er zuerst löschen soll. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Lutz Granert
James Bond stirbt noch vor der elegantesten und eindrucksvollsten Titelsequenz seit Jahren, nur um gleich danach von den Toten aufzuerstehen und mit seiner eigenen Vergangenheit und seiner Ersatz-"Familie" um den rachsüchtigen Ex-MI-6-Agenten Silva (brilliant psychopathisch: Javier Bardem) abzurechnen. Nach dem zähen Wackelkamera- und Parallelmontagen-Konglomerat Marc Forsters machte es American Beauty-Regisseur Sam Mendes besser und schuf mit Skyfall den bislang besten Craig-Bond, den eine packende Handlung vorantreibt und - zum 50. Jubiläum des ersten Bond-Films nicht verwunderlich - auch mit Referenzen auf die Gimmicks und "Bestandteile" der Reihe nicht geizt. Mit Skyfall ist Bonds Neuanfang auch durch die Rückkehr zu seinen eigenen Wurzeln abgeschlossen. Umso mehr bedauert man es, wenn nach einem wahrhaft düster-stimmungsvollen Endzeit-Finale im Kreise der "Familie" dieser kurzweilige Agententhriller endet. Bleibt zu hoffen, dass wir dann im nächsten Bond auch endlich mal einen epochalen Endkampf sehen - denn genau dies fehlt Skyfall zu einem modernen Klassiker.
Kurzkritik
von Michael Schmidt
Dieser neue Bond ist ein zerrissener. Zerrissen zwischen Tradition und Moderne. Es beginnt düster und mit einem rauen James Bond, so wie ihn Daniel Craig äußerst erfolgreich in Casino Royale neu interpretiert hat. Er erlebt seinen Fall und die Wiederauferstehung. Das alles passiert im Spannungsfeld zwischen der neu etablierten geerdeten realistischeren Art und einer gewissen Eleganz, die Bond generell ausmacht. Dies geschieht produktionstechnisch auf hohem Niveau und mit einigen stimmungsvollen Set-Pieces wie in Macau. Der Bruch im Film insgesamt geschieht mit der Einführung des Bösewichts. Dieser wirkt wie aus der alten Bond-Ära in dieses neue Korsett hineingepresst. Hinzukommen viele Anspielungen, die als ironische Unterhaltung teilweise funktionieren, aber nicht dem Gesamtwerk dienen. Statt der vielversprechenden Idee, den gefallenen Agenten zu folgen, steht am Ende ein Sammelsurium aus den alten und den neuen Craig-Ära Elementen, die nicht zusammenfinden. Sie zerreissen den Film und zeigen wie Casino Royale als Primus der neuen Ära die Balance zwischen rauer Erdung und elegant-exklusivem Achterbahnkino weitaus besser verstanden hat.
Kurzkritik
von Markus Müller
Skyfall ist eines der Action-Highlights des Jahres, überzeugt als Bond-Film jedoch nur bedingt. Dies liegt unter anderem daran, dass sich viele klassische Bond-Elemente nur noch auf Zitatebene finden: Typische Bondgirls oder neue, ausgefallene Gadgets sucht man vergebens. Stattdessen gibt es einige nette Anspielungen auf frühere Zeiten.
Trotz des interessanten Ansatzes, seit Daniel Craigs Bondwerdung mehr Wert auf Realismus zu legen, vermisst man den Charme der alten Filme. Dieser sorgte immer dafür, dass einige zu abenteuerliche Ideen oder sich einschleichende Logiklöcher verziehen werden konnten. Bei Skyfall funktioniert das nicht mehr. Über vieles kann man hinwegsehen, doch dass in einer Zeit, in der sich selbst kleine Firmen mit IT-Sicherheitsvorkehrungen ausrüsten, eine Festplatte mit Namen von Geheimagenten spazieren getragen und schließlich gestohlen wird, ist haarsträubend.
Trotz einiger Schwächen bietet Skyfall kurzweilige Unterhaltung mit einem stimmig agierenden Daniel Craig und einem genialen Javier Bardem, durch den der Film extrem gewinnt. Auch wenn einige Bondfans enttäuscht das Kino verlassen, ist er insgesamt durchaus empfehlenswert.
