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Highwater

(Highwater, 2009)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 13. Juli 2012
Premiere: 24. Juli 2009 (Festival, USA)
FSK: ab 6 Genre: Abenteuer, Dokumentation
Länge: 90 min Land: USA
Darsteller: n/a
Regie: Dana Brown
Drehbuch: Dana Brown


Inhalt

Der "Triple Crown Contest" ist einer der härtesten Surf-Wettbewerbe der Welt - hier treffen sich die Weltklasse-Surfer zum ultimativen Kräftemessen, und Regisseur Dana Brown ist mit der Kamera ganz nah dabei. Er bietet besondere Einblicke in eine außergewöhnliche Szene und lässt zugleich deren Stars wie Kelly Slater oder Sunny Garcia zu Wort kommen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Highwater hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 50%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Florian Lieb
Highwater hat eine Wertung von 50%
Dramatische Schicksale, Comebacks, Lokalmatadoren, Medienlieblinge, Wunderkinder und mythische Legenden - sie alle sind Bestandteil in dieser Surf-Doku aus dem Jahr 2009 von Dana Brown. Der hat zwar teils schicke Bilder zu bieten und jede Menge Kontakte in der Szene, nur verliert sich sein subjektiver Film in Superlativen und der vergeblichen Suche nach einem roten Faden.

Bild aus Highwater Die Inseln von Hawaii sind ein Urlaubsort, und oft kommt es einem gar nicht in den Sinn, dass dort auch Menschen ihrem Alltag nachgehen. "Meine Freunde auf dem Festland denken, nur weil ich auf Hawaii wohne, lebe ich im Paradies", trällerte George Clooney zu Jahresbeginn in Alexander Paynes The Descendants. "Wir schlürfen hier nur Mai Tais und gehen surfen. Sind die verrückt?" Die Antwort lautet sowohl "ja" wie "nein", je nach Film, den man sich als Ortsfremder ansieht. Denn die Protagonisten in der Surf-Doku Highwater machen tagsüber eigentlich nichts - außer eben surfen. Wie paradiesisch!

Wenn uns Dana Brown erzählt "these are not normal people", dann bezieht sich dies jedoch weniger darauf, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen keinem Bürojob nachgehen, sondern auf ihren wahnwitzigen Lebensstil. Wenn zum Jahresende Wellen in Höhe von bis zu 20 Meter auf die nördliche Küste der Hawaii-Insel Oahu zurollen, verdoppelt sich die Population plötzlich. Dutzende Surfer bevölkern dann den 10-Meilen-Strand North Shore in der Gemeinde Haleiwa, um sich auf ihren Brettern in die tosende See zu stoßen. In den nächsten Tagen steigt hier der Prestigewettbewerb des Triple Crown of Surfing.

Brown, der zuvor bereits bei Surf-Filmen wie Step Into Liquid Regie geführt hat, begleitete in Highwater das Triple Crown aus dem Jahr 2006. Er zeigt uns einige Szenen des Turniers, sowohl von den Damen wie natürlich auch von den Männern, und fängt Stimmen von lokalen Größen sowie Stars der Szene ein. Egal ob es der mehrfache Sieger Sunny Garcia ist, Medienliebling Kelly Slater oder Lokalmatador Pancho Sullivan. Auch Bethany Hamilton, deren Geschichte - sie verlor bei einem Haiangriff ihren linken Arm - vor einigen Jahren bereits in Soul Surfer verfilmt wurde, ist im Hintergrund zu sehen.

Highwater ist ein Film der Superlative, was allerdings weniger mit seiner Qualität zu tun hat. Brown stilisiert jeden Surfer und jede Surferin zur tollsten, besten und größten Persönlichkeit hoch, jeder Wettbewerb ist bedeutsamer und prestigeträchtiger als der zuvor. Da darf natürlich auch ein Wunderkind nicht fehlen (hier: der 13-jährige John John Florence, der "Tiger Woods of surfing") oder eine mysteriöse Legende wie Eric Haas. Dieser ist eine Art Surfer-Sasquatch, von dem zwar jeder gehört hat, aber niemand Genaueres weiß (nicht mal Kelly Slater) - und der praktischerweise irgendwann in Browns Einfahrt steht.

Was dessen Film dabei fehlt, ist ein roter Faden oder eine Geschichte, die er erzählen will. Seine Dokumentation hat mehr die Qualität eines Familienvideos. Völlig frei von objektiver Einordnung (selbst kriminelle Aktivitäten werden noch zu positiven Charaktermerkmalen verkehrt) geilt sich Brown an der lokalen Surfszene auf, anstatt irgendeinen seiner Aspekte im Film näher in den Fokus zu rücken. So kritisiert Sunny Garcia an einer Stelle die fortschreitende Gentrifizierung auf Hawaii, indem reiche Festländer Grundstücke aufkaufen, befasst sich damit aber ebenso wenig eingehender, wie mit der Triple Crown of Surfing.

"One wave can make a person's whole career", sagt uns zu Beginn der Surfer Mark Healey. Ein anderer berichtet von 38 antretenden Surfern und 41 Kameraleuten. Jeder kann sich hier auszeichnen, wenn er eine gute Welle erwischt. Nähere Einblicke bleiben dann aber abwesend, weil sich Brown darauf konzentriert, schnell zum zweiten und dritten Mal die Freundschaft zwischen den Konkurrentinnen Chelsea Georgeson und Sofía Mulanovich ins Bild zu rücken. Eine Freundschaft, die primär auf der Tonspur vorhanden ist, weil in Highwater zwar jeder jeden kennt und mag, nur spürbar wird dies relativ wenig.

Die Dokumentation geht somit selten über ein Clip-Show-Format heraus, in welchem die Faszination Surfen im Allgemeinen und die Bedeutung der Triple Crown im Speziellen selten richtig greifbar sind. Da helfen auch die unentwegt eingestreuten Superlative wenig, vielmehr verwirren sie, da man nicht mehr einordnen kann, wie toll ein Surfer ist, wenn ohnehin jeder Surfer toll ist. Immerhin beeindrucken die Aufnahmen, so redundant sie am Ende auch sind, wenn sich ein Barrel an das nächste reiht. Schlussendlich bleibt somit die Erkenntnis, dass Browns Protagonisten durchaus im Paradies leben. Nicht nur aus einer Festland-Perspektive.



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