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ATM - Tödliche Falle

(ATM, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

38%



Inhalt

David will seine Arbeitskollegin Emily, die er heimlich mag, von der Firmenweihnachtsfeier nach Hause fahren. Sein nerviger Freund Corey schließt sich einfach an und besteht darauf, dass das Trio nochmal an einem Bankautomaten anhält. Kaum angekommen werden sie von einem Unbekannten bedroht. Er lässt sie nicht gehen und setzt sie immer mehr unter Druck. In ihrer Verzweiflung riskieren die Drei mehrfach ihr Leben.

Kritik

von Carmen Porschen

Wertung Kritik

38%

Der Regie-Neuling David Brook schickt in seinem Psychothriller ATM - Tödliche Falle drei junge Leute in einer kalten, einsamen Winternacht zu einem Bankautomaten, wo sie von einem Unbekannten bedroht werden. Was etwas fragwürdig klingt, lässt im Verlauf der Handlung keine echte Hochspannung aufkommen. Die Schauspieler haben keine Möglichkeit, den Figuren Tiefgang zu geben. Nur eine gewisse Neugier auf den Ausgang des Geschehens bleibt erhalten, doch belohnt wird das nicht.

Bild aus ATM - Tödliche Falle David geht einem eintönigen Job bei einer Versicherung nach. Erhellende Momente hat er immer dann, wenn seine süße Kollegin Emily seinen Weg kreuzt. Doch dann erfährt er, dass sie kurz davor steht, einen neuen Job anzufangen. Die abendliche Weihnachtsfeier ist also die letzte Gelegenheit für David, sich Emily zu nähern. Und genau das klappt tatsächlich, schließlich hat er sogar die Chance, sie nach Hause zu fahren. Doch sein egozentrischer Kollege und Freund Corey macht ihm einen Strich durch die Rechnung, als er darauf besteht, ebenfalls mitgenommen zu werden. Also fahren die drei durch die Nacht, machen allerdings einen Zwischenstopp an einem verlassenen Geldautomaten. Kaum sind sie zusammen in dem kleinen Häuschen, taucht ein vermummter Typ auf und signalisiert ihnen, dass er es auf sie abgesehen hat. Geschockt suchen David, Emily und Corey nach einem Ausweg und riskieren dabei mehrfach ihr Leben.

Für einen starken Film braucht es manchmal nur einen ganz kleinen und begrenzten Handlungsraum. Eindrucksvoll bewiesen hat das beispielsweise Joel Schumacher mit Nicht auflegen! und Rodrigo Cortés ging mit Buried schon nah an die Grenzen dieser Idee. Der Regisseur David Brook - bisher wohlgemerkt mit sehr wenig Erfahrung im Filmgeschäft - fand das Konzept wohl ebenfalls gut und lässt in seinem Thriller ATM - Tödliche Falle nicht nur eine, sondern gleich drei Personen in die Enge geraten. Hier handelt es sich allerdings nicht um einen Sarg und auch nicht um eine Telefonzelle, sondern immerhin um ein kleines Häuschen, das mit zwei Bankautomaten ausgestattet ist (die Abkürzung der englischen Bezeichnung "Automatic Teller Machine" bildet den Filmtitel). Leider kommen die drei Betroffenen eher rüber, als hätten sie das pubertäre Teenager-Alter gerade erst überwunden, und damit sind einstige Schocker wie Scream und Ich weiß was du letzten Sommer getan hast die ersten Assoziationen, die einem bei diesem Film in den Sinn kommen, und keine imposanten Psycho-Thriller.