Kurzkritik
von Daniel Licha
Worst Bond Ever! - hört man in letzer Zeit immer wieder über Skyfall, und nach einer Stunde kann man sich da nur anschließen. Gerade von einer, wie gerne betont, so realistischen Neuausrichtung der Craig-Bonds sieht man gar nichts. Schlecht choreografierte Actionszenen, unterirdische Dialoge, ein schwaches Bondgirl, überinszenierte Szenen (Hochhaus) und übertriebene, lächerliche Szenen die sich vor dem letzten Brosnan-Bond nicht zu verstecken brauchen. Nach einer Stunde Laufzeit definitiv der erwähnte Worst Bond Ever. Doch mit dem ersten Auftritt von Javier Bardem kommt die Wende: Er verleiht dem Film ein gewisses Charisma, einen gewissen Charme, der dem Film zuvor völlig abkam. Plötzlich kommt auch die Geschichte in Fahrt, die Action wird spannender und man wird trotz einiger Ärgernisse (die komplett unnötige Albert-Finney-Rolle, die ach so überraschenden Wendungen am Schluss) die restlichen anderthalb Stunden bestens unterhalten, weshalb man in diesem Punkt auch die euphorischen Meinungen der Bond-Jünger zu einem Teil nachvollziehen kann. Letzten Endes wäre es ohne den furchtbaren Beginn ein richtig guter Bond geworden. So ist er leider nur ok.
Kurzkritik
von Asokan Nirmalarajah
Zum 50. Kinojubiläum des bewaffneten britischen Lebemanns nahm mit Sam Mendes erstmals ein Oscar-prämierter Bildkünstler Platz auf dem Regiestuhl. Die Folgen sind ästhetisch wie intellektuell anregend, wenn auch seltsam unbefriedigend. Mendes, der bisher, wenn überhaupt, nur für Genrefilme Interesse zeigte, wenn er sie auf ihre essentiellen Bausteine reduzieren und zugleich mit vielen bedeutungsschwangeren thematischen und genrehistorischen Motiven behängen durfte (Road to Perdition, 2002), versucht auch hier, Bonds Essenz als sich kulturhistorisch wandelnde Verhandlungsfigur rauszukitzeln und dabei noch viel erklärende Psychologie und selbstreflexive Momente reinzupfeffern. Schade, dass das der weit weniger affektierte Handwerker Martin Campbell bereits vorzüglich im ersten Craig-Bond Casino Royale (2006) vorgemacht hat, weshalb es diesem Bond eigentlich nur anfällt, die schlechten Erinnerungen an den mittelprächtigen Vorgänger Ein Quantum Trost (2008) zu bereinigen. Und das tut er allemal mit einer guten Starbesetzung, schönen Bildern und einem soliden Tempo. Da verzeiht man noch manchen affektierten Moment und das müde letzte Drittel.
Kritik
von Wilhelm Skrjabin
Im Oktober 1962 feiert in London der erste von Eon produzierte "James Bond"-Film, Dr. No, seine Premiere. Zu dem goldenen Jubiläum 2012 erscheint heute, fünfzig Jahre später, der immer noch von Eon produzierte 23. Bond Skyfall, mit dem mittlerweile siebten Darsteller Daniel Craig in der Hauptrolle. Der "Old dog with new tricks" sieht einem seiner schwersten Konflikte entgegen: Nach einer misslungenen Operation in der Türkei wird er als vermisst gemeldet. Während Bond von der Bildfläche verschwunden ist, bekommt der MI6 gravierende Probleme, die in einem Anschlag auf das Hauptquartier selbst gipfeln. Als er kaum erholt wiederkehrt, braucht sein Land einen Mann, der im Schatten agiert.
Die Filme der Bond-Ära Daniel Craig sind mit der Christopher Nolanschen Batman-Trilogie als Eisbergspitze ein Symptom der Dramatisierung und Rationalisierung etablierter Franchises, die seit den letzten Jahren stattfindet. Die negative Konnotation ist bei diesem Phänomen aber weitestgehend fehl am Platz: Beide genannten Reihen haben sich in diesem Zuge von ihren bestehenden, veralteten Mechanismen gelöst, um für modernere Platz zu machen.
