Vom bekannten Verteilen von Ohrfeigen über die gewohnt ohrwurmträchtige Musik bis zu den wunderbaren Schauplätzen ist hier für alles gesorgt. Der Film von Steno bietet all dies, was man von einem Film mit Bud Spencer erwartet. Und genauso erwartungsgemäß für einen Bud Spencer-Film lässt das Werk Dinge wie eine durchdacht wirkende Handlung vermissen.
Unter der Regie von Stefano Vanzina, genannt Steno, drehte Prügel-Ikone Bud Spencer einige seiner bekanntesten Solowerke, von der gesamten Plattfuss-Reihe, die 1973 mit Sie nannten ihn Plattfuß ihren Anfang nahm, bis zu Spencers TV-Serie Jack Clementi - Anruf genügt. Aufgrund dieser langjährigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit wollte ihn Spencer auch beim hier vorliegenden Banana Joe, der auf Spencers eigenem Drehbuch basiert, unbedingt als Regisseur mit im Boot haben.
Die Handlung ist dabei natürlich einmal mehr eine der typischen 08/15-Schemata, die einzig dazu dienen, ein paar lose Prügel- und Klamaukszenen irgendwie aufeinander folgen zu lassen. Kurz gesagt, die gleiche Handlungsstruktur, die man in nahezu allen Werken innerhalb der Filmografie von Bud Spencer, mit und ohne seinen langjährigen Partner Terence Hill, findet. Doch hier funktioniert dies im Großen und Ganzen ganz gut. Natürlich nur, wenn man bereit ist, ein paar Abstriche zu machen was Logik oder eine zusammenhängende Handlung angeht.
Wer dies allerdings von einem Bud Spencer-Film erwarten würde, dem ist wohl ohnehin nicht mehr zu helfen. So wird man, wenn man sich darauf einlassen kann, nicht nur mit wunderbarer Musik, einmal mehr aus der Feder der Brüder Guido & Maurizio De Angelis, und einigen wunderschönen Bildern der südamerikanischen Landschaft belohnt - sondern auch mit einigen mehr als gelungenen Gags. Wenngleich, dies sollte man nicht unerwähnt lassen, allerdings nicht jeder Gag sitzt, weshalb Banana Joe mehr als nur einmal mit Rohrkrepierern zu kämpfen hat.
Doch die Sympathie, die man dem Hauptdarsteller in seiner Standardrolle Bud Spencer einfach entgegenbringt, schafft es, dass man Stenos Film trotz einiger Längen und nicht zündenden Gags weiter folgt. Der restliche Cast um Gianfranco Barra (Heaven) als Bösewicht Torcillo und die ehemalige Miss Germany Marina Langner als Dorianne machen ihre Sache ebenfalls sehr gut. Wenngleich hier keiner wirklich die Gelegenheit hat, wirklich zu glänzen, hinterlassen sie allesamt einen guten Eindruck.
Im Nachhinein ist es schade, dass man nicht mehr aus dem Film gemacht hat. Die Grundidee des Dschungelbewohners in der Zivilisation war durchaus ein (halbwegs) frischer Einfall, der zu gefallen wusste. Leider hat man das Ganze dann allerdings doch in das Korsett der standardmäßigen Bud Spencer-Filme gezwängt, weshalb Steno am Ende mit Banana Joe einen zwar gut gemachten, aber auch allzu austauschbaren Film abliefert, wie man ihn schon des Öfteren gesehen hat.