Aus Letztgenanntem scheint dann auch der Geheimnisvolle mit mörderischen oder zumindest sadistischen Absichten zu stammen: Mit dicker Daunenjacke inklusive gesichtsverdeckender Kapuze (es fehlt nur noch der Fleischerhaken) taucht der wie aus dem Nichts auf, als das Dreiergespann gerade gemeinsam Geld abheben will. Indem er einen grausamen Mord vor ihren Augen begeht, wird den jungen Leuten schlagartig klar, dass mit dem Kerl nicht zu spaßen ist, und damit beginnt der Kampf ums Überleben. Regisseur David Brook gelingt es nur leider nicht, aus dieser Ausgangslage einen wirklich spannenden und berührenden Film zu machen. Es beginnt bei den drei bereits erwähnten Hauptfiguren: Da wäre zunächst einmal Corey, der nervige Egoist, dem man schon nach kürzester Zeit sowieso die Pest an den Hals wünscht und dessen Verlust damit eh verschmerzbar wäre. Sein Freund David ist da schon erträglicher, aber ähnlich wie seine zuckersüße Angebetete Emily bleibt er ein sehr flacher Charakter, bei dem man sich ebenfalls schnell fragt, warum man ihm eine Träne nachweinen muss, wenn ihm etwas zustoßen sollte.

Auch im Verlauf des Filmes entwickelt sich lediglich eine etwas wacklige Liebelei zwischen David und Emily, die ziemlich vorhersehbar ist und ihren vermutlichen Zweck, eine emotionale Bindung zu den beiden Figuren aufzubauen, verfehlt. Stattdessen werden die Drei arg gebeutelt vom gesichts- und namenlosen Übeltäter, der einfach nicht von ihnen ablassen will und nichts unversucht lässt, sie sich zu schnappen. Nur das Automaten-Häuschen selbst ist für ihn tabu, da die dortigen Kameras alles aufzeichnen würden. Also kommt es zu einem Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die drei Gefangenen ständig zwischen Mut und Verzweiflung hin- und herwechseln. Es ist nicht so, als ob das alles total langweilig wäre, aber dennoch bleibt eine gewisse Skepsis und die Hoffnung auf ein grandioses Finale, möge es auch in Form eines verblüffenden Endes sein. Nur leider bleibt das aus.

Zum Teil ist es ganz interessant zuzusehen, wie die drei Betroffenen in der außergewöhnlichen Situation reagieren und miteinander agieren. Wer hält dem Druck stand, wer will flüchten, wer lässt sich eine Lösung einfallen? Sich damit zu beschäftigen ist eine gute Idee, aber da David, Corey und Emily eben vorwiegend wie Studenten wirken, die man in Anzug und Kostüm gesteckt hat, stößt der Film auch hierbei schnell an seine Grenzen. Und das obwohl die Darsteller durchaus schon einiges an Leinwanderfahrung gesammelt haben: Alice Eve (Emily) hat bereits in Filmen wie The Raven und Men in Black 3 mitgespielt, und Brian Geraghty (David) in Jarhead und Tödliches Kommando. Ihr eingeschränkter Spielraum liegt also offensichtlich vor allem am Drehbuch, das ihnen keine größeren Sprünge erlaubt.

Die Splattereffekte sind es ebenfalls nicht, die ATM - Tödliche Falle herausheben. Blut wurde sparsam eingesetzt, man merkt, dass es Brook nicht um Schockeffekte und Ekel geht, sondern um das zermürbende, das, was sich im Kopf abspielt bei Menschen, die in eine so undenkbare Situation geraten. Leider fehlt dabei der Tiefgang; bei der Handlung wird einem zwar nicht unbedingt langweilig (zumindest beim ersten Mal zusehen, weil man grübelt was herauskommt), aber besonders erhellende Momente gibt es auch nicht. Wenn der Spuk dann irgendwann vorbei ist, bleiben Fragen zurück. Nicht die guten, die einen dazu anregen, den Film genauestens zu durchdenken und dazu bringen, ihn wieder und wieder anzusehen, sondern eher die schlechte Sorte. Die Fragen, die man schnell verwirft und die einen zu der Überzeugung bringen, dass man einen solchen Film nicht nochmal ansehen muss.

Keine weitere Wertung


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