In Skyfall darf sich James Bond in diesem Sinne verletzlicher zeigen als wohl jemals zuvor. Mehr als das: Seine Verletzlichkeit sowie die Angreifbarkeit der Dinge, für die er sein Leben riskiert und für die er steht, sind vordergründiges Thema des 23. Bonds. Sogar die Ikonographien der von Adele besungenen, klassisch-abstrakten Eröffnungssequenz thematisieren Bonds Schwächen. Dass der Protagonist nicht von Unfehlbarkeit geprägt und seine Unsterblichkeit nicht besiegelt ist, stellt wohl den schwerwiegendsten Bruch mit den Konventionen des Bondfilms dar. Ebenso spielen die politischen Hintergründe des fiktiven MI6, die Perspektive der Nachrichten und der individuelle Terrorismus eine größere Rolle als zuvor. Damit denkt Skyfall seine beiden Vorgänger Casino Royale und Ein Quantum Trost zu Ende. Daniel Craig kann die für das Drehbuch nötige maskuline Melancholie sowie eine gewisse Berserkerhaftigkeit solide transportieren.
Bonds terroristischer Gegenspieler, verkörpert durch einen erneut perücketragenden und psychopathisch agierenden Javier Bardem, scheint dem lädierten Bond diesmal hoch überlegen. Wie schon Alec Trevelyan in Goldeneye hat er eine Vergangenheit, die mit dem MI6 zusammenhängt, und setzt hauptsächlich neueste Technik ein, um seine Ziele zu verwirklichen. Bardem gab an, sich sofort nach dem Lesen des Drehbuchs der Möglichkeiten seines Charakters bewusst und sehr zufrieden damit gewesen zu sein. Sichtbar wird das in einer wie schon in No Country for Old Men gelungen verspielt-wahnsinnigen Performance. Commander Bonds vorgesetzte M bekommt in diesem dritten Craig-Bond auch eine neue Dimension: Sie ist nicht nur die briefende und im Hintergrund vernetzte Vorgesetzte, sondern tritt als Mensch mit Vergangenheit in Erscheinung und bekommt einen von Ralph Fiennes gespielten eigenen Vorgesetzten.
Obwohl es in Sam Mendes' mit Produktionsschwierigkeiten behafteten Skyfall kein omnipräsentes Bond-Girl gibt und der dramatische und geschichtliche Teil der Narration diesen Platz auffüllen muss, werden nur in eingeschränktem Maße fremdkörperartige Figuren mit Leinwandzeit bedacht. Der neue, junge Quartiermeister aber wirkt, trotz der humorvollen Szenen, die er mit sich bringt, eben in diesem Sinn fremd. Eine im späteren Verlauf der Jagd durch verschiedene Kontinente auftauchende, im Zuge von Spoilervermeidung ungenannte Person ist auch eher ein zu cartoonesk geratener Überschuss als narrative Notwendigkeit.
Skyfall versucht sich in der Metaebene sowohl von seinen Vorgängerfilmen zu distanzieren als auch sie hochzuhalten. Wenn etwa Q auf Bonds sarkastisches Fragen hin, warum er denn nur eine Pistole und ein Radio als Gadgets von ihm bekomme, antwortet: "What did you expect? An exploding Pen?", reitet er damit auf der Überzogenheit des ersten Brosnan-Bonds herum. Wenn aber der Aston Martin DB5 in der Garage auftaucht, ertönt das theatralische trompetengespielte Bond-Theme. Diese und andere Versatzstücke aus den ersten Jahrzehnten des Franchises zeigen, dass sich der neue Bond trotz seiner Veränderung weg vom humoristisch-comichaften zur realistischen Dramaturgie in den Herzstücken treu bleiben will.
Die action- und kampfchoreographischen Anteile sind feinabgestimmte Uhrwerke. Daniel Craig prügelt, schießt und springt sich trotz Verletzungen um Kopf und Kragen und das in einer handwerklich perfekten Ästhetik, die allerdings zum Überhochglanz tendiert.
Die Schwierigkeit einer über lange Zeit bestehenden Filmreihe ist die Vereinigung von Altem, Traditionsbehaftetem mit Erneuerung. Skyfall schafft diese und hält das gemessen am Franchise hohe Niveau seiner beiden direkten Vorgänger. Er gewinnt an geschichtlichem Tiefgang, verliert aber auch trotz bildlicher Nähe zur Bondikone etwas an stilistischer Originalität und büßt Teile seines typischen Gefühls ein.  Weitere interessante Filme
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